Lüftung

Aus Hortipendium
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Gewächshäuser müssen regelmäßig gelüftet werden. Dabei wird die Gewächshausluft mit der Außenluft ausgetauscht. Die Lüftung dient zum einen der Entfeuchtung der Gewächshausluft, zum anderen dem Ausgleich des Kohlendioxid-Verbrauches. Zusätzlich wird die Temperatur geregelt, indem überschüssige Wärme abgeführt wird. Nach Pflanzenschutzmitteleinsätzen dient die Lüftung dazu, Pflanzenschutzmitteldämpfe abzuführen.

Die Lüftung erfolgt üblicherweise über Öffnung der Lüftungsklappen, die wasserdicht schließen und sturmsicher sein müssen. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Pflanzen keiner Zugluft ausgesetzt sind. Bei Sturmgefahr ist sicherzustellen, dass zügig abgelüftet wird. Dabei werden zunächst die dem Wind zugewandten Lüftungsklappen geschlossen.

Freie und Zwangslüftung

Es wird zwischen freier Lüftung und Zwangslüftung unterschieden. Bei der freien Lüftung findet ein selbstständiger Luftaustausch durch Öffnen der Lüftungsklappen statt. Der Austausch wird angeregt durch die Temperaturunterschiede im Gewächshausinneren und der Außenluft sowie durch den Winddruck. Je größer der Temperaturunterschied und je stärker der Wind, desto schneller tauscht sich die Luft aus. Dies wird anhand der Luftwechselzahl gemessen, die angibt, wie viel Luftvolumen im Vergleich zum Gewächshausvolumen pro Stunde ausgetauscht wird. Bei normaler Lüftung liegt der Wert zwischen 40 und 50.

Wenn im Sommer bei hohen Temperaturen der Temperaturunterschied nicht ausreicht und Windstille herrscht, erfolgt ein nur unzureichender Luftaustausch. Dann hilft eine Zwangslüftung, bei der die Lüftung mit Hilfe von Ventilatoren unterstützt wird. Dies verursacht jedoch zusätzlich Stromkosten.

Konstruktionen

Für die Lüftung öffnen sich entweder einzelne Lüftungsklappen oder ganze Lüftungsbänder über die gesamte Länge des Gewächshauses. Sie könne als Klapp-, Dreh- oder Wendeflügel ausgestaltet sein.

Die Lüftungsklappen können im Dach, im Giebel oder in der Stehwand angebracht sein. Besonders effektiv ist die Kombination einer Dach- mit einer Stehwandlüftung. Bei Folienhäusern mit Seitenlüftung wird die Lüftung als Folienschürze, die sich von oben nach unten öffnet oder als Wickellüftung, die sich von unten nach oben öffnen, konstruiert.

Für das Öffnen und Schließen der Lüftungselemente werden Zahnstangengetriebe, Hebelmechanismen oder Seilzüge verwendet. Üblicherweise erfolgt die Regelung der Lüftung heute vollautomatisch auf Grundlage von Messfühlern, die Regen, Windgeschwindigkeit, Windrichtung u.a. erfassen.

Literatur

Schrader, K., Dietrich, R. (2011): Gewächshäuser und Heizungsanlagen im Gartenbau. Ulmer-Verlag. Stuttgart. ISBN 978-3-8001-7582-6

Storck, Harmen (1994): Taschenbuch des Gartenbaues. Ulmer-Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-4114-0