Petersilie Pflanzenschutz

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Petersilie Schadursachen
Vorbeugen ist besser als heilen.jpg

Beim Anbau von Petersilie (Petroselinum), sowie bei der Lagerung von Petersilienrüben können verschiedene Krankheiten und Schädlinge Probleme bereiten. Es ist deshalb zu empfehlen, schon vor Beginn des Anbaus, über eventuell notwendige und sinnvolle Vorbeugemaßnahmen nachzudenken. Kommt es während des Anbaus zu Problemen, so gibt es hier umfassende Informationen zu allen wichtigen Schadursachen.

Inhaltsverzeichnis

Vorbeugender Pflanzenschutz schon bei der Anbauplanung

Krause Petersilie in guter Qualität. (J. Ziegler)
Wurzelpetersilie am Markt (J.Schlaghecken)
  • Fruchtwechsel optimieren. Siehe Hortipendium Artikel.
  • Grundsätzlich kein Petersilien Anbau nach Doldenblütler.
  • Keine Parzellen mit einer größeren Belastung an aktuellen, bodenbürtigen Krankheiten und Schädlingen (z.B. Nematoden).
  • Für den Anbau von Wurzelpetersilie keine stark steinige Parzellen verwenden.
  • Keine Böden mit größeren Verdichtungen wählen.
  • Keine Parzelle mit größeren Bodensenken (Wasserstaugefahr) wählen.
  • Die Böden vor Anbaubeginn auf ihre Nährstoffversorgung (P, K, Mg, B, pH-Wert usw.) kontrollieren.
  • Auf eine gute Humusversorgung des Bodens achten.
  • Keine Parzellen mit einem stärkeren Besatz an Wurzelunkräutern wählen.
  • Der Sortenwahl große Bedeutung beimessen, soweit möglich, Resistenzen nutzen.
  • Hochwertige, krankheitesfreies Saatgut verwenden.
  • Weitere Information dazu siehe im Hauptartikel Petersilie Erwerbsanbau
  • Die Möglichkeiten eines Einsatzes an Pflanzenschutzmittel im Pflanzenschutz-Informationssystem Gemüsebau überprüfen.


Jungpflanzenanzucht und Topfkultur

Bei der Petersilien Junpflanzenanzucht, z.B. im Erdpresstopf oder bei der Topfkultur für den Küchenkräuter Markt, können einige der im Feld auftretenden Erreger, auch schon hier Probleme bereiten.

Anzuchtprobleme (Auflaufkrankheiten, Keimlingskrankheiten usw.)

Pythium Befall beim Topfanbau von Petersilie. (R.Ulrich)

Die wichtigsten Schadursachen

  • Alternaria (Alternaria ssp.)
  • Botrytis (Botrytis cinerea)
  • Fusarium (Fusarium ssp.)
  • Pythium (Pythium ssp.)
  • Rhizoctonia (Rhizoctonia solani)
  • Sclerotinia (Sclerotinia oxysporum)

Schadbilder Beispiele

  • Keimlinge sterben ab.
  • Keimlinge haben bräunliche Wurzeln.
  • Weißer Belag an den Blättern.
  • Grauer Pilzbelag an Stängel oder Blätter.

Wirtspflanzen

  • Petroselium crispum und alle anderen Gemüsearten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Krankheitsfreies Substrat.
  • Krankheitsfreies Saatgut.
  • Gereinigte bzw. desinfizierte Anzuchttäume.
  • Saubere Jungpflanzenkisten und Töpfe.
  • Optimierte Klimaführung im Anzuchthaus.
  • Längere Taubildung vermeiden.
  • Bei Bedarf zugelassene Fungizide oder Stärkungsmittel einsetzen.

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Nichtparasitäre Ursachen

An Petersilie Bestände können nichtparasitäre Probleme auftreten, die sogar zu einem Gesamtausfall führen können.

Frostschäden

Frostschaden an einem Petersilienbestand. (J.Kreiselmaier)

Petersilienbestände können bei extremen Frösten Schaden erleiden.

Schadbild und Beschreibung

  • Die erfrorenen Pflanzenteile verlieren das Blattgrün.
  • Die abgestorbenen Blattpartein verfärben sich weißlich bis bräunlich.
  • Bei einem stärkeren Schaden sterben alle Blätter ab.
  • Meist bleiben die Vergationspunkte noch erhalten.
  • Petersilienbestände können nach einem leichteren Frostschaden die Wurzel bzw. die Petersilienrübe wieder durchtreiben.
  • Kahlfröste bei starker Sonneneinstrahlung, bes. im Frühjahr sind bes. gefährlich.
  • Mit zunehemender Klimaverändungen kommt es voraussichtlich ofter zu solchen kritischen Situationen.
  • Eine geschlossene Schneedecke kann Petersilienbestände vor dem Erfrieren schützten.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Übermäßige N-Düngung vermeiden.
  • Vor einer N-Düngung den Nmin-Bodenvorrat messen und bei der Düngung berücksichtigen.
  • Winter Petersilie nicht einer Vorkultur mit sehr großen Mengen an Ernterückständen. (Zuviel N?)

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Hagelschäden

Hagelkörner. (J.Schlaghecken)

Durch Hagel können Petersilie Bestände stark geschädigt oder auch vernichtet werden.

Schadensbeschreibung

  • Bei leichtem Hagel wird das Laub geschädigt.
  • Bei einem starken Hagel kann das Laub extrem reduziert werden.
  • Blatt-Petersilien Bestände werden durch Hagel relativ schnell unverkäuflich.
  • Bei einem starken Hagel können evtl. auch die Schultern der Wurzelpetersilie verletzt werden.
  • Hagelschläge gehen oft einher mit starken Niederschlägen, die zu einer Nitrat Verlagerung führen.

Vorbeugung und Maßnahmen

  • Möglichst nicht den gesamten Petersilien Anbau in einer Gemarkung durchführen.
  • Nach Hagel ohne größere Schäden an den Petersilie Beständen Pflegemaßnahmen ergreifen.
  • Nach einem Hagelschlag verstärkte Kontrollen auf einen Krankheitsbefall durchführen.
  • Wegen der möglichen N-Auswaschung die N-Versorgung überprüfen.
  • Abschluß einer Hagelversicherung erwägen.


Herbizidschäden

Herbizidschaden an Petersilie durch Bandur. (J.Kreiselmaier)

Petersilie Pflanzen sind empfindlich bezüglich einer falschen Herbizidanwendung bzw. einer Herbizidabdrift.

Ursachen

  • Abdrift eines Herbizides vom Nachbarfeld.
  • Überdosierung bei einer Herbizidspritzung.
  • Starkniederschläge.
  • Falsches Stadium der Petersilien Pflanzen.

Schadbilder

  • Die Schadbilder sind sehr unterschiedlich.
  • Jeder Herbizid-Wirkstoff verursacht spezielle Schadbilder.
  • Bei einer Abdrift bilden sich meist nur leichte Schäden.
  • Einen Abdrift Schaden erkennt man unter anderem an dem Gradient der Schadsymptome.

Vermeidungsstrategien

  • Zur zugelassene Herbizide in der vorgesehenen Menge ausbringen.
  • Keine Herbizidausbringung bei Abdrift verursachendem Wind.
  • Sicherheitsabstand zu empfindlichen Kulturen einhalten.

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Nährstoffmangel und -Überversorgung

Mangantoxizität bei Petersilie. (J.Kreiselmaier)

Nährstoffmangel, insbesondere Bormangel, oder auch eine Mangantoxizität kann zu Schäden führen. Weitere Infos siehe Petersilie Hauptartikel.

Schadbild und Beschreibung

  • Petersilie Kulturen haben ganz besondere Nährstoffansprüche.
  • Insbesondere ist auf eine ausreichende Borversorgung zu achten.
  • Bei einen Nährstoffmangel zeigen sich an den Pflanzen gut sichtbaren Schadymptomen (siehe Foto).
  • Bei einem stärkeren Nährstoff-Mangel kommt es zu Ertrags- und Qualitätseinbußen.
  • Bei bedarfsgerechter Düngung und Berücksichtigung der Bodennährstoffvorräte kommt es heute kaum noch zu Mangelerscheinungen.
  • Bei einer N-Überdüngung kann sich z.B. die Lagerfähigkeit bei Wurzelpetersilie verschlechtern.
  • Bei Blattpetersilie ein sehr hoher Nitratgehalt im Erntegut unerwünscht.
  • Bei der Direktsaat von Petersilie können zu hohe Salzgehalt die Keimung stören.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Überprüfung der Boden Nährstoffversorgung etwa alle drei Jahre.
  • Vor jeder Petersilien Kultur eine Nmin-Bodenuntersuchung durchführen.
  • Vor allem eine zu hohe N-Versorgung kann Nachteile mit sich bringen.
  • Der Borversorgung eine besondere Aufmerksamkeit widmen.
  • Vorsicht vor einem zu hohen Boden Salzgehalt zur Direktsaat.
  • Vorsicht bei der Verwendung von Kaliumchlorid Dünger.

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Schosserbildung

Eine Blütenbildung beendet die Erntemöglichkeit der Petersilie. (J.Kreiselmaier)

Beim Frühanbau von Petersilie kann es zu einer vorzeitigen Blütenbildung und damit zu einem Totalausfall kommen.

Schadbild und Beschreibung

  • Bevor die Bestände verkaufsfähig sind bildet sich Blütenstände.
  • Eine besonderes Anbaurisiko besteht beim extremen Frühanbau vonPetersilie.
  • Petersilien Pflanzenmit einer Blütenbildung sind nicht vermarktungsfähig.
  • Es gibt beachtliche Sortenunterschiede.
  • Bei der Sortenwahl die Eignung für die gewünschte Jahreszeit beachten.
  • Die Blütenbildung wird durch niedrige Temperaturen im Bereich von 0-10°C ausgelöst.
  • Besonders wirksam sind Temperaturenim Bereich von 2-6°c.
  • Eine Vernalisation ist ab dem 5. Laubblatt möglich.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Für den Frühanbau schoßfestere Sorten wählen.
  • Frühsätze mit Vlies bedecken.
  • Ernte, soweit möglich, vor der Anlage eines sichtbaren Blütenstandes.

Sortenempfehlungen nutzen

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Starkregen und Erosion

Starkregen Schaden. (J.Kreiselmaier)

Starke Niederschläge können, insbesondere in nicht ebenen Flächen, zu einer Erosion und damit zu großen Ausfällen führen.

Schadensbeschreibung

  • Der Boden wird verlagert und in tiefere Region geschwemmt.
  • Je mehr Gefälle desto größer der Erosionseffekt.
  • Je geringer die Regenverdaulichkeit desto eher eine Erosion.
  • Insbesondere unbewachsene Parzellen in hängigem Gelände sind betroffen.
  • Insbesondere frisch ausgebrachte Düngemittel werden verlagert.
  • Eine verstärkte Gewässereutrophierung mit Nitrat ist zu befüchten.
  • Insbesondere neue Pflanzungen sind gefährdet.
  • Dammkulturen mit Hangneigung erhöhen das Erosionsrisiko.
  • Im Rahmen der Klimaveränderung ist mit einem vermehrtem Auftreten von Extremwetterlagen zu rechnen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Parzellen mit größeren Bodensenken vermeiden.
  • Beetpflanzungen quer zur Feldneigung anlegen.
  • Regenverdaulichkeit des Bodens erhöhen.
  • Bodenverdichtungen beseitigen.
  • Warnwetter APP´s nutzen
  • Vor einer Beregnung die angekündigen Niederschläge berücksichtigen.

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Trockenschaden

Trockenschaden an Petersilienbestand. (J.Kreiselmaier)

Petersilienbestände können bei extremer Trockenheit Schaden erleiden. Mit zunehmenr Klimaerwärmung könnten solche Schäden noch häufiger auftreten.

Schadbild und Beschreibung

  • Einzelne Blätter oder Blattpartien sterben ab und verlieren ihr Blattgrün.
  • Die betroffene Pflanzenteile werden papierartig.
  • Geschädigt werden vor allem Blätter, die besonders der Sonnen ausgesetzt sind.
  • Verstärkt wird der Hitzestress bei einem unzureichender Wasserangebot im Boden.
  • Auf Parzellen mit weniger tiefgründigen Böden sind eher Schäden zu erwarten.
  • Wurzelkrankheiten und Wurzelschädlinge begünstigen solche Schäden.
  • Bes. schnell gewachsen Bestände, z.B. durch zu viel Stickstoff, sind bes. empfindlich.

Wirtspflanzen

  • Petroselium sowie alle anderen Gemüsearten.

Vorbeugung

  • Direktsaatkulturen mit ihrem tieferen Wurzelwerk sind weniger anfällig.
  • Für eine ausreichende Bodenfeuchte sorgen.
  • Bodenverdichtungnen beseitigen.
  • Bei humusarmen Böden den Humusgehalt erhöhen.
  • Wurzelschäden durch Krankheiten und Schädlinge minimieren.

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Virus Krankheiten

An Petersilie Bestände können Viruskrankheiten auftreten, die Schaden anrichten können.

Blattröte Virus (Carrot red leaf virus) CtRLV

Blattröte Virus an Petersilie. (R.Ulrich)

Eine Viruskrankheit aus der Familie der Solemoviridae, die öfter Petersilien Bestände schädigt.

Synonym

  • Carrot motley dwarf virus.

Schadbild und Lebensweise

  • Befallene Bätter verfärben sich gelblich, lachsfarben bis rötlich.
  • Besonders betroffen sind die Blattadern und die Blattränder.
  • Nach einem Ernteschnitt kommt es zu einen verkümmerten Austrieb.
  • Teilweise entstehen beim Austrieb nur noch extreb nerzwergte Blätter.
  • Befallene Pflanzenteile werden spröde.
  • Es ensteht eine Art Starrtracht.
  • Auch die Blattstiele können gelblich oder rötlich verfärben.
  • Das Virus wird durch die Gierschblattlaus (Cavariella aegopodi) übertragen.
  • Die Übertragung erfolgt persistent.
  • Bei Trockenschäden enstehen ähnlich Symptome.
  • Eine Verwechselung mit den Schadsymptomen bei Nematodenbefall und anderen Viruskrankheiten ist möglich.

Wirtspflanzen

  • Anethum graveolens, Anthriscus cerefolium, Conium maculatum, Coriandrum sativum, Daucus carota, Petroselium crispum.

Wirtspflanzen

  • Anethum graveolens, Anthriscus cerefolium, Conium maculatum, Coriandrum sativum, Daucus carota, Petroselium crispum.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Eine direkte Bekämpfung ist nicht möglich.
  • Nach einem Befall die Parzelle mindestens zwei Jahre meiden.
  • Weiter Fruchtwechsel.
  • Kein Anbau neben einer befallenen Parzelle.
  • Kein direkter Nachbau nach Doldenblütler.
  • Wöchentliche Bestandskontrolle auf Blattlausbefall.
  • Bei Bedarf Blattlausbekämpfung mit zugelassenen Insektiziden.

Weitere Infos


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Bakterien Krankheiten

Petersilie Bestände können von Bakterienkrankheiten befallen werden, die einen beachtlichen Schaden anrichten können.

Bakterienweichfäule (Pectobacterium carotovorum)

Pectobacterium Befall an Wurzelpetersilien Rübe.
(Magnus Gammelgard, Dänemark).

Diese Bakterienkrankheit hat viele Wirtspflanzen und kann auch Petersilie Bestände schädigen.

Schadbild und Lebensweise

  • Synonym: Erwinia carotovora.
  • Diese Weichfäule kann im Feld am Laub schädigen.
  • Bei der Lagerung der Petersilienrüben kann Rübenfäule auftreten.
  • Der Befall beginnt meist an verletzten Stellen der Pflanzen bzw. Rüben.
  • Stauende Nässe im Feld fördert stark diese Krankheit.
  • Bei einem Pflanzenbefall welken die betroffenen Blätter und sterben ab.
  • Die Enzyme des Pilzes zerstören die Pektine in den Zellwänden, so dass eine Weichfäule entsteht.
  • Befallene Gewebepartien verfärben sich bräunlich.
  • Die zerstörten Gewebepartien werden matschig weich.
  • Auch im Lager kann sich die Fäulnis weiter entwickeln.
  • Temperaturen über 15°C sind sehr förderlich für Pectobacterium carotovorum.
  • Niedrige Temperaturen unter 5°C hemmen die Bakterienentwicklung stark.

Wirtspflanzen

  • Allium, Apium graveolens, Beta vulgaris, Brassica-Arten, Capsicum, Cichorium, Citrullus, Cucumis sativus, Cucurbita, Cynara, Daucus carota, Helianthus annuus, Ipomoea batatas, Lactuca Cucumis melo, Petroselium, Raphanus sativus, Rheum, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Solanum tuberosum

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Eine direkte Bekämpfung des Erregers ist möglich.
  • Fruchtwechsel optimieren.
  • Möglichst keine der Wirtspflanzen als Vorfrucht wählen.
  • Staunässe vermeiden, Regenverdaulichleit der Böden verbessern.
  • Kaliversorgung optimieren.
  • Pflanzenverletzungen minimieren, schonende Wurzelpetersilien Ente.
  • Den Befall bzw. Verletzungen durch Fliegen Maden und anderen Schädlingen möglichst ausschließen.
  • Eingelagerte Rüben sollten gut abgetrocknet sein.
  • Möglichst kühle Lagerung der Rüben bei etwa 0 bis 1°C.

Weitere Infos


Bakterienflecken (Pseudomonas marginalis, syringae und viridiflava)

Pseudomonas syringae an Petersilie (Kreiselmaier).

Vor allem bei extrem feuchtwarmer Witterung in Kombination mit Gewebeverletzungen können kann Pseudomonas Petersilie Pflanzen schädigen.

Schadbild und Lebensweise

  • An den Blättern entstehen gelblich braune Flecken.
  • Oft haben die Flecken eine dunkleren Rand.
  • Meist erscheinen die erste Schadsymptome an den älteren Blättern.
  • Mit zunehmendem Befall fließen die Befallsflecken zusammen.
  • Ganze Blattpartien verfärben dann bräunlich.
  • Später welken die befallenen Blätter und sterben ab.
  • Im Gegenliche erscheinen die Flecken eher gelblich.
  • Niederschläge, Taubildung und Beregnung förden die Bakterienentwicklung.
  • Kleinste Blattverletzung erleichten die Infektion.
  • Temperaturen 10-15°C sind bes. förderlich.

Wirtspflanzen

  • Apium graveolens, Brassica-Arten, Brassica oleracea, Cichorium, Cucumis, Daucus carota, Lactuca, Petroselium, Solanum lycopersicum, Solanum tuberosum und andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Eine effektive chemische Bekämpfung ist nicht möglich.
  • Gesundes Saatgut verwenden.
  • Befallsfreie Jungpflanzen.
  • Auf befallene Felder möglichst kein Petersilien Anbau mehr.
  • Befallene Bestände möglichst schnell ubd sorgfältig beseitigen, so dass die Erntereste rasch verrotten.
  • Pflanzenverletzungen minimieren.
  • Den Befall bzw. Verletzungen durch Fiegenmaden und anderen Schädlingen möglichst ausschließen.
  • Übernässung der Kulturen vermeiden.
  • Regenverdaulichkeit der Felder optimieren.

Weiter Infos


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Pilzkrankheiten

An Petersilie Bestände können Pilzkrankheiten auftreten, die zum Gesamtausfall führen können.

Alternaria Blattflecken (Alternaria radicina)

Alternaria Befall an Petersilien Blatt. (Magnus Gammelgaard, Dänemark)

Gefährliche Pilzkrankheit, die vor allem die Keimlinge und das Petersilien Laub befällt und vernichten kann.

Schadbild und Lebensweise

  • Schon bei den Keimlingen kann es zu einer Umfallkrankheit kommen.
  • Dabei sterben die Wurzel ab und werden bräunlich.
  • Bei einem Blattbefall entstehen bräunliche bis schwärzliche Blattflecken.
  • Auch die Blattstiele können befallen werden.
  • Der Pilz liebt kühle und feuchte Bedingungen.
  • Gegen Kulturende erhöht sich die Anfälligkeit der Petersilienpflanzen.
  • Besonders der frühe Befall kann großen Schaden anrichten.
  • Feldbedeckungen mit Folie, Vliese und Schutznetze können einen Befall begünstigen.
  • Die Pilz Sporen können sich durch die Luft oder durch Regen verbreitet werden.
  • Der Pilz kann an befallene Pflanzenresten überdauern.
  • Der Pilz kann mit dem Saatgut übertragen werden.

Wirtspflanzen

  • Anethum graveolens, Anthriscus cerefolium, Apium graveolens, Daucus carota, Levisticum officinale, Ocimum basilicum, Origanum majorana, Pastinaca sativa, Petroselinum crispum.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreie Parzellen wählen.
  • Befallenen Bestände möglischt bald beenden und bereinigen.
  • Nach einem Befall mindestens zwei Jahre Anbaupause auf der Parzelle.
  • Fruchtwechsel mit Nichtwirtspflanzen
  • Befallsfreies Saatgut verwenden.
  • Saatgutbehandlung mit heißem Wasser reduziert den Befall.
  • Robustere (resistente) Sorten verwenden.
  • Für die Petersilien Rüben Lagerung nur befallsfreie Ware nehmen.

Weitere Infos


Blattflecken (Fusodiella anethi = Passalora punctum)

Fusodiella Blattflecken an Wurzelpetersilie.
(Roswitha Ulrich).

Eine Pilzkrankheit, die auch Petersilien Bestände befallen kann.

Synonyme laut EPPO

  • Cercospora anethi, Cercospora foeniculi, Cercospora petroselini, Cercosporidum punctum, Mycosphaerella anethi, Passalora puncta, Passalora punctum, Ramularia foeniculi, Sphaeria anethi.

Schadbild und Lebensweise

  • Beim Anbau von Petersilie kann vor allem die Wurzelpetersilie befallen werden.
  • Es bilden sich zunächs kleine Blattflecken
  • Befallene Blattpartien hellen zunächst auf, verbäunen dann und sterben später ab.
  • So können ganze Blätter mit Stängel absterben.
  • Die Sporenkeimung benötigt eine Blattfeuchte von 8-10 Stunden.
  • Temperaturen von 12-32°C sind förderlich, optimal sind wohl 20-25°C
  • Die Sporen können mit dem Wind verbreitet werden.
  • Eine Saatgutübertragung der Krankheit ist möglich.

Wirtspflanzen

  • Anethum graveolens, Foeniculum vulgare, Petroselinum crispum

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallene Felder zwei Jahre oder länger meiden.
  • Weite Fruchtfolge mit den Wirtspflanzen.
  • Kein Anbau neben einem befallenem Bestand.
  • Befallsfreies Saatgut verwenden.
  • Befallfreie Jungpflanzen einsetzen.
  • Bei der Bewässerung Blattnässezeiten minimieren.
  • Ernteverfrühung: Vlies-/Folienauflage nicht zu lange liegen lassen.
  • Wegen der Verbreitungsgefahr die Abnahme der Bedeckung nur bei einem trockenem Bestand.
  • Bei Bedarf zugelassene Fungizide einsetzen.

Weitere Infos

  • Roswitha Ulrich (2021): Blattflecken durch den Pilz Passalora punctum an Wurzelpetersilie. In: Zeitschrift Gemüse. Seite 16. 


Echter Mehltau (Erysiphe heraclei)

Echter Mehltau an Petersilie (rechts), Foto: J.Kreiselmaier.

Eine Pilzkrankheit, die an Petersilienbestände großen Schaden anrichten kann.

Schadbild und Lebensweise

  • Der sogenannte Schönwetterpilz findet vor allem im Sommer und Früherbst günstige Bedingungen.
  • Bei einem Befall bildet sich auf den infizierten Blättern ein puderiger, weißlicher Überzug.
  • Auch die Blattstiele bekommen den weißlichen Überzug.
  • Pilzkrankheit, die oftmals an Topfpetersilie auftritt.
  • Im Binokular sieht man das feine Myzel und die Sporenträger mit den Konidien oder Oidien.
  • Bei einem stärkeren Befall sterben die Blätter ab und vergilben.
  • An befallenen Petersilien Beständen kann der Pilz überwintern.
  • Der Pilz überdauert auch auf Pflanzenresten mit Hilfe seiner Kleistothecien.
  • Im Frühjahr bilden sich in den Kleistothecien Ascosporen.
  • Die Sporen werden mit Luftbewegungen verbreitet.
  • Bei günstigen Bedingungen wächst der Pilz in das Pflanzengewebe ein.

Wirtspflanzen

  • Doldenblütler Arten, jedoch unterschiedliche Empfindlichkeit.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Robuste bzw. tolerante Sorte bevorzugen.
  • Häufiges bewässern hemmt die Pilzentwicklung.
  • Fruchtwechsel
  • Bei Bedarf vorbeugend zugelassene Pflanzenschutzmittel einsetzen.
  • Den Einsatz von Pflanzenstärkungsmittel prüfen.

Weitere Infos


Falscher Mehltau (Plasmopara crustosa)

Falscher Mehltau an der Blattunterseite. (J.Kreiselmaier)

Gefährliche Pilzkrankheit an Petersilie.
Synonyme laut EPPO

  • Peronospora crustosa
  • Plasmopara nivea
  • Plasmopara umbelliferarum

Schadbild und Lebensweise

  • Die Pilzart gehört zur Familie der Peronosporaceae.
  • Der Pilz dringt mit seinen Haustorien in die Wirtszellen ein.
  • Befallsbeginn meist an den älteren Blättern.
  • Sehr dichte Bestände fördern den Befall.
  • Erstbefall vor allem an den feuchteren Stellen in Bodennähe.
  • Weißer Sporenrasen, vor allem an der Blattunterseite.
  • Weißer Sporenrasen evtl. auch an den Blattstielen.
  • Eventuell auch ein weißer Sporenrasen an der Blattoberseite.
  • Nach einem längeren Befall sieht man an der Blattoberseite gelbe Flecken.
  • Bei einem starken Befall sterben die ganzen Pflanzen ab.
  • Wird seit 2000 in der Pfalz beobachtet.

Wirtspflanzen

  • Anthriscus, Carum, Daucus, Foeniculum,Levisticum, Pastinaca, Petroselium. (vorläufige Zuordnung)

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Wenn möglich, weniger empfindliche Sorten bevorzugen (Siehe Sortenempfehlungen).
  • Befallenen Bestände nach der Ernte bzw. sobald möglich, beenden.
  • Kein Anbau in einer Gewanne mit einem befallenen Bestand.
  • Blattnässe Perioden im Rahmen der Bewässerung minimieren.
  • Sehr schwer mit Pflanzenschutzmittel bekämpfbar.
  • Pflanzenstärkungsmittel können helfen.

Weitere Infos


Fusarium (Fusarium oxysporum f. sp. apii)

Fusarium Befall an Petersilie. (J.Kreiselmaier)

Eine Fusarium Unterart, die Petersilie befallen und schädigen kann.

Schadbilder und Lebensweise

  • Es entsteht eine Wuchshemmung.
  • Es kommt zu einer Blattvergilbung.
  • Das wasserleitende Xylem verfärbt sich braun und behindert den Wassertransport.
  • Die Wurzelbildung ist gestört.
  • Bei einem starken Befall kann auch eine Fäulnis entstehen.
  • Befallenen Pflanzenteile können den Pilz übertragen.
  • Die Fusarium Chlamydosporen können mehrere Jahre im Boden überdauern.
  • Bodentemperaturen im Bereich von 17-20°C sind für den Pilz besonders förderlich.
  • Die Sorten sind unterschiedlich anfällig.

Wirtspflanzen: Fusarium oxysporum

  • Apium graveolens, Petroselium crispum.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Stärker befallene Parzellen meiden.
  • Ein Fruchtwechsel von 5 Jahre einhalten.
  • Einzelne befallenen Pflanzen sobald möglich hygienisch sauber entfernen.
  • Befallene Bestände nach der Ernte sobald zerkleiner und einarbeiten.
  • Es gibt teilresistente Sorten gegen die Rasse Foa 2

Sortenempfehlungen nutzen

Weitere Infos


Grauschimmel (Botrytis cinerea)

Botrytis an Petersilie. (J:Kreiselmaier)

Eine Pilzkrankheit, die insbesondere bei ungünstigen Wachstumsbedingungen der Petersilie zum Problem werden kann.
Synonyme

  • Botryotinia fuckeliana und Sclerotinia fuckeliana

Schadbild und Lebensweise

  • Es entsteht ein grauer Pilzrasen auf Stängel und Blätter.
  • Blätter und Stängel verbräunen und sterben ab.
  • Sehr dichte Bestände fördern den Befall.
  • Lange Blatt- und Stängel-Nässe begünstigen den Befall.
  • Der Gewächshausanbau im Winterhalbjahr ist bes. gefährdet.
  • Der Pilz befällt vor allem geschwächtes oder geschädigtes Gewebe.
  • Eine hohe Luftfeuchtigkeit über 85% begünstigt die Grauschimmel Entwicklung.
  • Schon ab einer Temperatur von über 5°C ist eine Pilzinfektion möglich.
  • Besonders begünstigt ein Luffeuchtigkeit über 95% und Temperaturen von 15-20°C das Pilzwachstum.

Wirtspflanzen
Allium, Beta, Brassica, Capsicum, Cichorium, Cucumis, Cucumis, Cucurbita, Cynara, Daucus, Helianthus, Lactuca, Lens, Phaseolus, Pisum, Rumex, Solanum, Solanum, Valerianella, Vicia und viel andere Arten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Eine weniger dichte Bestandsdichte wählen.
  • Bei der Bewässerung auf eine Minimierung der Blattnässe achten.
  • Tropfbewässerung ist vorteilhaft.
  • Bei Bedarf zugelassene Fungizide einsetzen.

Weitere Infos



Rhizoctonia (Rhizoctonia solani)

Rhizoctonia an Wurzelpetersilie. (J.Kreiselmaier)
  • Eine weitverbreitete Pilzkrankheit, die auch Petersilie sowohl am Laub als auch an den Wurzeln bzw. Rüben stark schädigen kann.

Synonyme

  • Corticium sasakii, Thanatephorus cucumeris, Thanatephorus sasakii

Schadbild und Lebensweise

  • Die Blätter vergilben und sterben ab.
  • Oftmals Befallsbeginn punktförmig im Bestand.
  • Der Pilz befällt vor allem die Wurzeln.
  • Das Wurzelgewebe wird zerstört, so dass später das Laub verfärbt und abstirbt.
  • Ein sehr hohe Stickstoffversorgung des Bodens begünstigt das Pilzwachstum.
  • Feuchte Bestände (Boden und Pflanzen) fördern die Pilzentwicklung.
  • Wurzelverletzungen z.B. duch Nematoden kann das Befallsrisiko erhöhen.
  • Bei Temp. unter 10°C findet kaum eine Infektion statt.
  • Bei 20°C und ausreichender Feuchte entwickelt sich der Pilz rasant.
  • Der Pilz überdauert mit Hilfe seiner Mikrosclerotien.
  • Die Mikrosclerotien sind nur etwa 1-2 mm groß und bräunlich bis schwarz.
  • Die Mikrosclerotien können für viele Jahre im Boden überdauern.

Wirtspflanzen

  • Allium, Anethum, Apium, Artemisia, Beta, Brassica, Capsicum, Cichorium, Citrullus, Coriandrum, Cucumis, Cucurbita, Daucus, Diplotaxis, Eruca, Glycine, Helianthus, Lactuca, Lens, Ocimum, Phaseolus, Physalis, Pisum, Raphanus, Rosmarinus, Solanum, Spinacia, Thymus, Valerianella, Vicia und viele weitere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreie Parzellen (ohne Mikrosklerotien im Boden) wählen.
  • Fruchtfolge optimieren z.B. durch Wechsel mit Getreideanbau.
  • Sorten bei denen die Umblätter weniger am Boden aufliegen werden weniger befallen.
  • Optimierte Feldhygiene zur Minimierung der Mikro-Sklerotienbildung, z.B. sofort nach der Ernte Bestandsreste zerkleiner und einarbeiten.
  • Hochpflanzung ist vor allem im Gewächshausanbau sinnvoll und kann das Befallsrisiko verringern.
  • Mulchpapier und Muchfolie nur hilfreich, wenn die Pflanzlöcher nicht größer als die EPT.
  • Bei Gewächshausanbau alle Erntereste sammeln und abfahren.
  • Eine biologische Bekämpfung mit Antagonisten von Rhizoctonia kann befallsmindern sein.

Weitere Infos


Septoria Blattflecken (Septoria petroselini)

Eine der gefährlichsten Pilzkrankheit, die großen Schaden an Petersilien Kulturen verursachen kann.

Septoria Blattflecken an Petersilie mit Pyknidienbildung. (J.Schlaghecken)

Schadbild und Lebensweise

  • Insbesondere beim Anbau von Blattpetersilie von großer Bedeutung.
  • Dabei ist insbesondere der zweite Schnitt gefährdet.
  • An den Bättern bilden sich gelblich bis bis braungraue Flecken in unterschiedlicher Größe.
  • Auch die Stängel können befallen werden.
  • Eine lange Blattnässe und Temperaturen über 20°C begünstigen das Pilzwachstum.
  • Bei regnerisch warmem Wetter kann sich die Krankheit rasant entwickeln.
  • In wenigen Wochen können ganze Bestände vernichtet werden.
  • In den befallen Pflanzenpartien enstehen die punktartigen, schwärzlichen Pyknidien.
  • In den Pyknidien bilden sich massenweise Pilzsporen.
  • Mit einer Lupe kann man die Pygnidien gut erkennen.
  • Die Pilzkranbkheit kann mit dem Saatgut übertragen werden.
  • Die Sorten sind unterschiedlich anfällig.

Wirtspflanzen

  • Petroselium crispum.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreies Saatgut verwenden.
  • Pilliertes Saatgut kann die Saatgutübertragung verringern.
  • Weniger empfindliche Sorten wählen.
  • Befallsfreie Jungpflanzen verwenden. Vor der Pflanzung die Pflanzen genau kontrollieren.
  • Befallene Parzellen meiden.
  • Fruchtwechsel optimieren. Möglichst eine dreijährige AnbaupAuse einhalten.
  • Lange Blattnässe von über 70 Stunden vermeiden.
  • Regenverdaulichkeit des Bodens verbessern.
  • Bei Bedarf zugelassene Fungizide einsetzen.

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Umfallkrankheiten (Alternaria, Phoma, Pythium, Rhizoctonia)

Umfallkrankheit an Petersilie. (J.Kreiselmaier

Umfallkrankheiten können, insbesondere bei Direktsaatkulturen und ungünstiger Fruchtfolge Schaden anrichten.

Erreger

  • Bei einem Pythium-Befall kommen verschiedene Arten in Frage.
  • Pythium mastophorum, ultimum, irregulare, paroecandrum und sylvaticum sind wohl die wichtigten Arten

Schadbild und Lebensweise

  • Die Keimlinge kümmern oder sterben ab.
  • Oftmals zeicht sich ein Befall Nesterweise.
  • An den normalerweise weißen Wurzel zeigen sich Verfärbungen.
  • Die befallenen Stellen vefärben bräunlich.
  • Bei einem stärkeren Befall werden ganz Wurzelbereiche zerstört.
  • Damit wird das Wurzelsystem immer stärker verkleinert.
  • Mit einem zunehmendem Befall kommt es zu Blattvergilbungen.
  • Bei einem starken Befall sterben die Keimlinge ab.
  • Manchmal können sich die Pflanzen von einem leichteren Befall wieder erholen.

Wirtspflanzen

  • Verschiedene Pflanzenarten, z.B. Gemüsearten und einige Beikräuter-Arten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallene Parzellen meiden.
  • Fruchtwechsel optimieren.
  • Wenn zugelassen, eine Saatgutbeizung in Betracht ziehen.
  • Bei der Pflanzenanzucht befallsfreie Substrate vewenden.
  • Substrate mit einen niedrigen pH-Wert mindert das Befallsrisiko.

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Violetter Wurzeltöter (Helicobasidium brebissonii)

Violetter Wurzeltöter an Knollensellerie (Hinrichs-Berger)

Der Violette Wurzeltöter, bekannt als Knollensellerie Problem kann auch beim Anbau von Wurzelpetersilie zu Qualitäts- und Ertragsverlusten führen.

Schadbild und Lebensweise

  • Synonyme: Helicobasidium purpureum, Rhizoctonia crocorum, Rhizoctonia medicaginis, Rhizoctonia violacea und Sclerotium crocorum.
  • Der Pilz befällt die Petersilien Pflanzen im Feld.
  • Die Befall der Petersilien Wurzelen (Rüben) beginnt vom Boden her.
  • Auf den Befallsstellen bildet sich ein dunkelviolettes Pilzgeflecht.
  • Oftmals tritt der Befall nesterartig auf.
  • Es können sich Dauersporen (Sclerotien) bilden, die mehrere Jahre überleben.
  • Hohe ph-Werte begünstigen den Pilz.
  • Besonders Temperaturen über 20°C befördern die Pilzentwicklung.
  • Übernässung und Wasserstau im Feld förden den Pilz.
  • Im Wurzelpetersilien Rübenlager ist eine schnelle Weiterverbreitung des Pilzes möglich.

Wirtspflanzen

  • Apium graveolens, Beta, Cichorium, Daucus carotta, Medicago sativa, Petroselium, Solanum tuberosum, Trifolium, u.a.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Fruchtwechsel von mindestens 4 Jahre.
  • Weniger Wirtspflanzen in der Fruchtfolge.
  • Eine gute Regenverdaulichkeit der Böden sicherstellen.
  • Ein zu mastiges Wachstum vermeiden. Nmin-Analysen nutzen!
  • Nur gesunde Wurzelpetersilien Rüben einlagern.
  • Bei einer längeren Lagerung möglichst nahe 0°C.

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Weißfäule (Sclerotinia sclerotiorum)

Sclerotinia Befall an Blatt-Petersilie. (J.Kreiselmaier)
Sclerotinia Befall an Wurzel-Petersilie. (J.Schlaghecken)

Pilzkrankheit, die Petersilie, vor allem im Winteranbau im Gewächshaus und bei der Lagerung von Petersilien Wurzeln gefährlich werden kann.

Schadbild und Lebensweise

  • Blätter vergilben und sterben ab.
  • Ältere Blätter in Bodennähe werden meist als erstes infiziert.
  • Es entsteht ein weiße, wattiges Myzel.
  • Gefährdet sind vor allem Gewächshaus Bestände im Winterhalbjahr.
  • Später bilden sich die schwarzen, bohnenartigen Dauerkörper, die Sclerotien.
  • Ein Befall der Freiland Kulturen ist eher selten.
  • Gefährdet sind aber auch die Wurzelpetersilien Kulturen.
  • Auch bei der Rübenlagerung kann es zu einem Befall kommen.
  • Bei einer Lagerfäule erfolgte die Infektion meist schon auf dem Feld.
  • Verletzungen des Pflanzengewebes erleichtern eine Infektion.
  • Im Lager kann es auch zu einer Weichfäule ohne ein weißes Myzel kommen.
  • Besonders günstige Infektionsbedingungen herrschen bei 15-21°C.
  • Zur Auskeimung der Ascosporen benötigt der Pilz eine Feuchteperiode von 16-72 Stunden.
  • Der Pilz hat eine sehr große Anzahl an Wirtspflanzen.

Wirtspflanzen

  • Allium, Anthriscus, Apium, Borago, Brassica, Brassica, Capsicum, Cichorium, Cucumis, Cynara, Daucus, Diplotaxis, Helianthus, Ipomoea, Lactuca, Lens, Lepidium , Phaseolus, Petroselium, Pisum, Portulaca, Raphanus, Solanum, Solanum, Vicia und viel andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Beim Winteranbau im Gewächshaus möglich längere Nässe und Taubildung minimieren.
  • Vorsicht vor zu dichten und mastigen Beständen.
  • Befallene Pflanzen, isbesondere mit Sclerotien, entfernen.
  • Stärker befallene Parzellen meiden.
  • Den Fruchtwechsel optimieren.
  • Eine biologische Bekämpfung in Erwägung ziehen.
  • Nur gesunde Petersilien Rüben einlagern.
  • Zur Einlagerung der Rüben sollten diese gut abgetrocknet sein.
  • Im Lager möglichst tiefe Temperaturen, nahe 0°C anstreben.

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Schädlinge

Eine beachliche Anzahl an Schädlingsarten können Petersilien Bestände schädigen.

Blattläuse (Aphis, Cavariella und andere)

Gierschblattlaus. (J.Schlaghecken)

Durch die Saugtätigkeit verschiedener Blattlausarten kann es zu Schäden an Petersilien Kulturen kommen.

Bedeutende Arten sind u.a.

  • Schwarze Bohnenblattlaus (Aphis fabae).
  • Gierschblattlaus (Cavariella aegopodii).

Schadbild und Lebensweise der Gierschblattlaus

  • Es entsteht eine Kräuselung am Pastinaken Laub.
  • Gierschblattläuse sind etwa 1-3 mm groß.
  • Sie treten vor allem von Mai bis September an den Pastinaken Pflanzen auf.
  • Man findet sie bes. an den jungen Blättern in Kolonien.
  • Die Gierschblattläuse überwintern in Eiform an Weidenbäume (Salix fragilis).
  • Die Blattläuse können auch an Doldenblütler Pflanzen überwintern.
  • Etwa Mitte Mai entstehen geflügelte Formen, die ihre Sommerwirte aufsuchen.
  • Sommerwirte sind Doldenblütlerarten wie Möhren, Dill, Fenchel, Giersch, Pastinaken, Petersilie, Sellerie usw.

Wirtspflanzen der Gierschblattlaus

  • Anethum graveolens, Daucus carota, Foeniculum vulgare, Pastinaca sativa, Petroselinum crispum, Salix, Vicia faba u.a.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Blattlausfreie Jungpflanzen verwenden.
  • Wiederholt Bestandskontrollen durchführen.
  • Bei Bedarf zugelassene Insektizide einsetzten.
  • Eingesetzte Insektizide sollten nützlingschonend sein.

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Hasen oder Kaninchenfraß

Hasen/Kaninchen-Fraß+Kot an Petersilie (J.Kreiselmaier)

In Einzelfällen werden Petersilien Bestände durch den Fraß von Hasen und Kaninchen geschädigt.

Schadbild und Lebensweise

  • Fraßbeginn meist am Feldrand.
  • Bevorzugt an Stellen, an denen ein schneller Rückzug möglich ist.
  • Erster Schaden am Laub.
  • Gerne auch Fraß an den Blattstielen.
  • Oft liegen dann die Blattstielreste am Boden.
  • Fraßschäden bes. bei allgemeiner Futterkanppheit in der Gemarkung.
  • Meist findet man Hasen- oder Kaninchen-Kot im Bereich der Fraßstellen.

Wirtspflanzen

  • Apium graveolens, Brassica-Arten, Daucus carota, Petroselium und andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Regulierung der Population im Rahmen der Jagdrechte.
  • Notfalls helfen Zäune.

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Mäuse (Wühlmäuse und Feldmäuse)

Mäusefraß an Wurzelpetersilie. Geöffneter Wurzelbereich. (J.Schlaghecken)

Feldmäuse und Wühlmäuse können insbesondere im Herbst und bei einer Überwinterung im Boden Schaden anrichten. Vor allem gefährdet sind Wurzelpetersilien Bestände.

Feldmäuse: Microtus arvalis

  • Sie bewegen sich vorwiegend oberirdisch.
  • Ihre Laufwege sind gut zu sehen.
  • Ihr Fell ist einfarbig dunkelgrau bis hellgrau oder braun.
  • Die Tiere sind meist 9-12 cm lang.
  • Die Ohren sind abgerundet und fallen kaum auf.
  • Die Schwanzlänge entspricht etwa 1/3 der Körperlänge.
  • Mit Schäden rechnet man, wenn mehr als 1.000 Tiere pro ha auftreten.
  • Die Populationsdichte wechseln stark von Jahr zu Jahr.
  • Pro Jahr gibt es etwa 3-6 würfe mit 4-5 Nachkommen.
  • Insbesondere Wurzelgemüse kann stark angefressen und geschädigt werden.

Wühlmaus (Schermaus): Arvicola terrestris

  • Mit 12-23 cm Länge größer als die Feldmaus.
  • Ihr Fell ist braun bis schwarzbraun.
  • Die Ohren sind kurz.
  • Der Schwanz hat ungefähr die halbe Körperlänge.
  • Die Fraßschäden erfolgen vor allem unterirdisch.
  • Insbesonder Wurzelgemüse kann stark angefressen und geschädigt werden.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Gewanne mit starkem Mäusevorkommen meiden.
  • Zuzugsregionen beweiden (Bodenverdichtung).
  • Bei starkem Vorkommen keine Überwinterung der Wurzelpetersilie im Feld.
  • Fallen aufstellen.

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Möhrenblattfloh (Trioza apicalis)

Der verwandte Blattfloh Trioza urticae. (Sanja)

Der Möhrenblattfloh kann Petersilien Bestände schädigen.

Schadbild und Lebensweise

  • Synonym: Trioza viridula.
  • Erwachsene Möhrenblattflöhe sind etwa 3 mm groß.
  • Die Blattflöhe sind gelbliche grün und haben durchscheinende Flügel.
  • Bei einem Befall kommt es zu einer Blattkräuselung
  • Die Blätter verfärben sich durch den Befall nicht.
  • Ein stärkerer Befall verusacht eine Wachshemmung.
  • Pro Jahr gibt es eine Generation.
  • Je nach Region erfolgt etwa im Mai die Eiablage.
  • Die meisten Eier findet man den Blatträndern.
  • Die Eier sind gestielt.
  • Blattflöhe überwintern gerne an den Nadeln von Nadelgehölzen.

Wirtspflanzen

  • Aegopodium podagraria, Aethusa cynapium, Anethum graveolens, Angelica archangelica, Anthriscus, Apium spp., Carum carvi, Coriandrum sativum, Daucus cartota, Foeniculum vulgare, Levisticum offcinale, Pastinaca sativa, Petroselinum.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallskontrolle mit gelbe Leimtafeln.
  • Bei einem starken Befall Bekämpfung mit einem zugelassenen Insektizid erwägen.

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Möhrenfliege (Chamaepsila rosae) + Selleriefliege (Acidia heraclei)

Möhrenfliegen Schaden an Petersilien Wurzeln (J.Kreiselmaier).

Die Maden der Sellerie- und Möhrenfliegen können auch an den Petersilienpflanzen großen Schaden anrichten. Bes. gefährdert sind Wurzelpetersilienbestände.

Schadbild und Lebensweise der Möhrenfliege

  • Synonym: Psila rosae.
  • Die Möhrenfliege ist in Europa heimisch.
  • Die Fliegen sind etwa 4-5 mm groß.
  • Sie haben einen gelblichen Kopf, rote Augen, eine schwarze Brust, einen schwarzen Hinterleib, gelbe Beine und durchsichtige Flügel
  • Die Fliegen erscheinen etwa ab Anfang Mai, Fraßschäden etwa ab Juni.
  • Die Fliegen legen ihre Eier am Grunde der oberirdischen Pflanzenteile ab.
  • Die schlüpfenden Larven schädigen insbesondere an den Petersilien Wurzeln.
  • Bei einem stärkeren Befall bleiben die Pflanzen im Wuchs zurück.
  • Die Blattstiele der befallen Pflanzen verfärben sich im unteren Teil z.B. violett und die Wurzeln rostbraun.
  • Später gibt es auch Fraßgänge mit Verfärbungen an den Wurzeln.
  • Sekundär kann dann auch noch eine Fäulnis entstehen.
  • Die Larven können überwintern.

Wirtspflanzen beider Arten

  • Apium graveolens, Daucus carota, Pastinaca sativa und Petroselinum crispum.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Weiter Fruchtwechsel mit Nicht-Wirtspflanzen.
  • Anbau in Regionen mit wenig Möhren-, Pastinaken-, Petersilie- und Sellerieanbau.
  • Anbau in windoffenen Lagen.
  • Bedecklung der Bestände mit einem Insektenschutznetz, Maschenweite 1,2 x 1,6 mm.
  • Kontrolle der Flugaktivitäten mit Hilfe von Gelbtafeln.
  • Bekämpfung der Fliegen bei sehr starkem Auftreten mit einem zugelassenen Insektizid prüfen.

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Nematode: (Meloidogyne- und Pratylenchus-Arten)

Paratylenchus Befall am verwandten Sellerie links im Bild.
Foto vom LfL Freising.

Die verschiedenen Arten von Meloidogyne und Pratylenchus-Nematoden können auch an Petersilien Bestände auftreten und Schäden hervorrufen.

Wichtige Arten sind u.a.

  • Paratylenchus bukowiensis
  • Paratylenchus hamatus
  • Meloidogyne hapla
  • Meloidogyne incognita

Schadbild und Lebensweise Paratylenchus spp.

  • Gehören zu den Wandernden Wurzelnematoden.
  • Die auch als "Möhrenmüdigkeit" bezeichnete Krankheit kann auch an Petersilien Kulturen Schaden anrichten.
  • Ein Erstbefall tritt oftmals erst nesterweise auf.
  • Es entstehen unterschiedliche Schadymptome.
  • Auffallend ist zunächst die Wachstumsdepression.
  • Zur näheren Bestimmung sollte man einige Pflanzen ausgraben.
  • Insbesondere bei Wurzelpetersilie wird die ungewöhnlich starke Feinwurzelbildung gut sichtbar.
  • Die Nematoden saugen an den Feinwurzeln.
  • Im Laufe der Zeit verfärben sich die Wurzeln rostbraun.
  • Bei einem stärkeren Befall sterben die Wurzeln ab.
  • Es gibt eine erstaunlich große Anzahl an Wirtspflanzen.
  • Meloidogyne hapla kann auch Petersilien Pflanzen befallen und zeigt ähnliche Schadsymptome.

Wirtspflanzen von Meloidogyne incognita
laut Pestinfo Allium, Amaranthus, Anethum graveolens, Apium graveolens, Asparagus officinalis, Beta vulgaris, Brassica napus, Brassica-Arten, Capsicum, Chenopodium, Cichorium, Citrullus, Coriandrum sativum, Cucumis melo, Cucumis sativus, Cucurbita, Daucus carota, Eruca, Fagopyrum esculentum, Foeniculum vulgare, Fragaria, Glycine max, Ipomoea batatas, Lactuca, Matricaria chamomilla, Medicago sativa, Melissa officinalis, Mentha, Nasturtium officinale, Nicotiana tabacum, Ocimum, Pastinaca sativa, Petroselinum crispum, Phaseolus, Piper nigrum, Pisum sativum, Portulaca, Raphanus sativus, Salvia rosmarinus, Satureja, Sinapis alba, Solanum, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Solanum tuberosum, Sorghum, Spinacia oleracea, Thymus, Trifolium, Triticum, Vicia faba, Zea mays udn viele andere aus dem nicht Gemüsebereich.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Bei Bedarf den Befallsgrad einer Parzelle untersuchen lassen.
  • Stärker befallenen Flächem meiden.
  • Wirtspflanzen in der Fruchtfolge stark reduzierren.
  • Auf befallene Flächen Anbau von weniger attraktiver Pflanzenarten.
  • Bei Pratylenchus bukowinensis Problem nicht befallene Pflanzenarten aus folgendn Familien anbauen Poaceae, Fabaceae, Solanaceae oder Asteraceae.
  • Anbau von Tagetes als Feindpflanze prüfen.
  • Biofumigation mit Ölrettich usw. in Betracht ziehen.

Weitere Infos


Petersilienrüsselkäfer (Calosirus terminatus)

Fraßschaden der Rüsselkäfer-Larven. (J.Kreiselmaier)

Eine Käferart, deren Larven die Petersilienbestände stark schädigen können.

Schadbild und Lebensweise

  • Rüsselkäfer mit einer Größe von 1,8 bis 2,5 mm.
  • Rötlich verfärbtes Petersilienlaub kann auf eine Rüsselkäfer Befall hinweisen.
  • Die Larven fressen am Wurzelkopf die Blattstiel an.
  • Durch den Larvenfraß kann eine Mehrköpfigkeit entstehen.
  • Die Larven sind beinlos und gelblich mit einem braune Kopf.
  • Die Larven werden etwa 40-50 mm lang.
  • Mit dem Auftreten ist je nach Region etwa in Juni und Juli zu rechnen.
  • Die Verpuppung der Larven erfolgt in Erdhöhlen.
  • Pro Jahr gibt es eine Generation.

Wirtspflanzen

  • Apium graveolens, Daucus carota, Carum carvi, Petroselinum.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Größere Schäden sind erher selten.
  • Bei den wöchentlichen Feldkontrollen im Sommer auch diesen Schädlingsbefall überwachen.
  • Den regionalen Pflanzenchutz Warndienst nutzen.
  • Bei einem stärkeren Befall evtl. zugelassene Insektizide einsetzen.

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Raupenfraß (Eulenraupen und andere Arten)

Eulenraupenfraß an Petersilie. (J.Kreiselmaier)

Verschiedene Raupenarten fressen gerne an Doldenblütler Pflanzen und damit auch Petersilien Blätter. Der Schaden ist meist nur geringfügig, kann im Einzelfall jedoch von größerer Bedeutung sein.

Mögliche Arten sind u.a.

  • Flohkrauteule (Autographa gamma) und andere Eulenfalter
  • Möhrenzünsler (/Pyrausta palealis)
  • Schattenwickler (Cnephasis-Arten)

Schadbild und Lebensweise

  • Verschiedene Falter legen ihre Eier am Laub den Petersilienpfalnzen ab.
  • Die schlüpfenden Raupen ernähren sich vom Laub der Petersilien Pflanzen.
  • Auch die Blattstiele werden gefressen.
  • Bei einem starken Raupenvorkommen kann es zu einem Totalausfall kommen.

Wirtspflanzen

  • Apium graveolens, Daucus carota, Pastinaca sativa, Petroselinum crispum und andere Doldenblütler.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Es sind keine besonderen Vorbeugemaßnahmen nötig.
  • Eine wöchentliche Bestandskontrolle ist empfehlenswert.
  • Wenn möglich, den regionalen Warndienst nutzen.
  • Wenn nötig, zugelassene Insektizide einsetzen.
  • Nützlingsschonende Insektizide bevorzugen.
  • Die Insektizide wirken am besten im Jugendstadium der Raupen.

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Schnecken (Arion, Deroceras u.a.)

Schneckenfraß an Petersilie (J.Schlaghecken)

Schnecken können Petersilie Kulturen schädigen.

Die wichtigsten Nacktschnecken Arten

  • Ackerschnecken (Deroceras-Arten)
  • Egelschnecken (Limax-Arten)
  • Kielnacktschnecken (Milax-arten)
  • Wegschnecken (Arion-Arten

Schadbild und Lebensweise

  • Fraßschäden an Blätter oder Blattstiele.
  • Schleimspuren weisen auf eine Schneckenfraß hin.
  • Kontrollgänge sind spät abends oder früh morgens empfehlenswert.

Wirtspflanzen

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Neben riskannten Rückzugsorten einen Pflanzstreifen frei lassen.
  • Regelmäßige Bestandskontrollen. bes. neben Rückzugsorte.
  • Bei Bedarf Schneckenkorn einsetzen.
  • Kalkstickstoff hat eine Nebenwirkung.

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Spinnmilbe bzw. Rote Spinne (Tetranychus urticae)

Spinnmilben Befall an Petersilie (J.Kreiselmaier)

Spinnmilben können, insbesondere in sehr trockenen und heißen Sommer- und Herbstmonaten, Petersilien Bestände schädigen. Mit zunehmender Klimaerwärmung könnte der Schädling noch an Bedeutung gewinnen.

Schadbilder und Lebensweise

  • Spinnmilben schädigen durch ihre Saugtätigkeit.
  • Befallene Blätter zeigen zunächst punktuelle, weißliche Vergilbungen.
  • Später werden ganz Blattpartien zwischen den Blattadern immer heller und sterben ab.
  • Die Blattadern bleiben auffallend grün.
  • Bei einem starken Befall werden die Blätter von einem feinen Gespinst überzogen.
  • Die vielen winzigen Spinnmilben sieht man erst richtig gut mit einer Lupe.
  • Tetranchus urticae Spinnmilben sind sehr klein und haben eine Größe von 0,3-0,6 mm
  • Sie überwintert ausschließlich in Form der orangeroten "Winterweibchen" und können Fröste gut überleben.
  • Die Weibchen produzieren im Laufe ihres zwei- bis fünfwöchigen Lebens etwa 50 bis 100 Eier.
  • Tetranychus urticae durchläuft die Entwicklungsstadien: Ei, Larve, Protonymphe, Deutonymphe und adultes Tier.
  • Die Eier befinden sich meist an der Blattunterseite.
  • Ihre Farbe variiert von orange, hellgelb oder hellgrün bis dunkelgrün, rot, braun oder nahezu schwarz.
  • Charakteristisch sind die zwei dunklen seitlichen Flecken.
  • Spinnmilben lieben Temperaturen über 20°C und eine niedrige Luftfeuchtigkeit.
  • Auch Freilandgurkenbestände können befallen und geschädigt werden.
  • In Hitze- und Trockenperioden besteht ein größeres Befallsrisiko.
  • Der Erstbefall erfolgt oft vom Feldrand her, da wo die Bewässerung weniger optimal ist.

Wirtspflanzen

  • Apium, Cucumis, Cucurbita, Petroselium, Phaseolus und andere.

Vorbeugung und Bekämpfung im Feiland

  • Vor allem in Hitzeperioden eine ausreichende Bewässerung sicherstellen.
  • Eine häufiger Bewässerung zur Erhöhung der Luftfeuchte und Temperatursenkung ist hilfreich.
  • Die Möglichkeit der Zuwanderung von benachbarten Wirtspflanzen minimieren.
  • Bei Befallsverdacht ständige Befallskontrolle.
  • Bei Bedarf den Einsatz zugelassenen Mitteln erwägen.
  • Eine Bekämpfung mit Insektizide ist generell sehr schwierig.

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Wanzen (Halyomorpha, Lygus, Nezara u.a.)

Wanzenbesuch an Petersilienpflanze (J.Kreiselmaier)

In den letzten Jahren kommt es verstärkt zu Wanzenschäden an verschiedenen Gemüsearten. Auch Petersilienpflanzen können geschädigt werden.

Aktuelle Wanzenarten

  • Halyomorpha halys (Marmorierte Baumwanze)
  • Lygus pratensis (Gemeine Wiesenwanze
  • Nezara viridula (Grüne Reiswanze)
  • und verschiedene andere

Schadbild und Lebensweise am Beispiel Marmorierte Baumwanze

  • Es entstehen kleine bräunliche Nekrosen an den Blättern.
  • Die Wanzen sind sehr scheu und verstecken sich sofot bei einer Annäherung.
  • Eine Verwechselung mit einem Calcium/Bor-Mangel ist möglich.
  • Die Marmorierte Baumwanze überwintert als erwachsenes Tier (Imago).
  • Sie werden aktiv, wenn die Temperaturen 14°C überschreiten.
  • Die Eiablage beginnt etwa, wenn die Temperaturen über 15°C liegen.
  • Erste Schäden sind etwa ab Juni zu erwarten.
  • Die Marmorierte Baumwanze bildet ein bis zwei Generationen pro Jahr.
  • Die Klimaerwärmung fördert die Population der Wanze.

Wirtspflanzen

  • Apium graveolens, Daucus carota, Petroselium, Phaseolus, Physalis, Solanum, Zea mays und andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Schutznetze können helfen sind aber kaum prakikabel.
  • Bei Bedarf Einsatz von zugelassenen Insektiziden.
  • Sicherstellen, dass die Spritzbrühe auch gut die Herzblätter benetzt.
  • Bewährt hat sich eine Erhöhung der üblich Wassermengen.

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Wurzelläuse (Dysaphis-Arten und Pemphigus phenax)

Wurzelläuse an Petersilien Wurzel. (J.Schlaghecken)

In einigen Regionen, insbesondere bei günstigen Winterwirt-Vorkommen, siedeln sich Wurzelläuse auch an Petersilien Bestände an und schädigen diese.

Schadbild und Lebensweise

  • Es kommt zu einer Wuchshemmung der Petersilie.
  • Bei einem stärkeren Befall entstehen Ertragsverluste.
  • An den Wurzelhälsen findet man Pflanzenläuse.
  • Dysaphis-Arten saugen insbesondere am Möhren und Petersilienpflanzen.
  • Meistens siedeln sich dann auch Ameisen an, die die Pflanzenläuse melken.
  • Die Wurzelläuse sondern Honigteu ab, den die ameisen als Futter verwenden .
  • Die Wurzelläuse leben im Winter auf ihrem Winterwirt und wandern im Frühjahr zu ihren Doldenblütler Sommerwirten, wie z.B.der Petersilie.
  • Im Herbst bilden sich geflügelte Tiere, die zu ihrem Winterwirt, einem Weißdorn-Gehölz, fliegen.

Sommer-Wirte

  • Daucus carota, Petroselium

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Möglichst keine Anbau in einer Gewanne mit einem großem Vorkommen an Winterwirte.
  • Eine direkte Bekämpfung ist sehr schwer.
  • Beregnung mindert etwas die Schädlingspopulation.

Weitere Infos



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Aktuelle Pflanzenschutzempfehlung zum Anbau von Petersilie


Aktuell möglicher Einsatz von Pflanzschutzmitteln

In der Datenbank PS-INFO findet man einfach und schnell, für die jeweils ausgewählte Gemüsekultur, die aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmittel. Im Bereich Petersilienanbau ist zu unterscheiden: Arzneipetersilie, Petersilie, Schnittpetersilie und Wurzelpetersilie

Logo PS Info.jpg



Siehe auch in Hortipendium


Autoren und Mitwirkende

  • Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Freising
  • Gammelgaard Magnus, Dänemark. Plante-Doktor
  • Kreiselmaier Jochen, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR-Rheinpfalz), Neustadt/Wstr.
  • Mahler Kerstin, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR-Rheinpfalz), Neustadt/Wstr.
  • Schlaghecken Josef, Neustadt/Wstr.
  • Ulrich, Roswitha, Pflanzenschutzdienst Hessen, in Wetzlar
  • Wikimedia: Mehrere Fotos.
  • Ziegler Joachim, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR-Rheinpfalz), Neustadt/Wstr.
  • Weitere Autoren und Helfer sind willkommen und könnten das Angebot sicherlich noch verbessern.


Quellen


Weblinks