Stolbur und SBR im Gemüsebau

Aus Hortipendium
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Stolbur Krankheit an Möhren. (Andreas Felber)
Stolbur Krankheit an Sellerie. (Andreas Felber)
Datei:Pentastiridius leporinus.jpg
Schilf-Glasflügelzikade (Pentastiridius leporinus) wichtiger Überträger. (Michael F. Schönitzer).

Drei gefährliche Bakterienkrankheit, die durch Zikaden, wie z.B. der Schilf-Glasflügelzikade, übertragen werden.

  • Bekannt wurden die Schaderreger vor allem im Weinbau sowi im Zuckerrüben und Kartoffelanbau.
  • Zunehmend werden diese Krankheiten auch beim Anbau verschiedener Gemüsearten zu einem ernsthaften Problem.
  • Mit Totalausfällen ist zu rechnen.

Inhaltsverzeichnis

Arsenophonus phytopathogenicus (ARSEPH), Syndrome Basses Richesses (SBR) genannt

Proteobakterium Krankheit, die vor allem durch ihre ungewöhnlichen Schadsymptomen an Beta-Rüben, Kartoffeln und Zwiebeln bekannt wurde.

Erreger und vorherrschende Krankheitssymptome

Der Erreger kann alleine oder auch als Mischinfektionen mit Stolbur vorkommen und Gemüsekulturen stark schädigen. Die Erreger siedeln sich in den Leitungsbahnen der Pflanze an.

  • Ein Befall verringert bei Zuckerrüben den Zuckergehalt (Syndrome Basses Richesses) SBR.
  • Bei Kartoffeln kommt es zu Vergilbung.
  • An Zwiebeln entsteht eine Glasigkeit und spätere Weichfäule.
  • Die Blätter verfärben sich z.B. gelblich oder rötlich.
  • Es kommt zu Blattrandnekrosen.
  • Blätter und Triebe welken und können ganz absterben.
  • Es kommt zu Wuchshemmungen.
  • Gebildete Rüben oder Früchte werden gummiartig.
  • Abweichungen der üblicher Inhaltstoffgehalte sind möglich.
  • Neben einer Qualitätsminderung sind Totalausfälle möglich.

Schadbilder online

Wirtspflanzen (laut EPPO)

Überträger (laut EPPO)

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Phytoplasma solani (PHYPSO), Stolbur genannt)

Datei:Vitis vinifera phytoplasma.jpg
Stolbur (Phytoplasma solani) an Rebe.
(Quelle: Wikimedia)

Die Stolbur-Krankheit mit dem Erreger: Phytoplasma solani (PHYPSO) ist eine Bakterien Krankheit, die vor allem an Reben, Rüben, Kartoffeln und an verschiedenen Gemüsearten auftreten kann.

Andere Namen (laut EPPO)

  • Grapevine bois noir phytoplasma, Maize redness phytoplasma, Phytoplasma solani, Potato stolbur phytoplasma, Stolbur phytoplasma.

Erreger und vorherrschende Krankheitssymptome

  • Es handelt sich um zellwandfreie Bakterien (Phytoplasmen).
  • Die Erreger siedeln sich in den Phloem Leitungsbahnen der Pflanzen an.
  • Der Erreger kann alleine oder auch als Mischinfektionen vorkommen und Gemüsekulturen stark schädigen.
  • Befallene Gemüsepflanzen zeigen Blattverfärbungen, Wuchshemmungen und einen veränderten Wuchs.
  • Die Leitungsbahnen der Pflanzen verstopfen, Blätter vergilben und die Pflanzen sterben später.
  • Auch die Wurzeln können sich untypisch entwickeln.
  • Manchmal zeigen nur einzelne Pflanzen im Bestand die Schadymptome.
  • Die Zahl der Wirtspflanzen ist sehr groß. Reben, Rüben und Kartoffeln gehören zu den bes. stark betroffenen Kulturen.
  • Zunehmend werden auch verschiedene Gemüsearten befallen.

Schadbilder

Wirtspflanzen (laut EPPO)

  • Es gibt eine große Anzahl an Wirtspflanzen.
  • Ackerbaukulturen: Beta vulgaris, Medicago sativa, Pisum sativum, Solanum tuberosum, Zea mays und weiter siehe EPPO Link.
  • Gemüse- und Kräuterkulturen: Apium graveolens, Beta vulgaris, Brassica oleracea var. gemmifera, Carum carvi, Cichorium intybus, Cucumis sativus, Daucus carota, Lactuca sativa, Matricaria chamomilla, Mentha x piperita, Phaseolus vulgaris, Pisum sativum, Raphanus sativus, Spinacia oleracea, und weiter siehe EPPO Link.
  • Beikräuter: Achillea millefolium, Amaranthus retroflexus, Artemisia vulgaris, Capsella bursa-pastoris, Chenopodium album, Cichorium intybus, Cirsium arvense, Convolvulus arvensis, Datura stramonium, Galium sp., Malva sylvestris, Pisum sativum, Plantago lanceolata, Plantago major, Polygonum aviculare, Portulaca oleracea, Rumex acetosa, Senecio vulgaris, Solanum nigrum, Sonchus oleraceus, Taraxacum officinale, Urtica urens, Veronica persica und weitere.
  • Große aktuelle Liste der Candidatus Phytoplasma solani Wirtspflanzen..

Überträger (laut EPPO)

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Phytoplasma asteris (PHYPAS), Aster yellows genannt

Stolbur an Möhren. (Andres Felber)
  • Proteobakterium Krankheit, die großen Schaden anrichten kann. Kann auch in Mischinfektionen auftreten.

Erreger und vorherrschende Krankheitssymptome

  • Typische Symptome sind chlorotische (gelbliche) Verfärbungen.
  • Verkümmertes Wachstum.
  • Hexenbesenwuchs (buschiges Wachstum).
  • Vergrünung von Blüten.
  • Deformierte und verzwergte Blütenanlagen.
  • Gestauchter, kümmerlicher Wuchs.

Wirtspflanzen (laut EPPO)

Bilder

Überträger

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Gemüsekulturen Befalls Beispiele

Stolbur und SBR können, auch als Mischinfektionen verschiedene Gemüsekulturen befallen. Im Folgenden die wichtigsten, gefährdeten Kulturen ooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Stolbur und SBR an Erbsen)

Unsere Speisebete (Rote, Gelbe, Weiße Bete) sind, ebenso wie die botanisch aufs engste verwanden Zuckerrüben, sehr stark durch das Vorkommen von Stolbur + SBR gefährdet.

Erreger und Schadbilder

  • An den befallenen Pflanzen entstehen Missbildungen.
  • Es bilden Chlorosen.
  • Missgebildete Blätter bekommen eine längliche Form.
  • Neben stark verkrüppelten Pflanzen können gesunde Pflanzen stehen.
  • Einige Pflanzen wuchsen besonders stark und waren verkrüppelt (c),
  • während einige sowohl missgebildete als auch gesund aussehende Triebe bildeten

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Stolbur und SBR an Möhren

Stolbur Krankheit, Möhrenröte. (Harald Schneller)

Durch das Auftreten der Stolbur (Phytoplasma solani + Phytoplasma asteris) Erreger können Ertragsverluste entstehen. Besonders schnell negativ ist ein Befall beim Anbau von Bundmöhren. Ähnliche Blattverfärbungen sind möglich durch den Befall von verschiedenen Virosen.

Schadbild

  • Etwa seit 2024 sind Schäden an Möhrenkulturen bekannt.
  • Zu Beginn kommt es zu einer Blattvergilbungen.
  • Die jüngsten Blätter zeigen einen gestauchten Wuchs.
  • Des weiteren verfärbt sich das Laub auch rötlich.
  • Bei einem starken Befall stirbt das Laub ab.
  • Insbesondere beim Anbau von Bundmöhren wird das Erntegut schnell unverkäuflich.
  • Es kommt zu einer verstärkten Feinwurzelbildung.
  • An den Möhrenrüben bilden sich verstärkt Feinwurzeln wobei es zum Teil zu einer Bärtigkeit kommt.
  • Befallene Möhren werden runzelig, weich und unverkäuflich.
  • LTZ Augustenberg fand an Möhren vor allem Macrosteles sexnotatus als Überträger.

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Stolbur und SBR an Rhabarber

Datei:Pentastiridius leporinus.jpg
Schilf-Glasflügelzikade. (Michael F. Schönitzer)

Die Schilf-Glasflügelzikade überträgt Stolbur und SBR auch an Rhabarber Pflanzen.

Schadbild

  • Die Schilf-Glasflügelzikade benutzt auch die Rhabarber Pflanzen als Wirtspflanzen.
  • Durch die Übertragung von Stolbur und SBR können an Rhabarber Pflanzen ernsthafte Schäden entstehen.
  • Erste Totalausfälle wurden schon beobachtet.
  • Bisher wurden im Gemüse- und Ackerbau nur einjährige Kulturen von der Schilf-Glasflügelzikade befallen.
  • Mit der Dauerkultur Rhabarber als Wirtspflanzen der Schilf-Glasflügelzikade wird das Stolbur-SBR Problem nochmals schwieriger.
  • Offensichtlich können sich die Schilf-Glasflügelzikaden in den Rhabarber Beständen dauerhaft ansiedeln und von dort aus andere Kulturen anfliegen
  • Eine Bekämpfung ist bislang nur eingeschränkt möglich.

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Stolbur und SBR an Sellerie

Stolbur Krankheit an Sellerie. (Andreas Felber)

Die Stolbur Krankheit an Sellerie kann großen Schaden anrichten.

  • Blattvergilbungen und Kümmerwuchs sind typisch.
  • Der Erreger sind zellwandfreie Bakterien (Phytoplasmen).
  • Die befallenen Blätter verfärben sich vor allem gelblich.
  • Erste Schadsymptome mal an den ältesten, mal an den jüngsten Blättern.
  • Es kommt zu einer Wuchshemmung an den befallenen Pflanzen.
  • Die Wurzeln bilden sich untypisch, nekrotisch.
  • Oftmals zeigen zunächst einzelne Pflanzen im Bestand Schadymptome.n.
  • Kommt auch an dem Beikraut, die Ackerwinde vor, wächst büschelig mit kleinen Blättern.
  • Verschiedene Zikaden Arten gelten als Überträger des Erregers.
  • Wichtige Zikaden Arten sind: Windenglasflügel (Hyalesthes obsoletus), Wiesendickkopfzikade (Anacerata gallia ribauti) und andere.

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Stolbur und SBR an Speise Bete (Beta vulgaris)

Unsere Speisebete (Rote, Gelbe, Weiße Bete) sind, ebenso wie die botanisch aufs engste verwandten Zuckerrüben, sehr stark durch das Vorkommen von Stolbur + SBR gefährdet.

Erreger und Schadbilder (Roswitha Ulrich, Jochen Kreiselmaier, Johannes Ritz u.a.)

  • Etwa seit 2024 sind Schäden an Speise Bete Kulturen bekannt.
  • Eine Mischinfektion von Stolbur und SBR ist möglich.
  • Zu Beginn vergilben die ältesten Blätter der Speisebete Pflanzen.
  • Ein Vorkommen von Nymphen der Schilfglasflügelzikaden bestätigen den Befalls Verdacht.
  • Bei starkem Befall werden die Rüben weich (Gummiknollen) und schrumpfen.
  • Schon bald ist mit Qualitätsverlusten zu rechnen.
  • Unangenehme Veränderungen bei den Inhaltstoffen ist möglich.
  • Ein Totalausfall ist möglich.

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Arsenophonus phytopathogenicus (SBR) an Zwiebeln (Allium cepa)

Erste Untersuchungen von 20024 berichten von einem SBR Befall an Zwiebeln.

Erreger und Schadbilder (Eva Therhaag)

  • Erreger Arsenophonus phytopathogenicus (SBR).
  • Überträger vermutlich die Schilf-Glasflügelzikaden.
  • Fäulnis an den Zwiebeln im Lager.
  • Weitere Details zum Befall und seiner Bedeitung werden noch erforscht.

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Weitere gefährdete Gemüsekulturen

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Beikräuter als Wirtspflanzen

Verschiedene Beikräuter können von Stolbur und SBR befallen werden und beim Vorkommen von Zikaden das Befalls Risiko empfindlicher Gemüsekulturen stark erhöhen.

Phytoplasma solani Wirtspflanzen

  • Achillea millefolium, Amaranthus retroflexus, Artemisia vulgaris, Capsella bursa-pastoris, Chenopodium album, Cichorium intybus, Cirsium arvense, Convolvulus arvensis, Datura stramonium, Galium sp., Malva sylvestris, Pisum sativum, Plantago lanceolata, Plantago major, Polygonum aviculare, Portulaca oleracea, Rumex acetosa, Senecio vulgaris, Solanum nigrum, Sonchus oleraceus, Taraxacum officinale, Urtica urens, Veronica persica und weitere.
  • Große aktuelle Liste der Candidatus Phytoplasma solani Wirtspflanzen..

Wirtspflanze Ackererwinde

Die Ackerwinde als gefährliche Stolbur Wirtspflanze.
(Josef Schlaghecken)

Ein gefürchtetes Beikraut (Convolvulus arvensis) aus der Familie der Windengewächse (Convolvulaceae).

  • Krautige Pflanzen, die flach am Boden oder hochkletternde Triebe bilden.
  • Die Pflanzentriebe sind linkswindend.
  • Eine mehrjährige, krautige Pflanze.
  • Die Pflanzen blühen etwa von Juni bis September
  • Die trichterförmigen Blüten sind weiße bis rosafarben.
  • Samen bilden sich in 6-7 mm großen Kapselfrüchten
  • Pro Kapsel gibt es meist 2-4, braune, eiförmige Samen.
  • Die Ackerwinde bildet im Boden verdickte Wurzeln an denen sich Sprosse bilden.
  • Das Beikraut gilt als gefährliches Wurzel Unkraut.
  • Die Ackerwinde liebt etwas feuchtere, lehmige oder tonige Böden.

Wirtspflanze von

  • Phytoplasma solani (PHYPSO), Stolbur genannt.

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Zikaden als Überträger

Verschiedene Zikadenarten gelten als Überträger des Erregers. Im Folgenden die bekannten Arten.
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Schilf-Glasflügelzikade (Pentastiridius leporinus)

Datei:Pentastiridius leporinus.jpg
Schilf-Glasflügelzikade. (Michael F. Schönitzer)
  • Die Schilf-Glasflügelzikade (Pentastiridius leporinus) ist eine polyphage Zikaden Art aus der Familie der Glasflügelzikaden (Cixiidae).
  • Als Überträger verschiedener Pflanzenkrankheiten kann sie große Ernteschäden an Acker- und Gemüsekulturen verursachen.
  • Die Schilf-Glasflügelzikaden werden 5 bis 9 Millimeter lang.
  • Die Vorderflügel sind durchsichtig mit ein wenig Braun.
  • Die Erwachsenen Schilf-Glasflügelzikade findet man von Mai/Juni bis August/September.
  • Schilf-Glasflügelzikaden ernähren sich vom Pflanzensaft ihrer Wirtspflanzen wie z.B. der Zuckerrübe
  • Die Zikaden sticht das Phloem der Blattstiele an, um den Pflanzensaft abzusaugen.
  • Das Weibchen legt seine Eier im Boden neben den Wirtspflanzen ab.
  • Ein Tier kann 40 bis 50 Eier ablegen und das oft mehr als 2 mal und evtl. auch bis zu 8 mal pro Jahr.
  • Die Nymphen schlüpfen ab August und verbleiben bis zum Frühjahr im Boden.
  • Es gibt 4 Häutungen im Boden bis sie letztendlich als Adult im Frühjahr den Boden verlassen.
  • Die Nymphen ernähren sich von dem Pflanzensaft der im Boden befindlichen Knollen und Wurzeln.
  • Die Schilf-Glasflügelzikade lebte früher meist in Schilfgebieten hat aber inzwischen ihre Lebensweise verändert.
  • In den Schilfgebieten ist seit längerem selten, so dass sie dort seit 2016 in der roten Liste bedrohter Arten geführt wird.
  • In den letzten Jahren bevorzugt die Schilf-Glasflügelzikade mehr die Ackerflächen von Zuckerrüben, Kartoffeln und verschiedenen Gemüsekulturen.
  • In Deutschland wurde SBR zuerst 2009 Vorkommen im Landkreis Heilbronn beschreiben.
  • Etwa seit 2018 kam es zu stärkeren Ausbreitung Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sowie auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.
  • Die Schilf-Glasflügelzikade kann bei ihrer Nahrungsaufnahme die Bakterien Candidatus Phytoplasma solani (PHYPSO) und Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus übertragen.
  • Diese Zikaden Art kann durch ihre Krankheitsübertragung vor allem bei Zuckerrüben und Kartoffeln, sowie verschiedenen Gemüsearten erhebliche Schaden anrichten.

Lebenszyklus Schema

Bilderserie Online

Videos online

Wirtspflanzen laut EPPO

Vektoren laut EPPO für..

  • Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus' (ARSEPH)
  • Candidatus Phytoplasma solani' (PHYPSO)

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Südliche Winterzirpe (Macrosteles sexnotatus)

Datei:Macrosteles.sexnotatus.-.lindsey.jpg
Südliche Winterzirpe (Macrosteles sexnotatus).
(James K. Lindsey)
  • Gehört zur Familie der Zwergzikaden (Cicadellidae)
  • Zikaden Größe etwa 3-4 mm groß.
  • Lebt oft in Klee Bestände.
  • Diese Art ist im gesamten Vereinigten Königreich auf Grasland verbreitet.
  • Überträgt: Aster yellows phytoplasmas.
  • Wird auch Aster Gelbsucht „aster-yellows“ genannt.
  • Die Candidatus Phytoplasma asteris Krankheit aus der "Aster-yellows-group" wurde 2011 von Mitarbeitern der LTZ Augustenberg an Möhren entdeckt.
  • Die Wurzeln zeigten charakteristische Symptome wie vermehrte Wurzelhaare und abnormales Wurzelwachstum.
  • An Möhren eine typische Rotfärbung des Laubes.

Wirtspflanzen (laut Plant Parasites of Europe und andere)

  • Avena sativa, Carex, Dactylis glomerata, Daucus carota, Festuca rubra, Juncus articulatus, filiformis, Lolium perenne, Luzula.

Überträger von

  • Aster yellows phytoplasmas

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Windenglasflügel (Hyalesthes obsoletus)

Datei:Hyalesthes obsoletus - inat 211691109.jpg
Windenglasflügel (Hyalesthes obsoletus).
(Emanuele Santarelli)
  • Eine Zikaden Art der Familie der Glasflügelzikaden.
  • Hauptwirtspflanzen in Deutschland die Ackerwinde (Convolvulus arvensis) und die Brennnesseln (Urtica dioica)[1].
  • Diese Zikaden Art ist Überträger der Vergilbungskrankheit Schwarzholzkrankheit bei Weinreben.
  • Auch Überträger der Stolbur- Krankheit bei Tomaten.
  • Sowie Überträger der Stolbur Krankheit bei Kartoffeln.
  • Hauptverbreitungsgebiet der Windenglasflügel ist das südliche Mitteleuropa, das Mittelmeergebiet, Süd-Russland, Kasachstan und Kleinasien.
  • Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Bayern und Sachsen-Anhalt sind Regionen in die Deutschland in denen schon ein Befall nachgewiesen wurde.
  • Der Schädling ist wärmeliebend, so dass die Klimaerwärmung eine weitere Verbreitung begünstigt.
  • Beliebt sind u.a. Brachflächen, Ruderalbiotope, Störstellen auf Trockenrasen.
  • Skelettreichen oder lockeren Böden begünstigen das Auftreten.

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Wiesendickkopfzikade (Anacerata gallia ribauti)

Datei:Anaceratagallia ribauti 01.JPG
Wiesendickkopfzikade (Anacerata gallia ribauti).
(AfroBrazilian)
  • Eine Zwergzikade aus der Unterfamilie der Dickkopfzikaden (Agalliinae).
  • Die Zikaden können als Stolbur übertragen.
  • Sie ist in Europa weit verbreitet.
  • 1938 wurde sie zum ersten Mal beschrieben.
  • Die erwachsenen Tiere werden 43 mm lang.
  • Die Weibchen haben enge Punktierungen an den Vorderflügeln.
  • Bevorzuge Lebensräume sind Trockenrasen bis zu feuchte Gasbiotope.
  • Die Zikaden leben an kleinbleibenden Kräutern, wie z.B. dem Wegerich.
  • Wichtige Nahrungspflanzen sind Habichtskraut, Wegeriche, Hasen-Klee usw.
  • Erwachsene Zikaden treten das ganze Jahr auf.

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Vorbeugung und Bekämpfung

Die bakteriellen Krankheiten sind ein enorm schwierig einzudämmendes Problem. Da eine direkte Bekämpfung nicht möglich ist, geht es vor allem darum die Übertragung durch Zikaden usw. zu unterbinden Vorbeugende Maßnahmen sind ernst zu nehmen. Um langfristig zu einer Verbesserung der Situation zu kommen, sind auch züchterische Verbesserungen anzustreben. ooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Direkte Bekämpfung der Bakterienkrankheiten

  • Die Krankheitserreger leben in den Nährstoffleitbahnen der Pflanzen und vermehren sich dort.
  • Es ist bisher nicht möglich bakterielle Erreger im Pflanzenbau, direkt zu bekämpfen.
  • Haupt Regulierungsstrategie ist deshalb, die Infektion der Nutzpflanzen durch Zikaden usw. zu verhindern.

Überwachung der Überträger.

Gelbe Klebetafel. (Josef Schlaghecken)
  • Wesentliche Hilfe bei der Schadregulierung ist die Überwachung der Zikaden Aktivitäten.
  • Welche Arten kommen regional vor?
  • Wann treten sie wie häufig auf?
  • Hilfe der staatlichen Pflanzenschutzberatung nutzen.
  • Warndienstmeldungen der regionalen Pflanzenschutzberatung usw. beachten.
  • Das Auftreten der Zikaden kann man mit Klebetafeln dokumentieren.
  • Vorteilhaft ist es, wenn das die regionalen Pflanzenschutzberater durchführen.

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Natürliche Feinde der Zikaden

  • Zikaden haben eine große Anzahl an natürliche Feinde.
  • Diese zu kennen und zu fördern kann hilfreich sein.

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Fruchtfolgeoptimierung

  • Es geht darum, die Zikaden Vermehrung innerhalb der Fruchtfolge zu hemmen statt zu fördern.
  • Nachbau nach einer befallenen Kultur möglichst nicht direkt eine Folgekultur wie z.B. keinen Winterweizen einsäen, sondern lieber erst später eine neue Feldbestellung, z.B. erst im nächsten Mai vornehmen.
  • Weitere regionale und örtliche Erfahrung sind zu sammeln.

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Beikräuter Wirtspflanzen minimieren

Falsches Saatbeet. (Schlaghecken)
  • Beikräuter, wie z.B. die Ackerwinde, die die bakteriellen Krankheiten beherbergen können, sollten soweit möglich, im Betrieb minimiert werden.
  • Wirtspflanzen Beikräuter sollten möglichst in den gefährdeten Gemüsekulturen gar nicht vorkommen.
  • Auch die Nachbarbereiche der Felder mitberücksichtigen.
  • Wenn möglich Falsche Saatbeet Technik nutzen, um so den Beikrautdruck zu minimieren.
  • Feldhygiene optimieren.
  • Nach Beendigung einer befallenen Kultur, die Bestandreste einschließlich Beikräuter alsbald beenden. Je nach Situation z.B. Schlägeln und flach einarbeiten.

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Überträger Bekämpfung mit Pflanzenschutzmittel

  • Eine Bekämpfung der Zikaden und andere Überträger als gefährliche Krankheitsüberträger ist möglich, jedoch fehlt es an vielfach an gut wirkenden Mitteln, an Zulassungen bei den aktuellen Kulturen und einfach zu praktizierenden Anwendungsmöglichkeiten.
  • Im Laufe ihres Lebenszyklus leben die Zikaden über eine lange Zeit im Boden und sind dort bisher kaum zu bekämpfen.
  • Ein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist deshalb auf die Zeit beschränkt, bei der sich die Zikaden außerhalb des Bodens befinden.
  • Vom Berufsstand wird eine Verbesserung der Bekämpfungsmöglichkeiten gefordert.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel zur Zikaden Bekämpfung

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Resistenzzüchtung?

  • Es besteht der große Wunsch der Anbauer, Sorten zu bekommen, die weniger anfällig oder auch weniger attraktiv für Zikaden sind.
  • Im Bereich der Zuckerrüben, bei denen die Züchter schon einige Jahre das Ziel verfolgen, gibt es wohl schon vielversprechende, erste Erfolge.
  • Im Bereich der verschiedenen, betroffenen Gemüsekulturen mit den viel kleineren Anbauflächen werden züchterische Fortschritte wohl erheblich schwieriger sein.
  • Um eventuell mögliche genetische Hilfen schneller nutzbar machen zu können, plädieren Fachleute wie Prof. Jürgen Gross vom Julis-Kühn-Institut in Dossenheim dafür die Genschere CRISPR-Cas in der Pflanzenzucht zuzulassen.

Video online

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Weitere Infos

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Siehe auch in Hortipendium

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Quellen Online

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Autoren und Mitwirkende

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:
Forschen für eine erfolgreiche, umweltfreundliche Lebensmittel Produktion. G. Brändle. Agroscope
  • Bedlan Gerhard, Dr., Institut für Pflanzenschutz, BOKU, Tulln, Österreich.
  • Böhringer Julia, Gartenbaulicher Beratungsdienst für integrierten Gemüsebau Heilbronn e.V.
  • Felber Andreas, Landwirtschaftskammer Niederösterreich, St. Pölten.
  • Langer, M., Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Pflanzenschutz im Weinbau, Bernkastel-Kues.
  • Lens Michael, Pflanzenschutzdienst Hessen.
  • Keferböck, Josef
  • Kreiselmaier Jochen, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR-Rheinpfalz), Neustadt/Wstr.
  • Lang Christian, Dr., Verband Hessisch-Pfälzer Zuckerrübenanbauer e.V., Worms.
  • Lutz Frieder, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR-Rheinpfalz), Neustadt/Wstr.
  • Mühleisen Jonathan, Dr., Pflanzenschutzdienst am Regierungspräsidium Stuttgart.
  • Ritz Johannes, Anbauberater für ökologischen Gemüsebau bei Bioland Beratungsdienst GmbH (BBD).
  • Schlaghecken Josef, Neustadt/Wstr.
  • Schneller, Harald, Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg (LTZ), Karlsruhe.
  • Therhaag Eva, Julius Kühn-Institut, Institut für Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau, Dossenheim.
  • Ulrich Roswitha, Pflanzenschutzdienst Hessen.
  • Wilhelmi Julia, Pflanzenschutzdienst Hessen.
  • Witczak Natascha, JKI, Institut für Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau, Siebeldingen.
  • Zellner M., BBA, Institut für Pflanzenschutz im Weinbau, Bernkastel-Kues.