Pastinaken Pflanzenschutz

Aus Hortipendium
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Pastinaken Schadbilder
(Mahler, Kreiselmaier, Schlaghecken)
Vorbeugen ist besser als heilen.jpg

Beim Anbau von Pastinaken (Pastinake sativa), sowie im Pastinaken Lager können verschiedene Krankheiten und Schädlinge Probleme bereiten. Sogar nach dem Abpacken, z.B. in Beutel, entwickeln sich noch Krankheiten und führen zu Ausfällen. Es ist deshalb zu empfehlen, schon vor Beginn des Anbaus, über eventuell notwendige und sinnvolle Vorbeugemaßnahmen nachzudenken.

Achtung
Bei der Darstellung der Schadbilder, wurde auf Grund fehlener Fotos, mehrfach ein Befallsfoto von der eng verwandten Möhrenkultur verwenden. Da die Schadbilder an beiden Pflanzenarten sehr ähnlich sind, können auch diese Fotos bei der Erregerbestimmung an Pastinaken Kulturen helfen.

Inhaltsverzeichnis

Vorbeugender Pflanzenschutz schon bei der Pastinaken Anbauplanung

Dammkultur bietet beim Pastinaken Anbau Vorteile
  • Fruchtwechsel optimieren.Siehe Hortipendium Artikel.
  • Grundsätzlich kein Pastinaken Anbau nach Doldenblütler.
  • Keine Parzellen mit einer größeren Belastung an aktuellen, bodenbürtigen Krankheiten.
  • Keine Parzellen mit einer größeren Belastung an aktuellen, bodenbürtigen Schädlingen (z.B. Nematoden).
  • Keine stark steinige Parzellen verwenden.
  • Keine Böden mit Verdichtungen wählen.
  • Keine Parzelle mit größeren Bodensenken wählen. (Wasserstau!)
  • Die Böden vor Anbaubeginn auf ihre Nährstoffversorgung (N,P,K,Mg,B), Humusgehalt, pH-Wert usw. kontrollieren.
  • Keine Parzellen mit einem stärkeren Besatz an Wurzelunkräutern wählen.
  • Der Sortenwahl große Bedeutung beimessen, soweit möglich Resistenzen nutzen.
  • Weitere Information dazu siehe im Hauptartikel Pastinaken
  • Die Möglickheiten eines Einsatzes an Pflanzenschutzmittel im Pflanzenschutz-Informationssystem Gemüsebau überprüfen.


Nichtparasitäre Ursachen

An Pastinaken Bestände können nichtparasitäre Probleme auftreten, die zu einem Gesamtausfall führen können.

Fleckige Braunverfärbung an den Rüben (PA)

Verbräunung an einer Schnittstelle.

Verletzungen am Rübenkörper führen zu einer unerwünschen Verbräunung.

Schadbild und Beschreibung

  • Verletzte Stellen an den Rüben verfärben sich bräunlich.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Verletzungen an den Rüben vermeiden.
  • Anbau auf Sandböden erhöht Befallsrisiko.
  • Die beachtlichen Sortenunterschiede nutzen.

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Hagelschäden

Hagel

Durch Hagel können Pastinaken Bestände stark geschädigt oder auch vernichtet werden.

Schadensbeschreibung

  • Bei leichtem Hagel wird das Laub geschädigt.
  • Bei einem starken Hagel kann das Laub extrem reduziert werden.
  • Eine starke Laubstädigung führt meist zum Totalausfall.
  • Blattverletzungen können zu einem sekundären Krankheitsbefall führen.
  • Hagelschläge gehen oft einher mit starken Niederschlägen, die zu einer Nitrat Verlagferung führen.

Vorbeugung und Maßnahmen

  • Möglichst nicht den gesamten Pastinaken Anbau in einer Gemarkung durchführen.
  • Nach einem Hagelschlag verstärkte Kontrollen auf einen Krankheitsbefall.
  • Nach Hagel Pflegemaßnahmen erwägen.
  • Wegen der möglichen N-Auswaschung die N-Versorgung überprüfen.
  • Abschluß einer Hagelversicherung.


Herbizidschaden

Herbizid Schaden an der verwandten Möhre

Pastinaken Pflanzen sind empfindlich bezüglich einer falschen Herbizidanwendung bzw. einer Herbizidabdrift.

Ursachen

  • Abdrift eines Herbizides vom Nachbarfeld.
  • Überdosierung bei einer Herbizidspritzung.
  • Falsches Stadium der Pastinaken Pflanzen.

Schadbilder

  • Die Schadbilder sind sehr unterschiedlich.
  • Jeder Herbizid-Wirkstoff verursacht spezielle Schadbilder.
  • Bei einer Abdrift bilden sich meist nur leichte Schäden.
  • Einen Abdrift Schaden erkennt man unter anderem an dem Gradient der Schadsymptome.

Vermeidungsstrategien

  • Zur zugelassene Herbizide in der vorgesehenen Menge ausbringen.
  • Keine Herbizidausbringung bei Abdrift verursachendem Wind.
  • Sicherheitsabstand zu empfindlichen Kulturen einhalten.

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Starkregen und Erosion

Erosion durch Starkregen (Kreiselmaier)

Starke Niederschläge können, insbesondere in nicht ebenen Flächen, zu einer Erosion und damit zu großen Ausfällen führen.

Schadensbeschreibung

  • Der Boden wird verlagert und in tiefere Region geschwemmt.
  • Je mehr Gefälle desto größer der Erosionseffekt.
  • Je geringer die Regenverdaulichkeit desto früher die Erosion.
  • Insbesonder unbewachsene Parzellen in hängigem Gelände sind betroffen.
  • Insbesondere frisch ausgebrachte Düngemittel werden verlagert.
  • Eine verstärkte Gewässereutrophierung mit Nitrat ist zu befüchten.
  • Insbesondere frische Einsaaten sind gefährdet.
  • Dammkulturen mit Hangneigung erhöhen das Erosionsrisiko.
  • Im Rahmen der Klimaveränderung ist mit einem vermehrtem Auftreten von Extremwetterlagen zu rechnen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Parzellen mit größeren Bodensenken vermeiden.
  • Dammkulturen quer zur Feldneigung anlegen.
  • Regenverdaulichkeit des Bodens erhören.
  • Bodenverdichtungen beseitigen.
  • Warnwetter APP´s nutzen
  • Vor einer Beregnung die angekündigen Niederschläge berücksichtigen.

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Winderosion

Boden Erosion durch Wind (Kreiselmaier)

Pastinaken Anbau erfolgt oft großflächig auf wenig windgeschützten Flächen. Das vermindert den Befallsdruck durch die Möhrenfliegen, erhöht aber das Auftreten einer Winderosion.

Schadensbeschreibung

  • Der Boden wird verlagert und verfrachtet.
  • Insbesondere frische Einsaaten sind gefährdet.
  • Die oberen Rübenkörber können freigelgt werden und vergrünen.
  • Im Rahmen der Klimaveränderung ist mit einem vermehrtem Auftreten von Extremwetterlagen zu rechnen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Wenn möglich den Humusgehalt der Böden erhöhen.
  • Eine weniger feine Bodenbearbeitung versuchen.
  • In extrem gefährdeten Lagen kleine Strohmengen ausbringen und mit einem Scheibensech leicht eindrücken (englische Methode)
  • Die Anlage von Windschutzpflanzungen überdenken.

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Bakterien Krankheiten

An Pastinaken Bestände können Bakterienkrankheiten auftreten, die einen beachtlichen Schaden anrichten können.

Braunfäule (Pseudomonas marginalis)

Pseudomonas

Bakterielle Krankheit, die die an Blattstiele und Rüben der Pastinaken Schaden anrichten kann.

Schadbild und Lebensweise

  • An dne Blattstielen entsteht eine Weichfäule
  • An den Rüben entsteht eine Braunfäule.
  • Besonders gefährlich wird es in nass-warmen Perioden, wenn dann auch noch Probleme mit der Glasigkeit usw. auftreten und so den Eintritt der Erreger in die Pflanzen erleichtert.
  • Ein Starkregen oder leichter Hagel kann auch Eintrittspforten schaffen.
  • Die Sorten sind leicht unterschiedlich anfällig.

Wirtspflanzen
Apium graveolens, Brassica oleracea, Cichorium, Daucus, Fragaria, Lactuca, Pastinaca sativa, Solanum lycopersicum, Solanum tuberosum, Zantedeschia

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Kein Anbau auf einer stark befallenen Parzelle.
  • Kein Anbau nach einer Wirtspflanze
  • Eine Bekämpfung mit Pflanzenschutzmittel ist nicht möglich.

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Pastinakenkrebs (Itersonilia perplexans)

Itersonilia Befall an der Rübe. (Mahler)
Itersonilia Spitzendürre am Laub. (Mahler)

In den großen Pastinaken Anbaubebieten in Australien, England und USA eine sehr wichtige Krankheit.

Schadbild und Beschreibung

  • Erst Befallssymtome zeigen sich an den Blättern.
  • Es entsteht die sogenannte Spitzendürre an den Blättern.
  • An den Blattstielen entehen bräunliche Flecken.
  • Späer, insbesondere an älteren Beständen werden auch die Rüben befallen.
  • An den Rüben entstehenn bräunliche, schwärzliche oder auch violette Flecken.
  • Die Befallsstellen sind leicht eingesunken.
  • Befallsbeginn oft an der Rübenschulter.
  • Nicht mit Erde bedeckte Rübenschultern sind besonders gefährdet.
  • Der Pilz liebt feucht warme Verhältnisse.
  • 20°C gilt als optimale Tremperatur.
  • Der Pilz überdauert als Chlamydosporen an befallenem Pflanzengewebe oder im Boden.
  • Eine Saatgutübertragung ist möglich.
  • Sekundär siedeln sich evtl. auch noch andere Erreger an.

Wirtspflanzen

  • Anethum graveolens, Callistephus chinensis, Helianthus annuus, Pastinaca sativa, Tanacetum cinerariifolium

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Fruchtechsel optimieren.
  • Kein Anbau auf befallene Parzellen
  • Kein Anbau nach einem Wirtspflanzen-Anbau.
  • Regenverdaulichkeit des Bodens optimieren
  • Erdefreie Rübenschultern vermeiden, evtl. anhäufen.
  • Widerstandsfähigere Sorten bevorzugen.
  • Wöchentliche Bestandskontrolle, evtl. Erntetermin vorziehen.

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Weichfäule (Pectobacterium carotovorum)

Diese Bakterienkrankheit hat viele Wirtspflanzen und kann auch den Pastinaken Anbau schädigen.

Schadbild und Lebensweise

  • Früher Erwinia carotovora
  • Diese Weichfäule beginnt meist an der Rübenschulter.
  • Der Befall begint meist an verletzten Stellen der Pastonaken Pflanzen.
  • Die Enzyme des Pilzes zerstören die Pektine in den Zellwänden, so dass eine Wichfäule entsteht.
  • Befallene Gewebepartien verfärben sich bräunlich.
  • Die zerstörten Gewebepartien werden matschig weich.
  • Auch im Lager kann sich die Fäulnis weiter entwickeln.
  • In Pastinaken-Plastikbeutel herrschen meist gute Bedingungen für das Bakterium.
  • Temperaturen über 15°C sind sehr förderlich für Pectobacterium carotovorum.
  • Niedrige Temperaturen unter 5°C hemmen die Bakterienentwicklung stark.
  • Verletzungen jegliche Art erhöhen das Befallsrisikio.
  • Stauende Nässe im Feld fördert stark diese Krankheit.

Wirtspflanzen

  • Allium, Apium graveolens, Beta vulgaris, Brassica-Arten, Capsicum, Cichorium, Citrullus, Cucumis sativus, Cucurbita, Cynara, Daucus carota, Helianthus annuus, Ipomoea batatas, Lactuca Cucumis melo, Pastinaca sativa, Raphanus sativus, Rheum, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Solanum tuberosum

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Fruchtwechsel optimieren
  • Möglichst keine der Wirtspflanzen als Vorfrucht wählen.
  • Staunässe vermeiden, Regenverdaulichleit der Böden verbessern.
  • Kaliversorgung optimieren.
  • Pflanzenverletzungen minimieren. schonende Pastinaken Ernte.
  • Den Befall bzw. Verletzungen durch Möhrenfliegen Maden und anderen Schädlingen möglichst ausschließen.
  • Eine direkte Bekämpfung mit Bakteriziden ist nicht zugelassen.

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Schorf (Streptomyces-Arten)

Streptomyces an Kartoffel.

Der Erreger des Kartoffel- und Rübenschorfs tritt auch an Pastinaken auf.

Schadbild und Beschreibung

  • Erreger: Streptomyces acidiscabies und Stretomyces caviscabies.
  • Auf den Pastinaken Rüben bilden sich warzenartige Pustel.
  • Die befallen Stellen sind meist rundlich und zunächst weißlich.
  • Im späteren Verlauf siedeln sich oft sekundär andere Bakterienarten an.
  • Im Endstadium bilden sich korkige, bräunliche Strukturen.
  • Sehr hohe pH-Werte sind für die Erreger Entwicklung förderlich.
  • Streptomyces benötigt gut duchlüftete Böden.
  • Die Infektion der Pflanzen erfolgt meist schon im Jugendstadium.
  • Diese Bakterienart bildet im Pflanzengewebe myzelähnliche Geflechte.

Wirtspflanzen

  • Beta vulgaris, Brassica, Cucumis melo, Daucus carota, Ipomoea batatas, Pastinaca sativa, Raphanus sativus, Solanum tuberosum.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Vorsicht vor Parzellen mit einem langjährigem intensiven Kartoffel und Rüben Anbau.
  • Fruchtwechsel optimieren.
  • Möglichkeiten einer pH-Wert Absenkung prüfen.
  • pH-Wert senkende Düngemittel bevorzugen.
  • Bei Befallsverdacht im Jugendstadium Trockenperioden minimieren.
  • Eine direkt Bekämpfung ist nicht möglich.

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Neueste Forschungsergebnisse


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Pilzkrankheiten

An Pastinaken Bestände können Pilzkrankheiten auftreten, die zum Gesamtausfall führen können.

Alternaria (Alternaria radicina)

Alternaria Konidien

Gefährliche Pilzkrankheit, die vor allem das Laub befällt und vernichten kann.

Schadbild und Lebensweise

  • Beim Befall entstehen zunächst gelbliche Blatt-Flecken
  • In einem späteren Stadium verfärben sich die Flecken bräunlich.
  • Der Pilz liebt feucht-warme Bedingungen.
  • Gegen Kulturende erhöht sich die Anfälligkeit der Pastinaken Pflanzen.
  • Besonders der frühe Befall kann großen Schaden anrichten.
  • Feldbedeckungen mit Folie, Vliese und Schutznetze können einen Befall begünstigen.
  • Die Sporen können sich durch die Luft oder durch Regen verbreitet werden.
  • Der Plz kann an befallene Pflanzenreste überdauern.
  • Pflanzen der Wilden Pastinake und Möhren können den Pilz übertragen.
  • Der Pilz kann mit dem Saatgut übertragen werden.

Wirtspflanzen

  • Daucus carota, Pastinaca sativa, Petroselinum crispum

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Fruchtwechsel, mindestens zwei Jahre Anbaupause.
  • Befallsfreies Saatgut.
  • Saatgutbehandlung.
  • Sortenunterschiede beachten.
  • Zur Pastinaken Lagerung nur befallsfreie Ware nehmen.
  • Bei Bedarf zugelassene Fungizide einsetzten.

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Cavity spot (Pythium sp.)

Pilzkrankheit, die Schaden verursachen kann.

Schadbild und Lebensweise

  • Die Pilze dringen in die Pastinaken Wurzeln ein.
  • Je älter der Bestand desto anfälliger werden die Pflanzen.
  • An den Pastinaken Rüben entstehen eingesunkene, graubräunliche Flecken.
  • Das äußere Wurzelgewebe reißt auf.
  • Böden mit schlechter Bodengare befördern den Befall.
  • Staunässe begünstigt den Befall.
  • Sauerstoffmangel scheint ein Rolle zu spielen.
  • Kalziummangel und niedrige pH-Werte sind beteiligt
  • Die Pythium-Erreger können an befallenen Pflanzendteilen überdauern.
  • Die sich bildenden Oosporen sind die Dauerformen des Pilzes.

Wirtspflanzen

  • Daucus carota, Pastinaca sativia

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallene Parzellen meiden.
  • Fruchtwechsel optimieren.
  • Möglichsr drei Jahre vorher keine der oben genannten Wirtspflanzen.
  • Wasserstau vermeiden.
  • Regenverdaulickheit des Bodens verbessern.
  • Bodenkalkungen und pH-Wert Anhebung scheinen den Befall zu verringern.
  • Überversorgung mit Stickstoff vermeiden.

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Cercospora-Blattflecken (Cercospora carotae)

Cercospora am Möhrenlaub (Kreiselmaier)

Eine Pilzkrankheit, die an Pastinaken Schaden anrichten kann.

Schadbild und Lebensweise

  • An den Blättern und Stängel bilden sich kleine bräunliche Flecken.
  • Befallene Blattpartien vergilben.
  • Mit der Zeit vergrößern sich die Befallsflecken und ganze Blätter sterben ab.
  • Ein Frühbefall an jungen Pastinaken Bestände ist besonders gefährlich.
  • Längere Blattnässe fördert die Entwicklung des Pilzes.
  • Pilzfördernd ist eine relative Luffeuchtigkeit von über 85% und Temperaturen im Bereich von 20-30°C
  • Temperaturen unter 15°C und über 30°C hemmend die Pilzentwicklung stark.
  • Eine Saatgutübertragung ist möglich.
  • Im Feld überdauert der Pilz an befallenen Pflanzenresten.
  • Eine Verwechselung mit einem Alternaria-Befall ist möglich.

Wirtspflanzen

  • Apium graveolens, Daucus carota, Pastinca sativa

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreies Saatgut verwenden.
  • Nachbau auf einer befallenen Fläche frühestens nach 2 Jahren.
  • Bei starkem Befallsdruck den Einsatz von zugelassenen Fungziden prüfen.
  • Befallene Bestandsreste schnell zur Verrottung bringe und einarbeiten.

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Echter Mehltau (Erysiphe heraclei)

Ein Schönwetterpilzkrankheit, die das Laub befällt und zu Ertragminderungen führen kann. Mit zunehmender Klimaerwärmung wird der Pilz vermutlich an Bedeutung gewinnen.

Echter Mehltau an der verwandten Möhre

Schadbild und Lebensweise

  • Auf den Blättern ensteht ein deutlich sichtbarer weißer Belag.
  • Die Blätter sterben normalerweise nicht ab.
  • Ein starker Befall führt jedoch zu einer Ertragminderung.
  • Der Pilz liebt trockenes Wetter und intensiven Sonnenschein.
  • Dabei ist eine hohe Luffeuchtigeit am Abend und Morgen wohl förderlich.
  • Der Pilz überwintert in den Fruchtkörpern, den sogenannten Cleistothecien.
  • Im Frühjahr entlassen die Cleistothecien ihre Ascosporen.
  • die Ascosporen werden mit dem wind oder Wasser verbreitet.

Wirtspflanzen

  • Anethum, Anthriscus, Apium, Daucus, Pastinaca, Petroselium.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Weniger anfällige Sorten testen.
  • Häufigere Beregnung mildert die Befallsstärke.
  • Bei Bedarf zugelassene Fungizide einsetzen.

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Mycocentrospora Schwarzfäule (Mycocentrospora acerina)

Mycocentrospora acerina Befall an Möhren (Foto: MAPAQ

Weltweit eine wichtige, gefürchtete Pilzkrankheit.

Schadbild und Lebensweise

  • Synonym: Centrospora acenina.
  • Schon bei der Keimung können die Pastinaken Sämlinge befallen werden und absterben.
  • Der Pilz dringt gerne über Wunden in die Pflanze ein.
  • Im Frühbefall ähnliche Schadbilder wie einem Befall durch Alternaria.
  • Kann auch im Rübenlager große Schäden hervorrufen.
  • Schädigt auch noch bei Lagertemperatuen unter 1°C.
  • Der Pilz verursacht braunlich schwarze Faulstellen.
  • Die Infektion erfolgt meist schon auf dem Feld, z.B. über Wunden bei der Ernte.
  • Im Lager können sich befallen Pastinaken Rüben gegenseitig infizieren.
  • Überständige Bestände sind wohl bes. anfällig.

Wirtspflanzen

  • Apium graveolens, Daucus carota, Pastinaca sativa u.a.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Fruchtwechsel.
  • Minimierung von Wurzelverletzungen z.B. durch Möhrenfliegenmaden.
  • Erntefertige Bestände nicht überständig werden lassen.

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Ramularia Blattflecken (Ramularia pastinacae)

Ramularia an Pastinake. (Kreiselmaier)
Ramularia an Pastinake. (Kreiselmaier)

Blattfleckenkrankheiten, die großen Schaden anrichten kann.

Schadbild und Beschreibung

  • Auf den Blättern entstehen zunächst winzig kleine Flecken.
  • Die befallenen Stellen verfärben sich bräunlich.
  • Bei einem sehr starken Befall können ganze Blattpartien absterben.
  • In einem späteren Stadium bildet sich an den Befallsstellen ein weißlicher Sporenbelag.
  • Letztendlich kann dass befallene Gewebe herausfallen.
  • Die Sporen können von Wind und Wasser transportiert werden.
  • Feuchtwarmes Wetter begünstigt die Entwicklung der Pilzkrankheit.

Wirtspflanzen

  • Pastinaka sativa

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallene Bestandsreste möglichst bald zerkleinern und einarbeiten.
  • Kein Anbau auf einer befallenen Parzelle.
  • Unterschiedliche Empfindlichkeit der Sorten prüfen.
  • Bei Bedarf zugelassene Fungizide einsetzen.

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Rhizoctonia Fäule (Rhizoctonia solani)

Rhizoctonia Befall an Möhren (Kreiselmaier)

Der Rhizoctonia solani ist weit verbreitet und kann Pastinaken schon bei der Keimung zerstören oder später an den Rüben, eine Fäulnis hervorrufen.

Schadbild und Lebensweise

  • Synonym: Thanatephorus cucumeris (teleomorph)
  • Frühere Bezeichnung: Rhizoctonia solani.
  • Schon bei der Keimung können die Keimlinge absterben.
  • Die Wurzeln der Keimlinge sterben ab.
  • Kann sich auch im Lager entwicklen.
  • Beginnt oft als Trockenfäule
  • Befallsstellen werden oftmals auch als Eintrittspforte von sekundär auftretenden Bakterien und Pilzarten genutzt
  • Befallstellen können sich später zu einer bakteriellen Nassfäule entwicklen.
  • Rhizoctonia solani komm in vielen Böden vor.
  • Der Pilz kann mit Hilfe siner Mikrosclerotion viele Jahre im Boden überdauern.
  • Insbesondere bei Temperaturen im Bereich von 13-15°C keimen die Sclerotien aus.
  • Die Infektion der Pflanzen erfolgt duch die Spaltöffnungen oder durch Wunden.

Wirtspflanzen

  • Allium, Apium graveolens, Beta vulgaris, Brassica, Capsicum, Cichorium, Citrullus, Cucumis, Cucurbita, Daucus carota, Diplotaxis, Eruca, Glycine max, Helianthus annuus, Lactuca, Lens culinaris, Lepidium, Pastinaca sativa, Phaseolus, Physalis, Pisum sativum, Raphanus sativus, Rumex, Solanum, Sorghum, Spinacia oleracea, Tagetes, Triticum), Valerianella, Vicia faba, Zea mays und viel andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Stärker befallene Parzellen meiden.
  • Weiter Fruchtwechsel von 3 oder mehr Jahren.
  • Regenverdaulichkeiter der Böden optimieren.
  • Dammkultur reduziert Befallsrisiko.

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Weißfäule (Sclerotinia sclerotiorum)

Sclerotinia an Pastinaken Rübe.

Lagerkrankheit, die insbesondere bei ungünstige Bedingungen für die Pastinaken zum Problem werden kann.

Schadbild und Lebensweise

  • Die Pastinaken werden zunächst stellenweise von einem weißen Pilzgeflecht befallen.
  • Bei einem starken Befall faulen die ganzen Rüben.
  • Eine Infektion der Pastinaken Rüben erfolgt meist schon auf dem Feld.
  • Verletzungen des Pflanzengewebes erleichtern eine Infektion.
  • Im Lager kann es zu einer Weichfäule kommen ohne ein weißes Myzel.
  • Nach ein paar Wochen bilden sich die schwarzen Dauersporen (Sclerotien)
  • Der Pilz überdauert im Boden mit Hilfe seiner Dauersporen.
  • Besonders günstige Infektionsbedingungen herrschen bei 15-21°C.
  • Zur Auskeimung der Ascosporen benötigt der Pilz eine Feuchteperiode von 16-72 Stunden.
  • Der Pilz hat eine sehr große Anzahl an Wirtspflanzen.

Wirtspflanzen

  • Allium, Anthriscus, Borago, Brassica, Brassica, Capsicum, Cichorium, Cucumis, Cynara, Daucus, Diplotaxis, Helianthus, Ipomoea, Lactuca, Lens, Lepidium , Pastinaca sativa, Phaseolus, Pisum, Portulaca, Raphanus, Solanum, Solanum, Vicia und viel andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Stärke befallene Parzellen meiden.
  • Fruchtwechsel optimieren.
  • Einsatz von Coniothyrium minitans prüfen.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Funkiziden prüfen.
  • Für eine lange lagerung möglichst tiefe Temperaturen, nahe Null, anstreben.

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Schädlinge

Eine beachliche Anzahl an Schädlingsarten können Pastinaken Bestände schädigen.

Blattläuse (Cavariella aegopodii und andere)

Gierschblattlaus

Durch die Saugtätigkeit verschiedener Blattlausarten kann es zu Schäden am Pastinaken Laub kommen.

Bedeutende Arten

  • Gierschlattlaus (Cavariella aegopodii) im Englischen auch "Carrot-willow aphid" genannt.
  • Pastinaken-Blattlaus (Cavariella pastinacae)

Schadbild und Lebensweise der Gierschblattlaus

  • Es entsteht eine Kräuselung am Pastinaken Laub.
  • Gierschblattläuse sind etwa 1-3 mm groß.
  • Sie treten vor allem von Mai bis September an den Pastinaken Pflanzen auf.
  • Man findet sie bes. an den jungen Blättern in Kolonien auf.
  • Die Gierschblattläuse überwintern in Eiform an Weidenbäume (Salix fragilis).
  • Die Blattläuse können auch an Doldenblütler Pflanzen überwintern.
  • Etwa Mitte Mai entstehen geflügelte Formen, die ihre Sommerwirte aufsuchen.
  • Sommerwirte sind Doldenblütlerarten wie Möhren, Dill, Fenchel, Giersch, Pastinaken, Petersilie, Sellerie usw.

Wirtspflanzen der Gierschblattlaus

  • Anethum graveolens, Daucus carota, Foeniculum vulgare, Pastinaca sativa, Petroselinum crispum, Salix, Vicia faba u.a.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Ein Einsatz von Insektizide ist normalerweise nicht nötig.
  • Wiederholt Bestandskontrollen durchführen.
  • Bei starkem Befall den Einsatz von Insektziden prüfen.
  • Eingesetzte Insektizide sollten nützlingschonend sein.

Weitere Infos

  • Cavariella aegopodii. von PestWiki
  • Gierschblattlaus in Hortipendium
  • W. Jacobs, M. Renner und K. Honomichl (1998): Biologie und Ökologie der Insekten. Gustav Fischer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8274-0799-0


Erdraupen (Agrotis-Arten u.a.)

Erdraupe

Erdraupen sind die Larven verschiedener Schmetterlingsarten. Sie schädigen vereinzelt auch Pastinaken Bestände. Punktuell kann es dabei zu einem Totalsuafall kommen.

Schadbild und Lebensweise

  • Bei einem Frühbefall findet man welkende Pastinaken Pflanzen.
  • Gräbt man welkende Pflanzen aus, so sieht man die Fraßschäden an den Rüben.
  • Oftmals bemerkt man die Fraßschäden nicht am Pastinakenlaub.
  • Mit einem Erdraupen Schaden ist vor allem ab Juni zu rechnen.
  • Als Erdraupen gelten die Larven verschiedener Falterarten.
  • Wichtige Arten sind: Agrotis ipsylon und Agrotis segetum.
  • Agrotis Falter fliegen etwa von Mai bis Oktober.
  • Sie fliegen vorwiegen in der Dämmerung und Nachts.
  • Die Eiablage erfolgt an bodennahen Pflanzenteilen.
  • Die Raupen sind bräunlich gefärbt.

Wirtspflanzen

  • Beta, Brassica, Daucus carota, Pastinaca sativa und viele Andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Eine feinkrümelige Bodenbearbeitung kann Erdraupen schaden.
  • Wöchentliche Bestandskontrollen.
  • Insbesondere die Bestände beim Auflaufen und in den ersten Wochen kontrollieren.
  • Nematoden der Art Steinernema carpocapsae werden zur biologischen Bekämpfung von Erdraupen angeboten.
  • Bei sehr starkem Befall den Einsatz von zugelassenen Insektiziden erwägen.
  • Insektizide möglichst spät abends auf feuchtem Boden ausbringen.

Weitere Infos


Drahtwürmer (Elateridae)

Drahtwürmer

Drahtwürmer können in Pastinaken Bestände einen große Schaden angerichtet.

Schadbilder und Lebenweise

  • Drahtwürmer sind die Larven der Schnellkäfer.
  • Agriotes obscurus, lenatus und ustulatus und Athous hirtus sind wichtige Arten.
  • Der Name Schnellkäfer beschreibt die Möglichkeit der Käfer aus der Rückenlage in die Luft zu schnellen.
  • Die gelb-orange Larve (Drahtwurm) besitzt drei Beinpaare und hat ein gut chitinisiertes Außenskelett.
  • Die Schnellkäfer Larven schädigen Pastinaken Bestände in dem sie die jungen Keimlinge oder auch später die Rüben anfressen und so zerstören.
  • Zieht man eine so welkende Pflanzen aus dem Boden findet man meist einen Drahtwurm.
  • Schnellkäfer haben einen drei- bis fünfjährigen Entwicklungszyklus.
  • Ihr üblicher Lebensbereich ist das Grünland.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Parzellen mit Drahtwurmbesatz für den Anbau von gefährdeten Gemüsearten wie Pastinaken meiden.
  • Bei unklarem Befallsverdacht mit Köder (z.B. Kartoffeln) den Besatz ermitteln.
  • Mehrfache, feinkrümelige Bodenbearbeitung kann die trockensheitempfindlichen Eier und Larven schädigen bzw. auch zerstören.
  • Prüfen ob eine wirksame und zugelassene Saatgutbeizung zur Verfügung steht.

Weitere Infos


Mäuse (Wühlmäuse und Feldmäuse)

Feldmaus

Feldmäuse und Wühlmäuse können einen großen Schaden an Pastinaken Bestände anrichten.

Feldmäuse: Microtus arvalis

  • Sie bewegen sich vorwiegend oberirdisch.
  • Ihre Laufwege sind gut zu sehen.
  • Ihr Fell ist einfarbig dunkelgrau bis hellgrau oder braun.
  • Die Tiere sind meist 9-12 cm lang.
  • Die Ohren sind abgerundet und fallen kaum auf.
  • Die Schwanzlänge entspricht etwa 1/3 der Körperlänge.
  • Mit Schäden rechnet man, wenn mehr als 1.000 Tiere pro ha auftreten.
  • Die Populationsdichte wechseln stark von Jahr zu Jahr.
  • Pro Jahr gibt es etwa 3-6 würfe mit 4-5 Nachkommen.
  • Insbesondere Wurzelgemüse kann stark angefressen und geschädigt werden.

Wühlmaus (Schermaus): Arvicola terrestris

  • Typisch sind die aufgeworfenen Erdhaufen.
  • Mit 12-23 cm Länge größer als die Feldmaus.
  • Ihr Fell ist braun bis schwarzbraun.
  • Die Ohren sind kurz.
  • Der Schwanz hat ungefähr die halbe Körperlänge.
  • Die Fraßschäden erfolgen vor allem unterirdisch.
  • Insbesonder Wurzelgemüse kann stark angefressen und geschädigt werden.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Gewanne mit starkem Mäusevorkommen meiden.
  • Zuzugsregionen beweiden (Bodenverdichtung).
  • Fallen.

Weitere Infos


Möhrenblattfloh (Trioza apicalis)

Der verwandte Trioza adventicia

Der Möhrenblattfloh kann Pastinaken Bestände schädigen.

Schadbild und Lebensweise

  • Synonym: Trioza viridula
  • Erwachsene Möhrenblattflöhe sind etwa 3 mm groß
  • Die Blattflühe sind gelbliche grün und haben durchscheinende Flügel.
  • Bei einem Befall kommt es zu einer Blattkräuselung
  • Die Blätter verfärben sich durch den Befall nicht.
  • Ein stärkerer Befall verusacht eine Wachshemmung.
  • Pro Jahr gibt es eine Generation
  • Je nach Region erfolgt etwa im Mai die Eiablage.
  • Die meisten Eier findet man den Blatträndern.
  • Die Eier sind gestielt.
  • Blattflöhe überwintern gerne an den Nadeln von Nadelgehölzen.

Wirtspflanzen
Aegopodium podagraria, Aethusa cynapium, Anethum graveolens, Angelica archangelica, Anthriscus, Apium spp., Carum carvi, Coriandrum sativum, Daucus cartota, Foeniculum vulgare, Levisticum offcinale, Pastinaca sativa, Petroselinum hortense.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallskontrolle mit gelbe Leimtafeln.
  • Bei einem starken Befall Bekämpfung mit einem zugelassenen Insektizid erwägen.

Weitere Infos


Möhrenfliege (Chamaepsila rosae)

Möhrenfliegen Maden Fraß an Pastinaken Rüben

Die Maden dvon Chamaepsila rosae können großen Schaden an den Pastinaken Rüben hervorrufen und sogar einen Totalausfall bewirken.

Schadbild und Lebensweise

  • Synonym: Psila rosae.
  • Chamaepsila rosae ist in Europa heimisch.
  • Die Fliegen sind etwa 4-5 mm groß
  • Sie haben einen gelblichen Kopf, rote Augen, eien schwarze Brust, einen schwarzen Hinterleib, gelbe Beine und durchsichtige Flügel
  • Die Fliegen erscheinen etwa ab Anfang Mai.
  • Die Fliegen legen ihre Eier am Grunde der oberirdischen Pflanzenteile ab.
  • Die schlüpfenden Larven wandern etwa bis zu 30 cm in den Boden, fressen sich in die Pastinaken Rüben ein und schädigen sie dabei.
  • Sekundär kann dann auch noch eine Fäulnis entstehen.
  • Die Larven können überwintern.

Wirtspflanzen

  • Apium graveolens, Daucus carota, Pastinaca sativa und Petroselinum crispum

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Weiter Fruchtwechsel mit Nicht-Wirtspflanzen.
  • Anbau in Regionen mit wenig Möhren-, Pastinaken-, Petersilie- und Sellerieanbau.
  • Anbau in windoffenen Lagen.
  • Bedecklung der Bestände mit einem Insektenschutznetz, Maschenweite 1,35 x 1,35 mm.
  • Kontrolle der Flugaktivitäten mit Hilfe von Gelbtafeln.
  • Eine Bekämpfung der Maden im Boden ist nicht möglich.
  • Eine Bekämpfung der Fliegen ist denkbar aber wegen fehlender Zulassung nicht aktuell.

Weitere Infos


Minierfliegen (Liriomyza, Phytomyza u.a.)

Minierfliegen Befall an Pastinake (Mahler)

Minierfliegen können durch die Miniertätigkeit ihrer Larven im Pastinakenlaub schädigen.

Schadbild und Lebensweise

  • Die Minierfliegen legen ihre Eier in den Blättern ab.
  • Die weiblichen Tiere haben Legebohrer.
  • Die Eier sind ca. 0,4 mm lang.
  • Nach etwa 5 Tagen schlüpfen die Larven.
  • Nach dem Schlüpfen minieren die Larven in den Blättern der Pastinaken.
  • Die Befallen Blattpartien verlieren ihr Blattgrün und verfärben sich.
  • Beim genauen Hinschauen sieht man die Larven oder Puppen im befallenen Bereich.
  • Die Verpuppung erfolgt im Blatt oder im Boden.
  • Meistens sieht man vorhandene Larven im Blatt besser im Gegenlicht.
  • Bisher sind bei uns Minierfliegenschäden an Pastinaken kaum ertragsmindernd.

Wirtspflanzen

  • Pastinaca sativa und viele andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Eine Bekämpfung ist bisher normalerweis nicht nötig.
  • Vorbeugend wöchentliche Bestandskontrollen durchführen.

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Nematode: Nördliche Wurzelgallennematode (Meloidogyne hapla)

Meloidogyne hapla an der verwandten Möhre

Eine Nematodenart, die auch an Pastinaken Bestände Schaden anrichten kann und sich in wärmeren Perioden bes. gut entwickelt.

Schadbild und Lebensweise

  • Befall meist nesterartig.
  • Es bildet sich keine normale Rübenform.
  • Es bilden sich mißgebildete, beinige Rüben.
  • Es bilden sich kleine Gallen an den Seitenwurzeln.
  • Die Gallen sind nur wenige mm groß.
  • Bei einem stärkeren Befall entsteht ein Totalausfall.
  • Die Nematodenart liebt wärmere Sommer.
  • Temperaturen über 10°C sind förderich für die Entwicklung.
  • Pro Jahr sind drei Generationen möglich.
  • Verbreitung meist durch Pflanenmaterial, Boden, Fahrzeuge und Schuhe.
  • Sehr viele Wirtspflanzen. von AGES

Wirtspflanzen

  • Allium, Apium graveolens, Beta vulgaris, Brassica, Capsicum, Cucumis melo, Cucumis sativus, Cucurbita, Daucus carota, Glycine max, Hordeum vulgare, Ipomoea batatas, Lactuca, Medicago sativa, Nicotiana tabacum, Pastinaca sativa, Phaseolus, Pisum sativum, Raphanus sativus, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Solanum tuberosum, Spinacia oleracea, Vicia faba.

Video

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallene Parzellen meiden.
  • Fruchtwechsel optimieren.
  • Möglichst kein Anbau nach einer Wirtspflanze.

Weitere Infos


Nematode: Möhrenzystennematode (Heterodera carotae)

Heteroders carotae Befall an der verwandten Möhre (Gammelgaard)

Nematoden Art, die zu großen Ausfällen führen kann aber bisher nur in einzelnen Fallen gefährlich wurde.
Schadbild und Lebensweise

  • Erste Schadymptome meist nesterartig.
  • Es zeigen sich Wachstumsdepressionen.
  • Es kommt zu Ertragsausfällen.
  • Die Pastinaken Rüben zeigen verschiedenartige Mißbildungen.
  • Es entstehen bärtige Rübenkörper.
  • An den feinen Wurzel bilden sich kleine Zysten.
  • Die Zysten sind oft oval und bräunlich gefärbt.
  • Die Larven der Nematoden gehen in die Pastinaken Rüben.
  • Die weiblichen Tiere können 300 und mehr Eier legen.
  • Pro Jahr können sich 2 Generationen entwickeln.

Wirtspflanzen

  • Daucus carota (einschließlich wilder Möhre) Pastinaca sativa u.a.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Wilde Pastinaken und Wilde Möhren als Beikraut minimieren.
  • Mehrere Jahre Anbaupause mit Wirtspflanzen.

Weitere Infos


Nematode: Stängelälchen (Ditylenchus dipsaci)

Ditylenchus dipsaci Weibchen

Stängelälchen können Pastinaken Bestände schädigen.

Schadbild und Lebensweise

  • Es enttseht eine Trockenfäule an der Pastinaken Schulter.
  • Die Nematoden dringen durch die n Stomatas in das Zwiebelgewebe ein.
  • Regenreiche Perioden und Beregnung fördern die Nematodenentwicklung.
  • Schwerere Böden sind vorteilahft für die Nematoden.
  • Sekundär wird das geschädigte Pastiankengewebe evtl. auch von Krankheiten befallen.
  • Bei günstigen Bedingungen dauert ein Entwicklungszyklus der Nematoden 7-20 Tage.
  • Die Nematoden können problemlos kalte winter überstehen.
  • Der Befall erfolgt oft herdenartig.
  • Veschiedene Beikräuter begünstigen die Nematodenvermehrung.
  • Die Verbreitung erfolgt durch Bestandsreste, Putzreste, Beikräuter, Arbeitsgeräte und Wind.
  • Im Stadium J4 konnen die Nematoden viele Jahre überdauern.

Wirtspflanzen

  • Allium, Avena sativa, Beta vulgaris, Brassica napus, Brassica species, Capsicum, Cichorium, Hordeum vulgare, Medicago sativa, Pastinaca sativa, Phaseolus, Pimpinella anisum, Pisum sativum, Secale cereale, Solanum, lycopersicum, Solanum tuberosum, Trifolium, Triticum, Vicia faba, Zea mays

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreie bzw. befallsarme Parzellen wählen.
  • Empfohlener Fruchswechsel 4 Jahre.
  • Auf verseuchten Flächen alle Wirtspflanzen für ein paar Jahre weglassen.

Weitere Infos


Nematode: Wandernde Wurzelnematoden (Pratylenchus penetrans u.a.)

Pratylenchus penetrans.

Pratylenchus penetrans Nematoden können großen Schaden an Pastinaken Bestände hervorrufen.

Schadbild und Lebensweise P.penetrans

  • Der Befall wird auch als Möhrenmüdigkeit bezeichnet.
  • Ein Erstbefall tritt meist nesterweise auf.
  • Es entstehen sehr unterschiedliche Schadymptome
  • Die starke Wurzelbart Bildung schädigt wohl am meisten.
  • Verformungen und Wulstbildungen an den Rüben kommen vor.
  • Weniger stark schädigen die z.T. leichten Einschnürungen an den Rüben.
  • Ein Totalausfall ist möglich.
  • Die Nematoden stechen die Zellwände an und ernähren sich vom Zellinhalt.
  • An den Befallstellen können sich sekundär Bakterien- oder Pilzkrankheiten ansiedeln.
  • Erwachsene Pratylenchus penetrans Tiere sind etwa 400-600 µm lang.
  • Die Eiablage erfolgt im Boden oder an den Wurzeln.
  • Eine Generation dauert bei guten Bedingungen ca. 4-8 Wochen.
  • Alle Arten bevorzugen leichtere Böden.
  • Bevorzugt werden wenige gare, grobschollige Böden.
  • Es gibt eine erstaunlich große Anzahl an Wirtspflanzen.
  • Paratylencus, Rotylechchus und Paralongidorus-Arten kommen auch vor.

Wirtspflanzen

  • Allium, Anethum graveolens, Apium graveolens, Brassica species, Cucumis melo, Cucumis sativus, Daucus carota, Festuca, Glycine max, Hordeum vulgare, Lactuca, Medicago sativa, Nicotiana tabacum, Pastinaca sativa, Phaseolus, Pisum sativum, Raphanus sativus, Scorzonera hispanica, Sinapis alba, Solanum lycopersicum, Solanum tuberosum, Trifolium, Triticum, Zea mays, Zingiber u.a.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallenen Flächem meiden.
  • Mehrjähriger Fruchtwechsel einhalten.
  • Biofumigation in Betracht ziehen.
  • Anbau weniger attraktiver Pflanzenarten wie Kohlarten, Speise Bete, Zucker- und Futterrüben oder Spinat erwägen.
  • Anbau von Tagetes als Feindpflanze prüfen.
  • Biofumigation mit Ölrettich usw. in Betrachtziehen
  • Zu den wichtigsten Wirtpflanzen gehören Möhren, Petersilie und Sellerie.

Weitere Infos


Raupenfraß (Verschiedene Arten)

Epermenia chaerophyllella Raupe

Verschiedene Raupenarten fressen gerne an Doldenblütler Blätter und damit auch am Pastinakenlaub. Der Schaden ist meist nur geringfügig. Eine Befallskontrolle erscheint trotzdem empfehlenswert.

Mögliche Arten sind u.a.

  • Autographa gamma (Gammaeulen)
  • Depressaria radiella (Pastinakenmotte)
  • Epemenia chaerophylla
  • Papillio machaon (Schwalbenschwanz) geschützt

Schadbild und Lebensweise

  • Verschiedene Falter legen ihre Eier am Pastinaken Laub ab.
  • Die schlüpfenden Raupen ernähren sich vom Laub der Pastinaken.
  • Bei einem starken Raupenfraß kann es zu einer Ertragsminderung kommen.

Wirtspflanzen

  • Daucus carota, Pastinaca sativa und insbesondere andere Doldenblütler.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Es sind keine besonderen Vorbeugemaßnahmen nötig.
  • Eine Bekämpfung ist nur in seltenen Fällen nötig.
  • Vorsichtshalber wöchentliche Bestandskontrolle.
  • Bei einem starkem Befall, den Einsatz von zugelassenen Insektiziden erwägen.
  • Insektizideinsatz nur erfolgreich bei jungen Raupen.
  • Nützlingsschonende Insektizide bevorzugen.

Weitere Infos


Aktuelle Pflanzenschutzempfehlung zum Pastinaken Anbau


Aktuell möglicher Einsatz von Pflanzschutzmitteln

In der Datenbank PS-INFO findet man einfach und schnell, für die jeweils ausgwählte Gemüsekultur, die aktuell zugelassenen Pflaanzenschutzmittel.

Logo PS Info.jpg




Siehe auch in Hortipendium


Autoren und Mitwirkende

  • Kreiselmaier Jochen, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR-Rheinpfalz), Neustadt/Wstr.
  • Mahler Kerstin, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR-Rheinpfalz), Neustadt/Wstr.
  • Schlaghecken Josef, Neustadt/Wstr.
  • Wikimendia: Verschiedene Fotos.


Quellen

  • Siehe auch bei den einzelnen Schadursachen unter "Weitere Infos".
  • Carrot & Parsnip. von AHDB Horticulture. Umfangreiche Beschreibungen mit vielen Fotos.
  • Gerd Krüger (2002): Pflanzenschutz im Gemüsebau. Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-3191-9


Weblinks