Kopfkohl Pflanzenschutz

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Krankheiten und Schädlinge an Kopfkohl.
Vorbeugen ist besser als heilen.jpg

Kopfkohl (Brasscia oleracea) umfaßt die Arten Rotkohl, Wirsing, Weißkohl und gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicacaceae). Beim Anbau können eine ganze Reihe von Krankheiten und Schädlinge auftreten, die großen 'Schaden anrichten und sogar zum Totalausfall führen können.

Inhaltsverzeichnis

Vorbeugender Pflanzenschutz schon bei der Kopfkohl Anbauplanung

Wunsch: Gesunde, marktfähige Ware. (J.Schlaghecken)

Nichtparasitäre Ursachen

An Kopfkohl Bestände können nichtparasitäre Probleme auftreten, die zu einem Gesamtausfall führen können.

Hagelschaden

Totalschaden durch Hagel beim verwandten Chinakohl. (J.Schlaghecken)

Hagel kann schnell ganze Kopfkohl Bestände vernichten.

Schadbild und Beschreibung

  • Die Häufigkeit von Hagel Vorkommen ist regional recht unterschiedlich.
  • Bei einem leichten Hagelschaden zeigen sich kleine, punktuell eoder längliche Blattaufhellungen.
  • Ein leichter Hagelschaden zeigt sich meist nur an den äußeren Blättern.
  • Bei einem stärkeren Hagelschlag werden die Blätter zerfetzt.
  • Nach einem Hagelschlag besteht ein erhöhtes Befallsrisiko für Botrytis usw.
  • Für arrondierten Betriebe besteht ein erhöhtes Risiko, dass der gesamte Kopkohl Bestand ausfällt.
  • Lieferungsapstrachen können durch solche Totalausfälle nicht mehr eingehalten werden.
  • Vor dem Anbau von Kopfkohl die regionale Hagelhäufigkeit ermitteln.
  • Im Rahmen der Klimaveränderung ist auch mit extremeren Wetterereignissen zu rechnen.

Vorbeugung

  • Beim satzweisen Anbau nicht alle Sätze in eine Gemarkung anbauen.
  • Abschluß einer Hagelversicherung in Betracht ziehen.

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Herbizidschaden

Sencor Schaden an Kohlpflanze. (J.Kreiselmaier)

Kopfkohl Pflanzen sind empfindlich bezüglich einer falschen Herbizidanwendung bzw. einer Herbizidabdrift.

Ursachen

  • Abdrift eines Herbizides vom Nachbarfeld.
  • Überdosierung bei einer Herbizidspritzung.
  • Falsches Stadium der Kohlpflanzen.

Schadbilder

  • Die Schadbilder sind sehr unterschiedlich.
  • Jeder Herbizid-Wirkstoff verursacht spezielle Schadbilder.
  • Bei einer Abdrift bilden sich meist nur leichte Schäden.
  • Einen Abdrift Schaden erkennt man unter anderem an dem Gradient der Schadsymptome.

Vermeidungsstrategien

  • Zur zugelassene Herbizide in der vorgesehenen Menge ausbringen.
  • Keine Herbizidausbringung bei Abdrift verursachender Wind.
  • Sicherheitsabstand zu empfindlichen Kulturen einhalten.

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Innenblattnekrosen

Innenblattnekrose am geöffneten Rotkohl Kopf sichtbar gemacht (C. Grünert)

Beim Anbau von Kopfkohl können Innenblatt Nekrosen entstehen. Insbesondere bei der maschinellen Weiterverarbeitung können diese abgestorbenen Blatt Teile erhebliche Probleme bereiten.

Schadbild und Entstehung

  • Es gibt unterschiedliche Schadbilder.
  • Schon beim Heranwachsen der Pflanzen können Nekrosen im Herzen der Pflanzen auftreten.
  • Im Bereich der jüngeren Blätter entstehen Blattrandnekrosen.
  • Schneidet man erntefertig Kopfkohlköpfe auf, so findet man evtl. im Kopfinneren abgestorbene, bräunlich verfärbte Bereiche.
  • Blattrandnekrosen entstehen vorwiegend durch eine vorübergehende, unzureichende Calciumversorgung.
  • Meist ist es kein absoluter Mangel an Ca sondern eine Störung der Ca-Versorgung in bestimmten Blattpartien.
  • Wichtige Verursacher Faktoren sind u.a: Zu schnelles Wachstum, ein zeitweiliges N-Luxusangebot, Wassermangel, kleines Wurzelwerk, Perioden ohne nächtliche Taubildung.
  • Die bekannten Standardsorten sind unterschiedlich empfindlich.

Wirtspflanzen

  • Brassica oleraces, Brassica rapa ssp. pekinensis

Vorbeugung

  • Weniger empfindliche Sorten wählen.
  • Für eine gleichmäßige N-Versorgung sorgen.
  • Vorfrüchte mit großen Mengen an organischer Masse meiden
  • Vor Kulturbeginn und vor einer N-Kopfdüngung die Nmin-Vorräte messen und bei der N-Düngung berücksichtigen.
  • Soweit möglich, für eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit sorgen.
  • Eine ausreichende Borversorgung sicher stellen.

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Kälteschäden im Bestand

Totalausfall durch Frost bei einer nicht ausreichend frostharten Winterwirsing Sorte. (J.Schlaghecken)

Insbesondere die sehr frühen Kopfkohl Pflanzungen im Frühjahr frostgefährdet. Aber auch Wirsingkulturen, die zur Überwinterung auf dem Feld gedacht sind, können bei extremen Kälteeinbrüchen Schaden erleiden.

Frühjahrsfröste: Schadbild und Beschreibung

  • Nicht abgehärtete Kohlpflanzen erfrieren schon bei wenigen Minusgraden.
  • Das Blattgrün verschwindet und die Pflanzenteile wereen weißlich-grau.
  • Bei schon gut eingewachsenen Pflanzen und einem stärkeren Frost können die Blätter verkrüppeln.
  • Vor allem an den Blattunterseiten reißt an vielen Stellen die Kutikula auf.

Überwinterungsschäden durch starke Fröste

  • Leichte Frostschäden zeigen sich durch Blattvergilbungen.
  • Bei einem stärkeren Frost werden die ganzen Bestände zerstört.
  • Großen Einfluß auf einen eventuellen Schaden hat auch die Dauer des Frostes.
  • Insbesondere beim Winterwirsing gibt es Sorten mit sehr unterscheidlicher Frosthärte.
  • Im Rahmen der Klimaveränderung ist auch mit extremeren Wetterereignissen zu rechnen.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Pflanzung nur, wenn die langfristige Wettervorhersage keinen Frost meldet.
  • Nur gut abgehärtete Pflanzen verwenden.
  • Sehr frühe Pflanzungen zum Frostschutz mit Vlies bedecken.
  • Nicht frostharte Kopfkohlsorten vor Frostbeginn im Herbst ernten.
  • Beim anbau von Winterwirsing, je nach Region, Sorten mit entsprechender Frosthärte wählben.

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Nährstoffmangel und -Überversorgung

Schwefelmangel bei Weißkohl Pflanzen. (K+S GmbH)

Nährstoffmangel oder auch eine Überversorgung kann zu Schäden führen.

Schadbild und Beschreibung

  • Kopfkohl tur Familie der Kruezblütler(Brassicaceae) und hat ganz besondere Ansprüche.
  • Bei einen Nährstoffmangel kommt es an den Pflanzen zu gut sichtbaren Schadymptomen.
  • Bei einem stärkeren Nährstoff-Mangel kommt es zu Ertrags- und Qualitätseinbußen.
  • Nährstoffmangel kommt heute kaum noch vor.
  • Bei einer Überdüngung können die Kohlbestände Schaden erleiden.
  • Bei großen Düngergaben vor- oder zur Saat oder Pflanzung kann es zu Schäden kommen.
  • Chlorhaltige Düngemittel wie Kaliumchlorid in größerer Dosierung ergeben Salzschäden.
  • Vorsicht beim Einsatz von Kalkstickstoff. Es kommt schnell zu Verbrennungen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Überprüfung der Boden Nährstoffversorung etwa alle drei Jahre.
  • Vor jeder Kopfkohl Kultur eine Nmin-Bodenuntersuchung durchführen.
  • Vor allem eine zu hohe N-Versorgung kann Nachteile mit sich bringen.
  • Vorsicht vor einem zu hohen Boden Salzgehalt zur Pflanzung.
  • Vorscicht bei der Verwendung von Kaliumchlorid Dünger.

Weitere Infos

  • Durch rechtzeitige Boden- bzw. Nährstoffanalysen und bedarfsgerechter Düngung bzw. Nährstoffversorgung kann man sicherstellen, dass die aufgezeigten Schadsymptome nicht auftreten.
  • Rotkohl, Weißkohl, Wirsing Hauptartikel


Platzer und Überreife

Rotkohl Platzer. (J.Schlaghecken)

Insbesondere einige empfindliche Kopfkohl Sorten können zur Zeit der Erntreife platzen und werden damit unverkäuflich.

Schadbild und Beschreibung

  • Reife Köpfe platzen auf.
  • An den Platzstellen kommt es schnell zu einem Pilzbefall.
  • Solche Köpfe sind unverkäuflich.
  • Generell scheinen einige Weißkohlsorten empfindlich.
  • Aber auch die Köpfe von Rotkohlsorten können platzen.
  • Schnell wachsende Sorten können grundssätzlich auch schnell überständig werden und platzen.
  • Die alten Früh-Spitzkohlsorten Erstling und Prisma gelten als anfällig.
  • Die alten Früh-Weißkohlsorten Dithhmarscher Früher, Marner Allfrüh und Toskana gelten als anfällig.
  • Manchmal kommt es bei zu früher Schosserbildung zu ähnlichen Kopfbeschädigungen.

Vorbeugung

  • Rechzeitig ernten.
  • Satzweiser Anbau.
  • Vorteile einer Erntevorhersage nutzen.
  • Frühzeitige Absprache mit dem Abnehmer der Ware.
  • Platzfeste Sorten anbauen.
  • Übermäßiges N-Angebot zu Kulturernte vermeiden.

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Schosserbildung

Sehr frühe Schosserbildung. (J.Schlaghecken)
Schosserbildung zur Erntereife. (J.Schlaghecken)

Beim Frühanbau und ungünstigen Bedingungen während der Anzucht sowie der ersten Kulturwochen kann es zu einer frühzeitigen Blütenbildung und damit zu Totalausfällen kommen.

Schadbild und Beschreibung

  • Bevor die Pflanzen verkaufsfähig sind bildet sich Blütenstände.
  • Kopkohl Köpfe mit einer Blütenbldung sind nicht verkaufsfähig.
  • Die Blütenbildung wird durch einen Kältereiz (Vernalisation) ausgelöst.
  • Bevor man wußte, wie es zu einer Blütenbildung beim Kopfkohl kommt, gab es beim Frühanbau oftmals große Ausfälle.
  • Temperaturen im Bereich von 0-12°C können den Vernalisationsreiz auslösen.
  • Temperaturen von 4-7°C sind besonders wirksam.
  • Der Kältereiz ab dem vierten Blattstadium empfangen werden.
  • Es gibt beachtliche Sortenunterschiede.

Kulturen mit ähnlichen Problemen

  • Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Rosenkohl

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Schoßfeste Sorten wählen.
  • Beim Frühanbau eine warme Anzucht sicherstellen.
  • Vorsicht bei der Pflanzenabhärtun gim Frühjahr.
  • Beim Frühanbau Neupflanzungen sofort mit einem Vlies oder Folie bedecken.
  • Die Vorteile der Devernalisation nutzen.
  • Temperauren über 16°C können einen aufgenommenen Vernalisations-Reiz wieder rückgängig gmachen.

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Wasserschaden

Wasserschaden im Kohlacker. (J.Schlaghecken)

Auf Parzellen mit Bodensenken und Starkniederschlägen kann es zu erheblichen Schäden und sogar zu Totalausfällen kommen.

Schadbild und Beschreibung

  • Starkregen wird schnell zum Problem bei vorhandenen Bodensenken.
  • Es kommt zu Wachstumstockungen und ausfällen durch Übernässung, Bodenverschlämmung und Sauerstoffmangel im Boden.
  • Durch die Nährstoffverlagerungen entsteht schnell ein Stickstoffmangel mit nachfolgender Blattvergilbung.
  • Insbesondere auf leichten Böden kann ein Starkregen Stickstoffdünger auswaschen (verlagern) und so zu einem Mangel führen.
  • Eine Übernässung des Bodens fördert das Auftreten von Kopfkohl Krankheiten.
  • Längere Nässeperoden fördern auch die Schneckenpopulation. Siehe auch bei Schädlinge: Schnecken.
  • Insbesondere Bakteriosen werden durch eine anhaltende Nässe gefördert.
  • Totalausfälle sind möglich.
  • Im Rahmen der Klimaveränderung ist auch mit noch extremeren Wetterereignissen zu rechnen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Parzellen einebnen
  • Bodenverdichtungen beseitigen
  • Wo sinnvoll, Humusgehalt erhöhen
  • Regenverdaulichkeit des Bodens verbessern.
  • Regenvorhersage nutzen. (Wetter Warn-APP)
  • Keine Beregnung mehr vor angesagtem Starkregen.
  • Im Rahmen der Klimaveränderung ist mit extremeren Wetterereignissen zu rechnen.

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Virus Erkrankungen

An Kopfkohlbestände das Kohlschwarzringflecken-Virus auftreten und Schaden anrichten.

Kohlschwarzringflecken-Virus (Turnip mosia virus, TuMV)

Turnip mosaic virus an Spitzkohl. (J.Schlaghecken)

Sehr gefährliche Viruskrankheit für den Chinakohlanbau, die auch Kopfkohl befallen kann und zu Ertragsausfällen führen kann.

Schadbild und Beschreibung

  • Auch Wasserrübenmosaikvirus genannt.
  • Ist eine Virose aus der Familie der Potyviren.
  • Es gibt verschiedene Stämme des Virose.
  • Es bilden sich kleine, grün-gelbliche Flecken.
  • Später entwicklen sich gelblich bis bräunliche Flecken, die von einem schwarzen Ring umrandet werden.
  • Es kann zu Blattformveränderungen kommen.
  • Ganz Blattapartien und Blätter können absterben.
  • Übetragung von verschiedenen Blattlausarten
  • Übertragung non-persistent durch Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae).
  • Übertragung non-persistent durch Mehlige Kohlblattlaus (Brevicoryne brassicae).
  • Inkubationszeit 2-4 Wochen.
  • Keine Saatgutübertragung.
  • Es kann zu einem gemeinsamen Befall kommen.

Wirtspflanzen

  • Allium, Armoracia rusticana, Beta vulgaris, Brassica napus, Brassica oleracea, Coriandrum sativum, Cynara, Eruca, Lactuca, Nasturtium officinale, Physalis, Pisum sativum, Raphanus sativus, Sinapis alba, Spinacia oleracea und Vicia faba.

Vorbeutgung und Bekämpfung

  • Koppfkohlanbau neben Chinkohlbestände vermiden.
  • Insektenschutznetze können die Übertragung weitgehend reduzieren.
  • Bestandsreste befallener Bestände sobald möglich schlegeln und einarbeiten.


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Bakterienkrankheiten

Verschiedene bakterielle Erreger können beim Anbau von Kopfkohl große Probleme bereiten und sogar zu einem Totalausfall führen.

Erwinia Naßfäule (Pectobacterium carotovorum)

Bakterielle Naßfäule am Kohlstrunk. (J.Schlaghecken)

Vor allem bei extrem, feuchtwarmer Witterung in Kombination mit Gewebeverletzungen können bakterielle Naßfäulen Schaden anrichten.

Schadbild und Beschreibung

  • Synonym: Erwinia carotivorum.
  • Neben Pectobacterium carotovorum kann auch noch Erwinia eine Weichfäule hervorrufen.
  • Besonders im Strunkbereich entstehen manchmal Stellen mit einer Weichfäule.
  • Befallen werden oft auch die dicken breiten Blattrippen.
  • Bei einem stärkeren Befall können ganze Pflanzen unverkäuflich werden.
  • Gewebeverletzungen sind oft die Eintrittpforten für die Erreger.
  • Gewebeverletzungen entstehen z.B. durch Kohlfliegenmaden und anderen Larvn, aber auch durch pilzliche Umfallkrankheiten.
  • Kommt es nach einer Gewebeverletzung zu einer längern Nässerperiode mit höheren Temperaturen, so haben die Erwinia Erreger optimale Bedingungen.

Wirtspflanzen

  • Allium, Apium graveolens, Beta vulgaris, Brassica-Arten, Capsicum, Cichorium, Citrullus, Cucumis sativus, Cucurbita, Cynara, Daucus carota, Helianthus annuus, Ipomoea batatas, Lactuca Cucumis melo, Raphanus sativus, Rheum, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Solanum tuberosum.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Gesunde Jungpflanzen verwenden.
  • Pflanzenverletzungen minimieren.
  • Den Befall bzw. Verletzungen durch Kohlfliegenmaden und anderen Schädlingen möglichst ausschließen.
  • Weniger empfindliche Sorten bevorzugen.
  • Übernassung der Kulturen vermeiden.
  • Regenverdaulichkeit der Felder verbessern.
  • Eine direkte Bekämpfung mit Bakteriziden ist kaum möglich.
  • Nur gesunde und trockene Köpfe einlagern.

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Xanthomonsa campestris (Adernschwärze, XCC)

Xanthomonas Befall an Weißkohl. (J.Kreiselmaier)

Eine der gefährlichsten Kohlkrakheiten, die besonders beim Anbau von Kopfkohl großen Schaden anrichten.

Schadbild und Lebensweise

  • Eine Bakterienkrankheit, die sich in den Blatt- und Strunkadern ansiedelt.
  • Befallene Adern verfärben bräunlich, daher der Name "Adernschschwärze".
  • Erste, sichtbare Symptome zeigen sich mesit durch kleine v-förmige Vergilbungen bis Verbräunngen an den Blatträndern.
  • Bei einem stärken Befall sterben ganze Blattpartien ab.
  • Die Hauptinfektion erfolgte früher durch befallene Samen.
  • Befallenen Pflanzenreste können, solange sie nicht total verrottet sind, XCC übertragen.
  • Feinste Blattverletzungen und Nässe befördern die Verbreitung der Krankheit.
  • Erste Schadymptome zeigen sich oft im Nahbereich der Kreiseregner.
  • Besonder gefährlich ist ein Frühbefall in der Jungpflanzenanzucht.
  • Hier können wenige befallen Samen mit Hilfe der Beregnung Wasserspritzter für eine schnelle Verbreitung sorgen.
  • Eine starke Bewässerung, wie sie in Trockenperioden üblich ist, kann die Entwicklung von XCC stark fördern.

Wirtspflanzen

  • Brassica napus, Brassica oleracea, Capsicum, Crambe, Diplotaxis, Eruca, Juglans, Lactuca, Raphanus sativus

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Eine direkte Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln ist nicht möglich.
  • Befallsfreies Saatgut verwenden.
  • Bei einer Befallsvermutung spezielle Maßnahmen in der Jungpflanzenanzucht anwenden.
  • Bei Befallsverdacht bei Jungpflanzen mit Vliesauflage, das Vlies nicht feucht über die Pflanzen ziehen.
  • Parzellen mit Befall mindestens 1 Jahr, besser 2 Jahre, meiden.
  • Bei der Beregnung möglich kurze Blattnässeperioden anstreben.
  • Strenge Beikrautregulierung, da eine Übertragung durch verwandte Beikräuter möglich erscheint.
  • Befallene Pflanzen schnell zur Verrottung bringen.]]

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Pilzkrankheiten

An Kopfkohl Bestände können Pilzkrankheiten auftreten, die zum Gesamtausfall führen können.

Alternaria (Alternaria brassicae und brassicicola)

Alternaria Befall an Weißkohl. (J.Kreiselmaier)

Alternaria kann Kohlbestände erheblich schädigen. Auch im Lager kann ein Befall weitergehen.

Schadbild und Lebensweise

  • Alternaria brassicae und brassicicola.
  • Es bilden sich rundliche Blattflecken.
  • Auch Befall der breiten Blattrippen.
  • Temperaturen von 15-25°C und eine hohe Luffeuchtigkeit fördern die Pilzentwicklung.
  • Bei 10°C vermehrt sich der Pilz noch.
  • Eine Übertragung durch Erdflöhe wurde festgestellt.
  • Eine Saatgutübertragung ist möglich.
  • Ein leichter Befall der Umblätter ist akzeptabel, da die bei der Marktaufbereitung entfernt werden.
  • Die Krankheit kann sich auch noch im Kohl Lager weiter entwickeln.
  • Alternaria wir mit dem Saatgut übertragen.

Wirtspflanzen

  • Brassica Arten, Raphanus-Arten

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Feldhygiene: Befallene Bestandsreste sobald möglich schlägeln und einarbeiten.
  • Fruchtwechsel mit Nichtwirtspflanzen.
  • Kein Anbau neben befallenen Beständen, z.B. von Raps.
  • Weniger anfällige Sorten bevorzugen.
  • Befallsfreies Saatgut verwenden.
  • Befallsreie Jungpflanzen setzten
  • Zugelassene Fungizide verwenden.
  • Nur gesunden Kopfkohl einlagern.
  • Eine Lagertempertur unter 5°C stoppt die Weiterentwicklung der Pilzkrankheit.

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Falscher Mehltau an Kohl (yaloperonospora parasitica)

Falscher Mehltau an Weißkohl. (J.Kreiselmaier)

Schadbild und Lebensweise

  • Synonym: Peronospora parasitica.
  • Kann vor allem bei der Pflanzenanzucht gefährlich werdend.
  • An den Keimblättern oder Echten Blättern entstehen gelbliche Flecken.
  • Auf der Unterseite der Blätter bildet sich ein weißgrauer Pilrasen.
  • Eine Pflanzenanzucht in schlecht gelüfteten Folienhäusern ist besonders riskant.
  • Hohe Luffeuchtigkeit begünstigt die Pilzentwicklung.
  • Zur Keimung der Konidien sind 8-12°C förderlich.
  • Das Eindringen des Pilzes in die Kohlblätter ist bei 15-17°C besonders schnell möglich.
  • Bei der Lagerung von Kohlköpfen kann der Pilz auch großen Schaden anrichten.

Wirtspflanzen

  • Brassica-Arten un dRaphanus-Arten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Vorbeugemaßnahmen insbesonder eauf die JUngpflaneznazuch ausrichten.
  • Blattfeuchte Zeiten minimieren.
  • Bei der Pflanzenanzucht die Taubildung vermeiden.
  • Nach einer Überkopf-Bewässerung für eine schnelles Abrocknen sorgen.
  • Eine Sonneneisntrahlung von 5 oder mehr Stundne kann die Konidien zerstören.
  • Bei Schadensverdacht robustere Sorten bevorzugen.
  • Bei Feldauswahl weiter Fruchtwechsel mit den Wirtspflanzen.
  • Ein eErnteverfrühun gmit Folei und Vlies kann den Befall fördern.
  • eine ganztägige Abnahme bei sonnenschein kann den Befall minimieren.
  • Normale Freilandkulturen sind weniger stark gefährdet.
  • Notfall Einsatz zugelassenen Fungizide.
  • Für die Kohlagerung nur gesunde, mehltaufreie Köpfe verwenden.

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Fusarium Welke (Fusarium oxysporum f.sp.conglutinans)

Fusarium Befall an Kohlpflanzen. (J.Kreiselmaier

Die Fusarium -Welke ist weltweit gesehen eine wichtige Kohlkrankheit. Wegen ihrer hohen Temperaturansprüche ist sie in unseren Regionen noch nicht so gefürchtet. Mit zunehmender Klimaerwärmung kann die Krankheit an Bedeutung gewinnen.

Schadbild und Lebensweise

  • Bei höheren Temperaturen können die Pflanzen welken.
  • In den Kohlstrünken findet man verfärbte Leitungsbahnen.
  • Die älteren Blätter sterben halbseitig ab und vergilben.
  • Der Pilz braucht zur Entwicklung Temperaturen von über 16°C.
  • Vorteilhafte Bodentemperaturen liegen im Bereich von 25-30°C.

Wirtspflanzen

  • Brassica-Arten und Raphanus-Arten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Eine chemische Bekämpfung ist nicht möglich.
  • Befallsfreie Flächen auszuwählen.
  • Fruchtfolge optimieren.
  • Konsequente Feldhygiene
  • Bei einem Befallsrisiko resistente Sorten prüfen.
  • Kalkstickstoff kann Befallsdruck verringern.
  • Biologische Bekämpfung mit Trichoderma viride erwägen.

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Grauschmimmel (Botrytis cinerea)

Botrytis Befall an Wirsing. (J.Kreiselmaier)

Bedeutende Pilzkrankheit, insbesondere auch bei der Kopfkohl Lagerung.

Schadbild und Lebensweise

  • Synonyme: Botryotinia fuckeliana und Sclerotinia fuckeliana
  • Oft beginnt der Befall an geschwächte, vergilbende Keimblätter.
  • Der Pilz befällt oft auch allem geschädigtes Gewebe.
  • Im Bestand kann Botrytis leicht als Sekundärbefall auftreten.
  • Bei der Langlagerung von Kopfkohl ist Botryris cinerea bes. gefährlich.
  • Der Pilz kann sich in einem weiten Temperaturbereich, von Null bis 30°C, entwickeln.
  • Der Pilz hat über 200 Wirtspflanzen Arten.

Wirtspflanzen
Allium, Beta, Brassica, Capsicum, Cichorium, Cucumis, Cucumis, Cucurbita, Cynara, Daucus, Helianthus, Lactuca, Lens, Phaseolus, Pisum, Rumex, Solanum, Solanum, Valerianella, Vicia und viel andere Arten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Bei der Jungpflanzenanzucht, insbesondere im Frühjahr auf optimale Bedingungen für dei Jungpflanzen achten
  • Beim Jungpflanzenkauf auf gesund eKeimblätter achten.
  • Eine vorbeugende Bekämpfung bei der Jungpflanzen Anzucht ist überlegenswert.
  • Beim Fungizideinsatz die mögliche Resistenzbildung bedenken.
  • Kopfkohl für die lagerung nur bei Trockenheit ernten.
  • Nut gesunde Kopfkohl Partien einlagern.
  • Langlagerung so kühl wie möglich.

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Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae)

Kohlhernie mit den typischen Wurzelverdickungen

Beim Anbau in mit Kohlhernie versuchten Parzellen muß mit starken Ausfällen gerechnet werden.

Schadbild und Beschreibung

  • Es bilden sich verdickte, knollige Wurzeln.
  • Die Pflanzen welken, insbesondere in warmen, sonnigen Perioden.
  • Bei einer stärkeren Bodenverseuchung ist mit einem Totalausfall zu rechnen.
  • Es handelt sich um einen Schleimpilz, der einzellige Schwärmsporen bildet.
  • Im Bodenwasser können sich die Schwärmsporen frei bewegen.
  • Der Pilz kann viele Jahre lang im Boden überdauern.
  • Bei Temperaturen von etwa 10 bis 30°C kann der Pilz Pflanzen befallen.
  • Leichte Böden sind für den Pilz günstiger als schwere Böden.
  • Ein niedriger pH-Wert des Bodens ist förderlich für die Pilzentwicklung.
  • Plasmodiophora brassicae kann auch an einigen Beikräutern vorkommen.
  • Der Pilz bildet eine ganze Anzahl an Pathotypen.

Wirtspflanzen
Alle Kreuzblütler-Arten, insbesonder Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi und Kopfkohl.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreie Parzellen auswählen.
  • Weiter Fruchtwechsel mit Kreuzblütler.
  • Teilresistente Sorten testen.
  • Versuche mit 100 dt/ha Brandkalk, rechtzeitig vor der Pflanzung ergaben eine beachtliche Ertragsverbesserung.
  • Größere Kalkstickstoffgben reduzieren den Befallsgrad.

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Rhizoctonia (Rhizoctonia solani)

Rhizoctonia solani an Wirsing. (J.Kreiselmaier)

Bei der Kopfkohl-Anzucht kann ein Rhizoctonia Befall zu einer Schwarzbeinigkeit führen. Auch später auf dem Feld sind schwere Schäden möglich.

Schadbild und Lebensweise

  • Synonyme: Corticium sasakii, Thanatephorus cucumeris, Thanatephorus sasakii
  • Schon bei der Keimung kann eine Befall vorkommen.
  • Es kommt zu der sogenannten Schwarzbeinigkeit bei dei Keimlinge absterben.
  • Auch später auf dem Feld ist eine Befall möglich.
  • Bei Verletzungen des Strunkes, z.B. durch Kohlfliegen Maden, kann es zur Umfallkrankheit kommen.
  • Rhizoctonia solan bildet Mikrosclerotien aus, die jahrelang im Boden überdauern könen.
  • Rhizoctonia solani entwickelt sich bes. bei kühlen und feuchten Bedingungen.
  • Bei Temp. unter 10°C findet kaum eine Infektion statt.
  • Bei 20°C und ausreichender Feuchte entwickelt sich der Pilz rasant.

Wirtspflanzen
Allium, Anethum, Apium, Artemisia, Beta, Brassica, Capsicum, Cichorium, Citrullus, Coriandrum, Cucumis, Cucurbita, Daucus, Diplotaxis, Eruca, Glycine, Helianthus, Lactuca, Lens, Ocimum, Phaseolus, Physalis, Pisum, Raphanus, Rosmarinus, Solanum, Spinacia, Thymus, Valerianella, Vicia und viele weitere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreie Parzellen (ohne Mikrosklerotien im Boden) wählen.
  • Fruchtfolge optimieren z.B. durch Wechsel mit Getreideanbau.
  • Optimierte Feldhygiene zur Minimierung der Mikro-Sclerotienbildung, z.B. sofort nach der Ernte Bestandsreste zerkleiner und einarbeiten.
  • Bei Bedarf zugelassene Fungizide, z.B. bei der Jungpflanzenanzucht einsetzen.

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Ringfleckenkrankheit (Neopseudocercosporella brassicae)

Ringfleckenkrankheit an einem Kohlblatt

Bedeutende Kohlkrankheit, die bes. in Norddeutschland schon große Schäden angerichtet hat.

Schadbild und Lebensweise

  • Synonym: Mycosphaerella brassicicola
  • Es bilden sich rundliche, graubraune bis schwärzliche Flecken.
  • Durch die Zonierung der Flecken entsteht eine ringähnliche Struktur.
  • Die Flecken haben einen Durchmesser von 0,5-3,5 cm, machmal auch größer.
  • Bei einem starken Befall sterben die Blätter ab.
  • Die Verbreitung der Krankheit erfolgt durch Ascosporen, die der Wind transportiert.
  • Zur Sporulation ist Feuchtigkeit nötig.
  • Feuchte Klimate mit viel Regen, Nebel und Tau begünstigen den Pilz.
  • Temperaturen von 15-20°C sind bes. günstig.
  • Bei der Lagerung von Kopfkohl kann sich der Pilz weiter entwicklen.
  • Sogar bei 1°C kan sich der Pilz noch entwicklen.
  • Die Kopfkohl Sorten sind unterschiedlich empfindlich.
  • Benachbarte Rapsfelder gelten als risikoreiche Infektionsquelle.

Wirtspflanzen

  • Brassica napus, Brassica nigra, Brassica carinata, Brassica juncea, Brasica oleracea, Thalapsi arvense.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Möglichst kein Anbau neben Rapsfelder.
  • Weiter Fruchtwechsel im Bereich der Wirtspflanzen.
  • Befalle Bestandreste sobald möglich zerkleiner und einarbeiten.
  • Robuste Sorten wählen.
  • Bei der Beregnung auf eine Minimierung der Blattnässe achten.
  • Notfalls zugelassene Funizide einsetzen.

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Sclerotinia Fäule (Sclerotinia sclerotiorum)

Sclerotinia an Spitzkohl

Bedeutensten Pilzkrankheit, die besonders gegen Kulturende und bei längere Lagernung in ungekühlen Räumen gefährlich werden kann.

Schadbild und Lebensweise

  • Der Pilz befällt Blätter oder Strunk.
  • Bes. auch beim Lagerkohl aktuell.
  • Es entsteht zunächst eine weißliche Pilzmyzel
  • Nach ein paar Wochen bilden sich die schwarzen Dauersporen
  • Die Dauersporen (Sclerotien) können viele Jahre im Boden überdauern.
  • Neupflanzungen können vom Boden her über vorhandene Sclerotien befallen werden.
  • Günstige Infektionsbedingungen herrschen bei 15-21°C
  • Zur Auskeimung der Ascosporen benötigt der Pilz eine Feuchteperiode von 16-72 Stunden.

Wirtspflanzen
Allium, Anthriscus, Borago, Brassica, Brassica, Capsicum, Cichorium, Cucumis, Cynara, Daucus, Diplotaxis, Helianthus, Ipomoea, Lactuca, Lens, Lepidium , Phaseolus, Pisum, Portulaca, Raphanus, Solanum, Solanum, Vicia und viel andere.

Vorbeugen und Bekämpfen

  • Befallsfreie Parzellen wählen.
  • Anbau in getreidereicher Fruchtfolg escheint vorteilhaft.
  • Eine biologische Bekämpfung mit Coniothyrium minitans ist möglich.
  • Bie Bodenbehandlung sollte rechtzeitig vor der Kohlpflanzung erfolgen.

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Weißer Rost (Albuga candida)

Weißer Rost an einem Kohlblatt. (J.Schlaghecken)

Pilzkrankheit, die vor allem in kühleren und feuchteren Regionen auftritt.

Schadbild und Lebensweise

  • Wird nicht den Rostpilzen zugeordnet.
  • Gehört zu den Oomycetes.
  • Ein Pflanzenbefall ist sowohl örtlich als auch systemisch möglich.
  • Die befallenen Blattpartien verfärben sich gelblich grün.
  • Es bilden sich weißliche oder cremfarbige Pustel mit einem Durchmesser von ca. 2 mm.
  • die Pustel sind gefüllt mit Sporangien.
  • Die Kopfkohl Sorten sind unterschiedliche empfindlich.
  • Spitzkohlsorten scheinen generell empfindlich.
  • Albugo candia an Hirtentäschel befällt nich die Kopfkohlpflanzen.

Wirtspflanzen

  • Brassica napus, Brassica oleracea, Camelina sativa, Capparis, Eruca, Eutrema japonicum, Lunaria,

Raphanus sativus

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Fruchtwechsel mit nicht Wirtspflanzen.
  • Feldhygiene: Befallene Bestandsreste so bald möglich schlägeln und einarbeiten.
  • Wenn nötig, zugelassene Fungizide einsetzten.

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Schädlinge

An Kopfkohl Bestände können verschiedene Schädlinge auftreten, die im Extremfall zu einem Gesamtausfall führen können. Die wichtigsten Schädlinge sind die Kohlfliegen, die verschiedene Raupenarten, die Kohlblattläuse und Thripse.


Blattläuse (Myzus persicae und andere )

Blattläuse an Wirsing Blatt. (J.Kreiselmaier)

Blattläuse können insbesondere durch ihre Übertragung von Viruskrankheiten sehr gefährlich werden.

Schadbild und Beschreibung

  • Besonders gefährlich ist die Pfirschblattlaus (Myzus persicae], die hier näher beschrieben wird.
  • Synonyme: Aphis dianthi, Aphis malvae, Myzodes persicae und Myzus tabaci.
  • Ein starker Befall kann die Vermarktungsfähigkeit stören.
  • Tritt vor allem von Mai bis September auf.
  • Die ungeflügelten Tiere sind etwa 1,8-2,5 mm groß.
  • Eine schnelle Verbreitung wird durch geflügelte Tiere möglich.
  • Ein Lebenszyklus dauert im Sommer 2 Wochen.
  • Pro Jahr gibte etwa 10 Generationen.
  • Die im Herbst gelegten Eiern dienen der Überwinterung.
  • Gefährlich ist insbesondere die Übertragung von Viruskrankheiten.

Wirtspflanzen

  • Allium, Apium graveolens, Asparagus officinalis, Beta vulgaris, Borago officinalis, Brassica Arten, Brassica napus, Brassica oleracea, Capsicum, Cichorium, Citrullus, Cucumis melo, Cucurbita, Cynara, Daucus carota, Eruca, Glycine max, Ipomoea, Ipomoea batatas, Lactuca, Lens culinaris, Phaseolus, Pisum sativum, Raphanus sativus, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Solanum tuberosum, Spinacia oleracea, Vicia faba und viele andere Zierpflanzen usw..

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Schutznetze können helfen.
  • Nützlinge fördern.
  • Wenn nötig, zugelassene Insektizide verwenden.
  • Die verwendeten Insektizide sollten nützlingsschonend sein.

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Drahtwürmer (Elateridae)

Drahtwürmer

Drahtwürmer konnen insbesodere junge Kohlbestände schädigen.

Schadbilder und Lebenweise

  • Drahtwürmer sind die Larven der Schnellkäfer
  • Die Drahtwürmer starten klein mit weniger als 2 mm und werden dann bis zu 30 mm lang.
  • Die Käfer sind 8-10 mm groß.
  • Agriotes obscurus, lenatus und ustulatus und Athous hirtus sind wichtige Arten.
  • Der Name Schnellkäfer beschreibt die Möglichkeite der Käfer aus der Rücklage in die Luft zu schnellen.
  • Die gelb-orange Larve (Drahtwurm) besitzt drei Beinpaare und hat ein gut chitinisiertes Außenskelett.
  • Die Schnellkäfer schädigen in dem sie z.B. junge Kohlpflanzen im Boden anfressen und so zerstören.
  • Zieht man eine so welkende Pflanzen aus dem Boden findet man meist einen Drahtwurm.
  • Schnellkäfer haben einen drei- bis fünfjährigen Entwicklungszyklus.
  • Ihr üblicher Lebensbereich ist das Grünland.

Wirtpflanzen

  • Beta, Brassica, Daucus, Lactuca, Medicago Pisum, Solanum, Trifolium, Vicia, Zea und andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Parzellen mit Drahtwurmbesatz für den Anbau von gefährdeten Gemüsearten wir z.B.Kohl und Salat meiden.
  • Bei unklarem Befallsverdacht mit Köder (z.B. Kartoffeln) den Besatz ermitteln.
  • Mehrfache, feinkrümelige Bodenbearbeitung kann die trockenheitempfindlichen Eier und Larven schädigen bzw. auch zerstören.

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Erdflöhe (Psylliodes Arten)

Kohlerdfloh mit Fraßschaden an einem Blatt. (J.Schlaghecken)

Erdflöhe könne insbesondere bei Direktsaatkulturen die jungen Keimflinge und junge Pflanzen schädigen.

Schadbild und Beschreibung

  • Vor allem Phyllotreta cruciferae (Gewöhnlicher Erdfloh)und Ph.undulata (Geschweiftstreifiger Kohlerdfloh).
  • Die sogenannten Erdfflöhe ind Käfer.
  • Vor allem die erwachsenen Tiere fressen kleine Löcher in die Kohlblätter.
  • Im Keim- und Sämlingsstadium ist schnell ein Totalschaden möglich.
  • Bei Direktsaaten von Kopfkohl kann der Anbauerfolg gefährdet werden.
  • Jungpflanzenanzuchten mit Direktsaaten im Freiland sind stark gefährdet.
  • Bei der üblichen Kopfkohl Pflanzkultur sind die ersten Wochen auf dem Feld gefährdet-
  • Die erwachsenen Erflöhe sind ungefähr 1,5-3,0 mm lang.
  • Es gibt eine Generation pro Jahr.
  • Die Käfer legen ihre Eier im Boden ab.
  • Die Larven ernähren sich von den Wurzeln.
  • Die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer dauert ca. 3 Monate.
  • Erdflöhe können das gefährliche Turnip yellow mosaic Virus übertragen.

Wirtspflanzen

  • Brassica oleracea, napus und andere, Eruca und Sinapsis alba.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Für den Anbau eine Gemarkung mit wenige oder besser keinen Wirtspflanzen auswählen.
  • Mit Gelbtafeln läßt sich der Zuflug kontrollieren.
  • Eventl. Schutznetzte verwenden.
  • Maschenweite maximal 0.9 mm.
  • Vor der Auflage der Schutznetzte muß die Parzelle befallsfrei sein.
  • Bei Bedarf Einsatz zugelassener Insektizide.
  • Die verwendete Insektizide sollten nützlingsschonend sein.

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Erdraupen (Agrotis ssp.)

Erdraupen Schaden an Kohlpflanze. (J.Schlaghecken

Erdraupen können insbesondere Kopfkohlbestände kurz nach der Auspflanzen schädigen.

Schadbilder und Lebensweise

  • Erdraupen sind bodenbewohnende, nachtaktive Raupen.
  • Erdraupen sind die Larven verschiedener Eulenfalterarten.
  • Wichtige Arten sind: Agrotis segetum (Saateule), Agrotis ipsilon (Ypsilineule) und (Agrotis exclamationis (Ausrufezeichen).
  • Die Falter-Falter legen ihre Eier in Bodennähe auf Pflanzen ab.
  • Die Eulen fliegen ab Ende April.
  • Die Erdraupen erscheinen etwa ab Juni.
  • Die Raupen werden bis zu 5 cm lang.
  • Die älteren Raupen leben vorwiegend im Boden und fressen bzw. schädigen Gemüsepflanzen.
  • Einige Arten bilden mehrere Generationen pro Jahr.
  • Teilweise überwintern die Raupen und verpuppen sich erst im Folgejahr.

Wirtspflanzen

  • Beta, Brassica, Daucus, Pastinaca un dviele Andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Eine Bekämpfung mit Insektiziden ist kaum möglich.
  • Kalkstickstoffeinsatz kann nur begrenzt helfen, da sich die Erdraupen z.T. in größeren Bodentiefen befinden.
  • Eine feinkrümelige Bodenbearbeitung kann Erdraupen schaden.
  • Nematoden der Art Steinernema carpocapsae werden zur biologischen Bekämpfung von Erdraupen angeboten.

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Kohldrehherzmücke (Contarinia nasturtii)

Kohldrehherzmücken Schaden an Rotkohl. (J.Schlaghecken)

Die Larven der Kohldrehherzmücken können durch die Beschädigung der Vergetationspunke einen beachtichen Schaden anrichten. Schäden sind vor allem beim Anbau von Brokkoli bekannt. Blumenkohl, Kohlrabi und Kopfkohl Planzen sind wohl etwas weniger attraktiv.

Schadbild und Lebensweise

  • Die Blattbildung im Vegetationspunkt wird gestört.
  • Die Weibchen legen 15-25 Eier in die allerjüngsten Blattstiele.
  • Die Mücken sind etwa 2 mm groß.
  • Bei den Einstichen werden Toxine abgegeben, die zu einer Wuchshemmung führen.
  • Durch die ungleichen Wuchsimpulse kommt es zu dem "Drehherz"-Effekt.
  • Bei einem starken Befall ist ein Totalausfall möglich.
  • Die Mückenart liebt feuchtere und windstille Stellen.
  • Doe Larven überwintern in Erdkokons.
  • Pro Jahr gibt es 3-4 Generationen.
  • Etwa ab Mitte Mai erscheinen die ersten Mücken.

Wirtspflanzen

  • Brassica Arten, Rhaphanus-Arten

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Weiter Fruchtfolge mit den Wirtspflanzen.
  • Möglichst kein Anbau neben einer Parzelle mit letztjährigem Befall.
  • Isekteschutznetze am Feldrand können vor einem Zuflug stoppen.
  • Bei Befallsverdacht Gelbtafeln zur Populationskontrolle einsetzen
  • Dei aktuellen Warndiesthinweise der Beratungsdiesnte nutzten.
  • Notfalls zugelassene Insektizide einsetzten.
  • Die Insektizide sollen die Mücken vor und bei der Eiablage treffen.
  • Es muß eine intensive Benetzung der Vegetatiosnstellen bzw. der Pflanzenherzen sicht gestellt werden.

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Kohlfliege (Delia floralis und radicum)

Kohlfliegenmaden in bzw. an einem Kohl Strunk. (Rasbak)

Die Maden der Kohlfliegen können, insbesondere in Regionen mit einem starken Kreuzblütleranbau, gefährlich werden.

Zwei Arten

  • Kleine Kohlfliege (Delia radicum)
  • Große Kohlfliege (Delia floralis) meist weniger gefährlich.

Schadbild und Beschreibung' von Delia radicum

  • Die Maden der Kohlfliegen fressen im Strunk und selten auch in den Blattrippen.
  • Bei eine leichter Befall welken die Pflanzen.
  • Bei einem stärkeren Befall, mit mehreren Maden pro Pflanzen, sterben die Kohlpflanzen ab.
  • An den befallen Stellen kann sich eine sekundäre Fäulnis entwickeln.
  • Die Fliegen ähneln den Stubenfliegen und sind etwa 6 mm groß.
  • Im Frühjahr schlüpfen die Fliegen aus den überwinterten Puppen.
  • Die ersten Fliegen erscheinen etwa zur Zeit der Kastanienblüte.
  • Die Weibchen legen ihre Eier meist am Kohlstrunk in Bodennähe ab.
  • Ein Weibchen kann bis zu 100 eier ablegen.
  • Die Eier sind länglich, weiß und etwa 1 mm lang.
  • Kohlfliegen Eier sind sehr Trockenheitsempfindlich.
  • Nur aus einem geringer Teil der Eier enstehen ketztendlich Fliegen.
  • Nach 4-8 Tagen schlüpfen die 6-9 mm langen Maden.
  • Die Maden fressen vorwiegend im Strunk und Wurzelbereich.
  • Nach 3-6 Wochen verpuppen sich die Maden.
  • Es gibt bis zu drei Generationen.
  • Die Puppen der letzten Generation überwintern.

Wirtspflanzen

  • Armoracia, Barbarea, Brassica Arten, Rhaphanus, Sinapsis.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Weiter Fruchtwechsel mit Kreuzblütler.
  • Kein Kohl nach Kohl.
  • Befallsfreie Parzellen (ohne Kohlfliegen Puppen) wählen.
  • Die üblichen Folien- oder Vliesbedeckungen im Frühjahr schützen vor einem Kohlfliegenschaden.
  • Insektenschutznetze auflegen.
  • Die Flugaktivität läßt sich mit Gelbtafeln kontrollieren.
  • Mit guten Augen oder mit Hilfe einer Lupe läßt sich die Eiablage kontrollieren.
  • Bei starker Befallsvermutung evtl. auch zugelassene Insektizide verwenden.

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Kohlrübenblattwespe (Athalia rosae)

Kohlrübenblattwespen Schaden an Chinakohl. (DLR-Rheinpfalz)
  • Die Raupen der Kohlrübenblattwespe sind ein gefährlicher Schädling an Chinakohls, Radieschen, Rettich und Meerrettich. Gelegentlich gehen sie auch an Kopfkohl Pflanzen.

Schadbild und Beschreibung

  • Athalia rosae ist eine Pflanzenwespe aus der Familie der Blattwespen
  • Die Raupen fressen an den Blättern des Chinakohls
  • In wenigen Tagen können sie einen enormen Schaden anrichten.
  • Die Wespen sind etwa 6-8 mm groß
  • Im Gegensatz zu den normalen Wespen haben sie 10-gliedrige, zum ende hin verdickte Fühler.
  • Die Wespen fliegen etwa von Mai bis Oktober.
  • Man findet die Wespen vor allem auf den Blüten von Doldenblütler.
  • Die Larven werden bis zu 17 mm lnag. Ihre Farbe wechselt von graungrün zu schwärzlich.
  • Die Larvengestalt enspricht der Form einer Afterraupe.
  • Die Larve fressen täglich etwa die Masse ihres Anfangskörpergewichtes an Blattgewebe

Wirtspflanzen

  • Armoracia rusticana, Brassica napus, Brassica oleracea, Raphanus sativus, Sinapis alba.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Ständige Kontrolle der Bestände ist nötig.
  • Warndienste der amtlichen und privaten Beratungsdienste nutzen.
  • Insekten Schutznetzte können helfen.
  • Eine Raupenbekämpfung ist mit zugelassenen INsektiziden möglich.
  • Nützlingsschonende Insektizide bevorzugen.

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Mehlige Kohlblattlaus (Brevicoryne brassicae)

Mehlige Kohlblattläuse an einem Kohlblatt. (James K. Lindsey)

Ein Befall von der Mehligen Kohlblattlaus kann zu Qualitäts- und Ertragsverlusten führen.

Schadbild und Beschreibung

  • Die bepuderten Blattläuse besiedeln vor allem die Blattunterseiten.
  • Die grünlichen Tiere zeigen sich auf Grund ihrer Wachsbepuderung eher blaugrau.
  • Die befallen Blätter werden fleckig und buckelig.
  • An den Befallsstellen findet man Wachs und Honigtau.
  • Läuse sind etwa 2,0 bis 2,7 mm groß.
  • Sie überwintert als Ei auf Kreuzblütlerpflanzen.
  • Im Frühjahr shlüßfen aus den Eiern Stamm Mütter.
  • Später entwicklen sich geflügelte Tiere
  • Pro Jahr gibt es mehrere Generationen.
  • Kann Turnip Mosaic Virus übertragen.
  • Nach mehreren Wochen gewinnen natürliche Gegenspieler an Bedeutung.

Wirtspflanzen

  • Pflanzenarten der Kreuzblütlerfamilie

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Nützlinge wie die Brackwespe Diaeretiella rapae und die Larven von Gallmücken, Schwebfliegen und Marienkäfern fördern.
  • Feldhygine optimieren und befallene Bestände nach Ertnende sofort mulche.
  • INsektenschutznetzte rechtzeitig auflegen.
  • Zugelaasene Insektizide nutzen.
  • Nützlingsschonende Insektizide vevorzugen.

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Minierfliegen (Chromatomyia, Liromyza u.a.

Kohlblatt mit Minierfliegen Larven Befall. (J.Schlaghecken)

Die Larven verschiedener Minierfliegen Arten können in den Kohlblättern minieren und Schaden anrichten. Die Schäden sind im Allgemeinen jedoch eher weniger ertragsmindernd.

Wichtige Arten

  • Chromatomyia horticola
  • Liriomyza brassicae (Kohl Minierfliege)
  • Phytomyza rufippes (Blumenkohl Minierfliegen

Schadbild und Lebensweise

  • An den Kohlblättern entstehen z.T. linienförmige oder fleckige Aufhellungen.
  • Manchmal sieht man im veränderten Blattgewebe einzelne Larven.
  • Zur Kontrolle das befallene Blatt im Gegenlicht betrachten.
  • Die Larven minieren im Blattgewebe und schädigen es.
  • Befallene Blattpartien vergilben und sterben ab.

Wirtspflanzen

  • Brassica Arten

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Eine direkte Bekämpfung ist sehr schwierig.
  • Strenge Feldhygiene ein halten.
  • Befallene Bestandreste bald möglichst schlägeln und einarbeiten.

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Nematoden (Ditylencus, Heterodera, Meloidogyne usw.)

Heterodera schachtii an Rübern; kann auch an Kopfkohl auftreten. (J.Schlaghecken)

Verschiedene Nematoden Arten können auch Kopfkohlbestände schädigen. Zu größeen Ausfällen durch Nematoden kommt es jedoch eher selten. <br

Aktuelle Arten

  • Wurzelgallälchen: Meloidogyne hapla und incognita.
  • Kohlzystenälchen: Heterodera cruciferae.
  • Rübenzystenälchen: Heterodera schachtii.
  • Stängelälchen: Ditylenchus dipsaci.
  • Pratylenchsu penetrans.

Schadbild und Lebensweise

  • Es entstehen Wuchshemmungen.
  • Meloidogyne hapla kommt eher im Freiland vor, M incognita eher in wämeren Bereichen.
  • Bei Hetetodera-Arten bilden sich kleine Zysten an den Wurzeln.

Wirtspflanzen Meloidogyne hapla
Allium, Apium, Beta, Brassica, Capsicum, Cucumis, Cucurbita, Daucus, Ipomoea, Lactuca, Pastinaca, Raphanus, Solanum, Spinania, Spinacia und viel andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallene Parzellen meiden.
  • Fruchtwechsel mit Nicht-Wirtspflanzen.
  • Ein 2-3-jähriger Getreide- oder Maisanbau soll den Befall mindern.
  • Eine 4-5-monatige Schwarzbrache im Sommer kann den Befallsdruck merklich senken.
  • Biofumigation kann helfen.

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Rapsglanzkäfer (Brassicogethes aeneus)

Rapsglanzkäfer. (Francisco Welter-Schultes)

Rapsglanzkäfer können an den Deckblättern des Kopfkohls fressen und so Schaden anrichten. Bei der Kohl Saatgutgewinnung sind sie vor allem während der Blütezeit gefährlich.

Schadbild und Beschreibung

  • Synonym: Meligethes aeneus
  • Weit verbreiterter Raps-Schädling in Europa.
  • Die Käfer sind etwa 2-3 mm groß.
  • Die Käfer fressen an den Blütenpollen und manchmal auch an Deckblätter des Kopfkohls.
  • Die Käfer legen ihre Eier in die ungeöffneten Blüten.
  • Die sich entwicklenden Larven gefährden die Samenbildung.
  • Die Verpuppung erfolgt im Boden.
  • Je nach Entwicklungsbedingungen dauert ein Lebenszyklus 25-30 Tage.
  • Die üblicherweise vorkommende zweite Generation überwintert.
  • Von benachbarten Rapsfeldern können die Käfer auch auf Kopfkohlbestände fliegen.
  • Vorallem im Frühjahr, etwa im Mai, ist mit dem Schädling zu rechnen.

Wirtspflanzen

  • Barbarea, Brassica oleracea, Brassica napus, Sinapsis alba

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Den Anbau von Kopfkohl möglichst nicht in Gewanne mit einem Winterrapsanbau.
  • Den Zuflug genau beobachten und die Schadschwelle bedenken.
  • Mit einem Zuflug ist wohl erst bei 15°C oder wärmer zu rechnen.
  • Wenn nötig, einen Insektizideinsatz mit zugelassenen Mitteln erwägen.
  • Aauf den Bienenschutz zu achten.
  • Aktuelle Warndiensthinweise nutzen.

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Raupenfraß (Mamestra, Pieries, Plutella)

Kohleulen Raupen Fraßschaden an Wirsing. (Rasbak)

Die Raupen verschiedener Falterarten können dne Chinakohl stark schädigen. Neben dem Fraßschaden kann auch der Raupenkot Probeme bereiten.

Schadbild und Beschreibung

  • Folgene Arten sind bes. oft anzutreffen.
  • Großer Kohlweißling (Pieris brassicae).
  • Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae).
  • Kohlleulen (Mamestra brassicae).
  • Kohlmotten (Plutella xylostella).
  • Alle schädigen durch den Fraß der Raupen.
  • Insbesondere beim Auftreten der Kohleulen ist mit einer Kotverschmutzung des Erntegutes zu rechnen.
  • Die Schmetterlingsarten haben jeweils ihre speziellen Zeiten der Eiablage.
  • Es können pro Jahr mehrere Generationen vorkommen.

Wirtspflanzen

  • Insbesondere alle Kreuzblütler Arten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Parzellen wählen, die nicht mit den Puppen der Schädlinge bestückt sind.
  • Nützlingspopulationen fördern.
  • Eine rechtzeitige Auflage eines Insektenschutznetzes kann schützen.
  • Bei Bedarf mit zugelassenen Insektiziden bekämpfen.
  • Nützlingsschonende Insektizide bevorzugen.
  • Junge Raupe lassen sich allgemein leichter mit Insektizide bekämpft als alte.

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Schnecken (Wegschnecken, Ackerschnecken u.a )

Schneckenfraß an Spitzkohl. (J.Schlaghecken)

Schnecken können Kohlpflanzen schädigen. Gefährdet sind u.a. die Keimlinge bei der sehr selten vorkommenden Direktsaat Kultur oder auch Kohlpflanzen an Parzellenränder neben Rückzugsbebiete der Schnecken wie z.B. Gräben.

Die wichtigsten Nacktschneckena Aten

  • Ackerschnecken (Deroceras-Arten)
  • Egelschnecken (Limax-Arten)
  • Kielnacktschnecken (Milax-arten)
  • Wegschnecken (Arion-Arten

Schadbild und Lebensweise

  • Fraßschäden an den Blatträndern oder Lochfraß.
  • Besonders beliebt sind die jungen Herzblätter.
  • Schleimspuren weisen auf eine Schneckenfraß hin.
  • Bei Befallsverdacht frühzeitig Besatzkontrolle durchführen.
  • Kontrollgänge sind spät abends oder früh morgens empfehlenswert.

Wirtspflanzen

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Neben riskannten Rückzugsorten einen Pflanzstreifen frei lassen.
  • Schneckenkorn einsetzten.
  • Kalkstickstoff hat eine Nebenwirkung.

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Thripse (Thrips tabaci und ähnliche()

Thrips Schaden am Weißkohlblatt. (J.Kreiselmaier)

Eine Schädling, der mit zunehmender Klimaerwärmung an Bedeutung gewinnt. Schäden sind an Rotkohl und Weißkohl zu befürchten.

Schadbild und Lebensweise

  • Die Thripse schädigen duch ihre Saugtätigkeit an den Deckblättern vonm Rotkohl und Weißkohl.
  • Die Thripse sind kleiner als 1 mm.
  • Ihre Farbe kann sich je nach Temperatur im Bereich von gelb bis braun verändern.
  • Thrips tabaci kommt an verschiedenen Pflanzenarten vor.
  • Die Thipse ernähren sich von den Säften der besuchten Pflanzen.
  • Thripse legen ihre Eier ins Pflanzengewebe.
  • Pro Saison sind etwa 4-6 Generationen möglich.
  • Ein Lebenszyklus dauert bei 20°C etwa 21-28 Tage und bei 30°C etwa 10-14 Tage.
  • Die Tiere überdauern auf den Wirtspflanzen, auf Pflanzenreste aber auch im Boden.
  • Die Verbreitung der Thripse erfolgt bevorzugt durch Wind.
  • Das größte Befallsriesiko besteht bes. von Juni bis August.
  • Thripse können auch bedeutende Viruskrankheiten wie z.B. das "Tomato spotted wilt virus" übertragen.

Wirtspflanzen

  • Allium, Armoracia rusticana, Asparagus officinalis, Avena sativa, Brassica napus, Brassica oleracea, Capsicum, Cucumis sativus, Cucurbita, Glycine max, Lactuca, Phaseolus, Pisum sativum, Raphanus sativus, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Solanum tuberosum, Triticum, Zea mays und viele andere Zierpflanzen usw.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • In der kritischen Zeit Wöchentliche Kontrollen der Bestände.
  • Nutzung der örtlichen Pflanzenschutz-Warndienste.
  • Die Sortenunterschiede nutzen.
  • Häufiges Beregnen mit kleinen Wassergaben mindert den Befall.
  • Spezielle Untersaaten können den Befall mindern, führen aber zu Ertragsverlusten.
  • Eine Auflage von Schutznetzen kann helfen, hat sich aber in der Praxis nicht durchgesetzt.
  • Natürlich vorkommende Nützlinge können im Idealfall größere Thripsschäden verhindern.
  • Im Extremfall zugelassene Insektizide einsetzen. Aber Vorsicht vor nützlingsschädigenden Insektiziden.

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  • Hortigate: Thrips tabaci
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Weiße Fliegen / Kohlmottenschildlaus (Aleyrodes proletella)

Weiße Fliegen an einem Wirsing Blatt. (J.Kreiselmaier)

Der wärmeliebende Schädling hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Mit zunehmender Klimaerwärmung und milderen Wintern könnte der Schädling noch an Bedeutung gewinnen.

Schadbild und Lebensweise

  • An den befallenen Pflanzen sieht man kleine weiße Fliegen.
  • Die erwachsenen Tiere sind etwa 1,5 mm groß.
  • Bei Annäherung fliegen die erwachsenen Tiere mmeist schnell davon.
  • Die Schädlinge findet man besonders an den Blattunterseiten.
  • Zu einer Massenvermehrung kommt es meist im trocknen und warmen Spätsommer und Herbst.
  • Die Eiablager erfolgt bei Temperaturen über 10°C.
  • Die Fliegen legen ihre Einer ringförmig an der Balttunterseite ab.
  • Pro Jahr können sich 4-5 Generationen bilden.
  • Bei 15°C dauert ein Lebenszyklus etea 52 Tage, bei 25°C etwa 19 Tage.
  • Nur die weiblichen Tiere überdauern kalte Winter.
  • Der Schaden entsteht u.a. durch die "Honigtau"-Ausscheidungen.
  • Auf den Ausscheidungen siedeln sich Schwärzepilze an.
  • Ernteprodukte mit einer stärkeren Weiße Fliegen Ansiedlung sind nicht vermartungsfähig.
  • Der Zuflug erfolgt meist von benachbarten, überwinternden Wirtspflanzen.

Wirtspflanzen
Brassia-Arten, Cichorium-Arten, Sonchus-Arten u.a.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Anbau möglichst in einer Gemarkung ohne benachbarte Befallsbestände.
  • Möglichst keine überwinternden Kohlbestände in der Gemarkung.
  • Intensive Feldhygienen Maßnamen sind dringend anzuraten.
  • Befallene Bestandsreste sobald möglich beeitigen (schlägeln und einarbeiten).
  • Der frühzeitige und sachgerechte Einsatz von Insektenschutznetze kann helfen.
  • Mindestens wöchentliche Befallskontrolle, um den Erstbefal zu erkennen.
  • Starkregen mit Wind kann eine Besiedlung von jüngeren Beständen stark reduzieren.
  • Bei Bedarf zugelassene Insektizide einsetzen. Eine Bekämpfung mit Insektizide ist äußerst schwierig.
  • Für eine wirksamen Insektizideinsatz müssen die Blattunterseiten gut benetzt werden.
  • Je frühzeitiger die Bekämpfung desto erfolgreicher.

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Wildverbiss(Vogelfraß)

Vogelfraß Schaden. (J.Schlaghecken)

Verschiedene Vogelarten können durch Blattfraß, insbesondere bei Neuanpflanzungen bzw. jungen Kohlbeständen einen großen Schaden arichten.

Aktuelle Vogelarten

  • Amseln, Fasanen, Krähen, Sperlinge und Tauben sind die wichtigsten, in Frage kommenden Vogelarten.

Schadbild und Lebensweise

  • Erste Schadbilder oftmals zunächst an den Blatträndern des Kohl sichtbar.
  • Die Blattränder sehen z.T. ausgefranzt aus.
  • Am Boden liegende Blattfetzen weisen auf eine Vogelfraß hin.
  • Bei frisch gepflanztem Kohl kann der Verlust eines Blattes schon einen erheblichen Schaden hervorrufen.
  • Pflanzungen am Waldrändern sind besonders gefährdet.

Wirtspflanzen

  • Alle Arten von Kohl und Salat sind besonders beliebt.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Im Frühjahr kann die Bedeckung mit Folie und Vlies zur Ernteverfrühung, schützen.
  • Generell hat sich die Bestandsbedeckung mit einem Voglelschutznetz bewährt.
  • Schreckschußapparate verlieren meist schon nach kurzer Zeit ihre Wirkung.
  • Evtl. kann eine stärkere Bejagung hilfreich sein.
  • Bei Wildverbiss Problemen mit den Jagdpächtern reden.

Schutznetzte Anbieter

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Wildverbiss (Hasen und Kaninchen)

Feldhase. (Hans-Dieter Graf, Waren/Müritz)

Hasen und Kaninchen können insbesondere bei den ersten Pflanzungen im Frühjahr schnelle eine große Schaden anrichten.

Schadbild und Lebensweise

  • Meist werden zunächst die Blattränder angefressen.
  • Bei einem stärkerem Fraß bleiben nur noch an paar Blattstumpen stehen.
  • Bei knappen Nahrungsangebot im März April sind Gemüsepflanzen bes. gefragt.
  • Bei Neupflanzungen im Frühjahr kommt es schnell zu einem Totalschaden.
  • Den größten Schaden findet man meist einem Feldrand mit einer geschützten Rückzugsmöglichkeit.
  • In Regionen mit jahrelangem, intensiven Kohlanbau fressen Hasen und Kaninchen sogar die Kohlpflanzen durch das Vlies an.
  • Bei einem ausreichenden Nahrungsangebot bevorzugen sie bestimmte Kohl Sorten.

Wirtspflanzen

  • Beliebt sind insbesondere Kohlpflanzen und Salatpflanzen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Im Frühjahr sofort nach der Pflanzung Schutz durch eine Vlies- oder Vliesauflage.
  • Generell kann eine Elektrozaun mit mehreren Drähten helfen.

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Lagerschäden

Für die Marktversorgung werden große Mengen an Kopfkohl gelagert. Hier kann es zu großen Ausfällen kommen.

Äthylenschäden

Äthylenschaden am Beispiel Blumenkohl. (J.Schlaghecken)

Durch das Vorhandensein von Äthylengas im lagerraum kann Kopfkohl sehr schnell einen enor geschädigt und unverkäuflich werden.

Schadbild

  • Die Blattrippen lösen sich vom Strunk.
  • Das Erntegut altert ungewöhnlich schnell.
  • Es kommt zu einer schnellen Vergilbung.

Vorbeugung

Weitere Infos


Lagerschäden durch Pilzkrankheiten

Strunkfäule an Weißkohl im Lager. (J.Schlaghecken)

Kopfkohl, der gelagert wird, kann durch Pilzkrankheiten enormen Schaden erleiden. Insbesondere vorbelastetes Erntegut, das länger bei suboptmalen Lagerbedingen aufbewahrt wird, ist gefährdet.

Aktuelle Lagerkrankheiten

  • Botrytis cinerea
  • Alternaria brassicola und brassicae
  • Fusarium aveaceum
  • Leptosphaeria maculans (Syn. Phoma lingam)
  • Mycospaerella brassicae
  • Penicilliu Arten
  • Rhizoctonia solani
  • Rhizopus stolonifer
  • Sclerotinia sclerrotiotum
  • Uloocladium Arten
  • Pseudocercosporella capsellae

Schadbild und Lebensweise

  • Oftmals Beginn einer Fäule am Strunk.

Vorbeugung

  • Nur gesunde Kohlköpfe einlagern.
  • Den Kopfkohl trocken ernten.
  • Für optimale Lagerbedinungen sorgen (siehe Lagerempfehlung).

Weitere Infos


Immer aktuallisierte Pflanzenschutzempfehlung zum Kopfkohl Anbau


Aktuell möglicher Einsatz von Pflanzschutzmitteln

In der Datenbank PS-INFO findet man einfach und schnell, für die jeweils ausgwählte Gemüsekultur, die aktuell zugelassenen Pflaanzenschutzmittel.

Logo PS Info.jpg



Welche Pflanzenschutzmittel beim Anbau von Kopfkohl einsetzbar bzw. zugelassen sind kann in der PS-Datenbank recherchiert werden.
PS Info: Aktuelle Zulassungssituation für den Anbau von Kopfkohl.


Siehe auch in Hortipendium


Autoren und Mitwirkende

  • Gammelgaard Magnus, Dänemark. (https://plante-doktor.dk)
  • Grünert Claudia, Heilbronn.
  • Hetterling Ursula, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR-Rheinpfalz), Neustadt/Wstr.
  • Kali & Salz GmbH, Kassel.
  • Kreiselmaier Jochen, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR-Rheinpfalz), Neustadt/Wstr.
  • Schlaghecken Josef, Neustadt/Wstr.
  • Weichmann Jürgen, Prof., TUM, München (Freising).


Quellen

  • Google scholar.
  • OpenMedia.
  • Greencommons.
  • Wikipedia Kopfkohl und die einzelnen Krankheiten und Schädlinge.
  • Wikimedia Kopfkohl und die einzelnen Krankheiten und Schädlinge.
  • Wiki.pestinfo. die einzelnen Krankheiten und Schädlinge.
  • Josef Schlaghecken (2016): Rund um das Saatgut: Kopfkohl. In: Zeitschrift "Gemüse". 52. Nr. 3. Seite Basiswissen. 


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