Schwarzwurzeln im Hausgarten

Aus Hortipendium
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Pflanzen mit Rübe und Blatt
Schwarzwurzel in Butter

Die Schwarzwurzel (Scorzonera hispanica) stammt aus Südeuropa und ist seit dem 18. Jahrhundert in Deutschland bekannt. Sie gilt als wohlschmeckende Gemüseart mit einem hohen ernährungsphysiologischen Wert. Für eine Mischkultur eignen sich unter anderem Kohlrabi, Rettich und Salat.

Standort und Bodenansprüche

Die Schwarzwurzel benötigt tiefgründige, lockere Böden. Im Herbst sollte der Boden bis zu 40 cm tief gelockert sein, damit die etwa 35 cm langen Wurzeln ungehindert in diese Tiefe eindringen und dort Wasser und Nährstoffe aufnehmen können. Ungleichmäßige Bodenverhältnisse, wie zum Beispiel Verdichtungen, verursachen das Verzweigen der Schwarzwurzeln. Besonders geeignet sind humose, tiefgründige Lehmböden und anmoorige Böden. Auf leichten Böden besteht die Gefahr, dass die Wurzeln zu klein bleiben. Auch steinige Böden, die zu Grobscholligkeit und Staunässe neigen, eignen sich nicht, da sie zu Verzweigungen der Wurzeln führen. Das Klima in Deutschland ist für den Anbau von Schwarzwurzeln gut geeignet. Schwarzwurzeln benötigen in der Hauptwachstumsphase von Anfang Juli bis Ende August eine möglichst gleichmäßig hohe Bodenfeuchte.


Saatgut und Sorten

Für den Anbau von Schwarzwurzeln gibt es eine Anzahl brauchbarer Sorten, die auch in Kleinpackungen bezogen werden können. Die einzelnen Samen sind im Vergleich zu anderen Gemüsearten ungewöhnlich in ihrer Form. Mit ihrer Stäbchenform sind etwa 12 bis 17 mm lang und etwa 1-2 mm dick. Die gesetzliche Mindestkeimfähigkeit beträgt 70%.

Saatgutanbieter
Arche Noah in Schiltern /Au
Sorten: Hoffmann lange Pfahl
Bingenheimer Biosaatgut in Echzell
Sorten: Hoffmanns Schwarzer Pfahl
Bolster in Epe / NL
Sorten: VRN-Enorma (Wichtige Sorte in Holland)
Deaflora in Werder/Havel
Sorten: Geant Noire de Russie, Hoffmanns Schwarzer Pfahl
Dehner in Rain am Lech
Sorten: Duplex, Hoffmanns Schwarzer Pfahl
Dreschflegel Bio-Saatgut in Witzenhausen
Sorten: Hoffmanns Schwarzer Pfahl, Schwarzer Peter
Kiepenkerl in Münster
Sorten: Hoffmanns Schwarzer Pfahl, Merles tolerant, Verbeterde Reuzen Nietschieters, Winterspargel verb. nicht schießende Riesen
Müller,Samenhaus in Wildeck-Bosserode
Sorten: Duplex, Hoffmanns Schwarzer Pfahl, Meres, Verbeterde Reuzen ]
Reinsaat in Leonhard am Hornerwald / Au Sorten: Hoffmanns Schwarzer Pfahl

Anbau Schwarzwurzel

Die Aussaat sollte, je nach Anbauregion etwa im April erfolgen. Eine zu frühe Saat kann zu einer Blütenbildung schon im erste Jahr und damit zu Ertragsausfällen führen. Am besten warten bis der Boden 10°C oder wärmer ist. Bei einer späten Saat verringern sich die Eträge, die Wurzel sind dann bei der Ernte noch recht dünn.
Der Reihenabstand sollte etwa 25-30 cm, die Saattiefe 1,5-2,0 cm betragen. Geht man davon aus, dass sich aus 50 % der Samen eine starke Planze entwickelt, sollten die Samen im Abstand von etwa 4 cm ablegen werden. Bei einem zu dichten Bestand kann ein Vereinzeln nach dem Auflaufen, auf etwa 6-8 cm, den Ertrag und die Wurzelqualität verbessern. Eine wichtige Kulturmaßnahme im Schwarzwurzelanbau ist die Unkrautbekämpfung, da die Vegetationsdauer sehr lang ist. Des weiteren ist es wichtig sicherzustellen, dass der Boden feucht ist und bleibt.


Nährstoffversorgung und Düngung

Da Schwarzwurzeln bevorzugt auf leichteren Böden angebaut werden, ist hier besonders auf eine gute Humusversorgung zu achten. Natürlich sollte auch der pH-Wert und der Boden aureichende Vorräte an Stickstoff, Phosphor, Kali, Magnesium und den Spurenelementen haben.

Schwarzwurzel Düngung
Bei einem gut versorgen Gartenboden wurzeln die Pflanzen recht tief und benötigt keine extra Düngung. Eine zeitnahe Kompostdüngung birgt beim Anbau von Wurzelgemüse die Förderung von Bodenschädlingen. Größere Kompostmengen deshalb lieber nach Kulturende z.B. vor dem Anbau von Kohlpflanzen verabreichen.

Weitere Infomationen


Ernte

Erntefertig
Erdkeller

Erntezeit ist von Oktober bis April. In wärmeren Regionen mit leichteren Böden kann man die Schwarzwurzeln den ganzen Winter ernten. Das ist die einfachste und beste Art der Vorratshaltung. In Regionen mit längeren Frost- und/oder Schneeperioden wird man rechtzeitig die Schwarzwurzeln ausgraben und an einem frostsicheren Ort wie z.B. Schuppen, Keller oder Erdkeller in Sand einschlagen. In dem leicht feuchten Sand sind sie ausreichend vor dem Vertrocknen geschützt.

Zubereitung

Geerntete Schwarzwurzeln mit Handschuhe schälen und danmach gleich in Wasseser legen. Mit etwas Zitronensaft im Wasser bleiben die geschälten Wurzeln weiß.
In dem Wasser die Schwarzwurzeln kochen und dnach zubereiten.

Verzehr der Blüten
Läßt man die Schwarzwurzelpflanzen im zweiten Jahr in Blüte gehen, so bietet sich an auch die schönen, gelben, großen Blüten zu verzehren. Ein bekanntes französisches Gericht ist das: "Omelette aux fleurs de salsifis“.

Weitere Informationen


Vorratshaltung

Etwa von Oktober bis April kann man die Schwarzwurzeln direkt aus dem Gartenbeet holen. In Regione mit stärkeren Winter wird man sich einen Erntevorrat im Schuppen oder Keller anlegen.
Möchte man das ganze Jahr über seine eignen Schwarzwurzeln genießen, so lassen sich diese auch gut in Gläser einkochen oder in der Gefrietruhe aufbewahren.


Wert als Nahrungsmittel

Der Verzehr von Schwarzwurzeln kann einen wertvollen Betrag zur gesunden Ernährung des Menschen leisten. Im "Kursbuch gesunde Ernährung" von Ingeborg Münzig-Ruef heißt es:
"Die Schwarzwurzel ist heute leider etwas verkannt; denn sie zählt zu unseren wertvollsten Gemüsen. Neben den Vitaminen A, B1-B3, C und E enthält die Schwarzwurzel sehr viel Kalim, Magnesium, auch Calcium und Phosphor und reichlich Eisen, dazu Glycoside, Asparagin und den wirkstoff Allantoin, der heute in vielen Salben verarbeitet wird, weil er die Zellerneuerung beschleunigt, desinfiziert und die Wundheilung fördert. Und im dicken weißen Milchsaft stecken wieder reichlich Bitterstoffe und Inulin. Dieses macht die Schwarwurzel zur Speise für Diabetiker."
Die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ und die „Deutsche Krebsgesellschaft“ empfehlen im Rahmen der Kampagne „5 am Tag“, fünf Mal am Tag eine Portion Obst und Gemüse zu essen.
Einen umfassenden Überblick über die gesundheitliche Wirkungen von Gemüse findet man über die Internetseite „Gemüse-ist-mehr als eine Nahrungsmittel“. Hier werden Forschungsergebnisse aus der ganzen Welt in knapper, gut lesbarer Form aufgelistet und die vorbeugende Wirkung von Gemüse auf viele, meist chronische Erkrankungen dargelegt.

Autoren

  • Hübner Elena, DLR-Rheinpfalz in Neustadt/Wstr.
  • Lampe Isabelle, DLR-Rheinpfalz in Neustadt/Wstr.
  • Morgenstern Eva, DLR-Rheinpfalz in Neustadt/Wstr.
  • Schlaghecken Josef, Neustadt/Wstr.


Quellen


Weblinks