Kohlrabi Pflanzenschutz

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Schadursachen beim Kohlrabi Anbau. (J.Schlaghecken)
Vorbeugen ist besser als heilen.jpg

Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes) gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und ist eng verwandt mit der verschiedenen bekannten Gemüsearten wie Blumenkohl und Rettich. Beim Anbau können eine ganze Reihe von Krankheiten und Schädlingen auftreten, die großen Schaden anrichten und sogar zu einem Totalausfall führen können.

Inhaltsverzeichnis

Vorbeugender Pflanzenschutz schon bei der Kohlrabi Anbauplanung

Ziel: Gesunder, marktfähiger Kohlrabi. (J.Schlaghecken)

Hilfe für den Bio-Anbau sowie dem IP-Anbau (Integrierte Produktion)

  • Kohlrabi liebt mittelschwere bis schwerere Böden.
  • Die Böden vor Anbaubeginn auf ihre Nährstoffversorgung, P, K, Mg, B. usw. kontrollieren und optimieren.
  • Kohlrabi Anbau am besten auf Böden mit einem höheren pH-Wert.
  • Möglicht keine Parzellen mit größeren Bodensenken in denen bei stärkeren Niederschlägen Wasser stehen bleibt.
  • Kein Anbau auf Parzellen mit stärkerem Wurzelunkraut Vorkommen.
  • Unkrautarme Parzellen wählen und Falsche Saatbeet Technik nutzen.
  • Kein Anbau auf Parzellen mit stärkerem Wurzelunkraut Vorkommen.
  • Zur optimalen N-Versorgung bei der N-Düngung die Nmin-Vorräte und die N-Nachlieferung des Bodens berücksichtigen.
  • Weitere Informationen dazu gibt es in den Hauptartikeln Kohlrabi Erwerbsanbau.

Die Möglichkeiten des Einsatzes an Pflanzenschutzmitteln schon vor dem Anbau prüfen!

Fruchtwechsel optimieren

Grundsätzlich haben sehr eng verwandte Gemüsearten gleiche Krankheiten und Schädlinge. So ist es auch bei der hier behandelten Gemüseart, dem Kohlrabi, der zu der großen Pflanzenfamilie der Kreuzblütler (Brassicaceae) gehört. Einige ihrer Schaderreger sind bodenbürtig, das heißt, sie überdauern im Boden. Aus diesem Grunde ist es vorteilhaft, innerhalb der Fruchtfolge möglichst weniger als 20% Arten aus der gleichen Pflanzenfamilie anzubauen. Auf jeden Fall, wenn irgend möglich, so eng verwandte Pflanzenarten nie nacheinander anbauen. Im Folgenden die wichtigsten Arten der Familie der Brassicaceae.

Quellen

Der Sortenwahl große Bedeutung beimessen

  • Die Sortenwahl beim Anbau von Kohlrabi hat einen großen Einfluss auf den Anbauerfolg.
  • Durch eine gute Sortenwahl kann in vielen Fällen der Einsatz von Pflanzenschutzmittel reduziert werden.

Quellen

Konsequente Feldhygiene

  • Keine aktuellen (bodenbürtigen) Krankheiten mit dem Maschinenpark, Kompost usw. in die Felder bringen.
  • Bestandsreste nach Ernteende sobald möglich einarbeiten und zur Verrottung bringen.
  • Insbesondere die Verrottung der Kohlrabi Bestandsreste und Strünke nach der Ernte ist zu befördern.

Quellen

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Nichtparasitäre Ursachen

An Kohlrabi Bestände können nichtparasitäre Probleme auftreten, die zu einem Gesamtausfall führen können.
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Glasigkeit (Glassiness on Kohlrabi)

Glasigkeit an einem Kohlrabi Blatt. (Jochen Kreiselmaier)

Eine länger anhaltende Glasigkeit beim Kohlrabi Anbau kann zu ernsthaften Schäden, vor allem am Laub, führen.

Schadbild und Schadursache

  • Glasigkeit ist ein nichtparasitäres Problem und kann im Gemüsebau bei verschiedenen Gemüsearten und auch bei Kohlrabi großen Schaden anrichten.
  • Kritische Jahreszeiten sind im Freilandanbau der Herbst und im Gewächshausanbau der Herbst und Winter.
  • Unterschätzt wird vielfach, dass Glasigkeit eine ideale Pforte für einen sekundären Bakterien- oder Pilzbefall darstellt.
  • Glasigkeit entsteht vor allem dann, wenn die Wasseraufnahme einer Pflanze größer ist als die Wasserverdunstung.
  • Dies ist z.B. der Fall, wenn auf wüchsiges Wetter mit hoher Luft- und Bodentemperatur eine Periode mit langanhaltender, extrem hoher Luftfeuchtigkeit (z.B. langanhaltende Taunässe oder Nieselregen) folgt.
  • Witterungsbedingt ist die Verdunstung des über die Wurzeln aufgenommenen Wassers dann stark eingeschränkt.
  • In extremen Fällen wird der Wasserdruck dabei in den Zellen so groß, das Wasser in die Zellzwischenräume eindringt und sich damit die „Glasigkeit“ als solche zeigt.
  • Typisch ist das Auftreten an Blatträndern und die Begrenzung der glasigen Stellen durch die Blattadern.
  • Glasigkeit führt nicht zu Schäden, wenn sich die Verdunstungsmöglichkeit rasch wieder verbessert und das überschüssige Wasser an die Luft abgegeben werden kann.
  • Hält der Zustand der Glasigkeit jedoch über einen längeren Zeitraum an, so gelangt durch den anhaltenden Wurzeldruck immer mehr Wasser in die Zellzwischenräume. Irgendwann wird der Wasserdruck so groß, dass die Zellwände platzen und es zur Zerstörung des Blattgewebes kommt. Als Folge davon entstehen deutlich sichtbare Nekrosen.

Vorbeuge Maßnahmen

  • In den kritischen Zeiten die Bewässerung minimieren.
  • Notwendige Bewässerung möglichst so, dass alsbald der Bestand wieder abtrocknet.
  • Überhöhte N-Angebote vermeiden.
  • Bei häufigerem Auftreten, die Sortenwahl überprüfen.
  • Leicht erhöhte Salzgehalte im Boden verringern das Glasigkeit Risiko.
  • Die Borversorgung optimieren. Bormangel erhöht vermutlich das Befalls Risiko.

Quellen

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Hagelschaden

Starker Hagel Schaden an erntefertigem Kohlrabi.
(Josef Schlaghecken)

Hagel kann schnell Kohlrabi Bestände beschädigen und Bestände vernichten.

Schadbild und Beschreibung

  • Die Häufigkeit von Hagel Vorkommen ist regional recht unterschiedlich.
  • Bei einem leichten Hagelschaden zeigen sich kleine, punktuelle oder längliche Blattaufhellungen.
  • Hagelschäden entstehen sich vor allem an der Windseite sowie an den mehr waagerecht angeordneten Blättern.
  • Bei einem stärkeren Hagelschlag werden schnell, die Kohlrabi Knollen verletzt und unverkäuflich.
  • Junge Kohlrabi Bestände können schnell, auf Grund einer reduzierten Blattmasse, großen Schaden erleiden.
  • Nach einem Hagelschlag besteht ein erhöhtes Befalls Risiko für Botrytis usw.
  • Für arrondierten Betriebe besteht ein erhöhtes Risiko, dass der gesamte Kohlrabi Bestand ausfällt.
  • Lieferabsprachen können durch solche Totalausfälle nicht mehr eingehalten werden.
  • Vor dem Anbau von Kohlrabi die regionale Hagelhäufigkeit ermitteln.
  • Im Rahmen der Klimaveränderung ist mit extremeren Wetterereignissen zu rechnen.

Vorbeugung

  • Beim satzweisen Anbau, wenn möglich, nicht alle Sätze in derselben Gemarkung anbauen.
  • Wenn möglich, erntefertige Bestände noch schnell vor einem angekündigten Hagel ernten
  • Abschluss einer Hagelversicherung in Betracht ziehen.

Quellen

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Herbizid Schaden

Centium Herbizid Schaden. (Jochen Kreiselmaier)

Kohlrabi Pflanzen sind empfindlich bezüglich einer falschen Herbizid Anwendung bzw. einer Herbizid Abdrift.

Ursachen

  • Abdrift eines Herbizides vom Nachbarfeld.
  • Überdosierung bei einer Herbizid Spritzung.
  • Falsches Stadium der Kohlrabi Pflanzen.

Schadbilder

  • Die Schadbilder sind sehr unterschiedlich.
  • Jeder Herbizid-Wirkstoff verursacht spezielle Schadbilder.
  • Bei einer Abdrift bilden sich meist nur leichte Schäden.
  • Einen Abdrift Schaden erkennt man unter anderem an dem Gradienten der Schadsymptome.

Vermeidungsstrategien

  • Zugelassene Herbizide in der vorgesehenen Menge ausbringen.
  • Keine Herbizid Ausbringung bei Abdrift verursachendem Wind.
  • Sicherheitsabstand zu empfindlichen Kulturen einhalten.

Quellen

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Herzlosigkeit (Plant blindness in Brassica)

Herzlose Kohlrabi Pflanzen. (Jochen Schlaghecken)

Bei der Kohlrabi Pflanzenanzucht kann es zu einer Herzlosigkeit kommen, die sich zum Teil erst später im Acker gut sichtbar zeigt. In den Jahren 1995 bis 2006 kam es in Deutschland zu enormen Ausfällen, insbesondere jedoch beim Anbau von Brokkoli.

Schadbilder

  • Die Kohlrabi Pflanzen hören auf neue Blätter zu bilden.
  • Tritt auf, je nach Voraussetzungen, meist nach der Bildung der ersten 2 bis 6 Blätter.
  • Manchmal bildet sich als letztes ein verkümmertes Blatt in Form einer Nadel oder eines Trichters.
  • Der Anteil herzloser Pflanzen pro Saatgut Partie kann zwischen 1-100% schwanken.
  • Die Herzlosigkeit trat bisher vorwiegend bei den ersten Frühjahrs-Sätzen mit einer Anzucht im Dez./Jan./Febr. auf.
  • Die Herzlosigkeit kann auch bei anderen Brassica Arten auftreten.
  • Bei der Ursachenbestimmung bedenken, dass es auch zu einer Herzlosigkeit u.a. durch Kohldrehherzmücken und durch Erdflöhe kommen kann.

Ursachen

  • Ein Zusammentreffen ungünstiger Bedingungen bei der Pflanzenanzucht.
  • Empfindliche Kohlrabi Sorte.
  • Bestimmte, betroffene Saatgutpartien.
  • Niedrige Anzuchttemperaturen.
  • Saattermin: Die frühesten sind bes. betroffen.

Vermeidungsstrategien

  • Weniger empfindliche Sorten, bes. für den Frühanbau verwenden.
  • Bei einem Befalls Verdacht die verwendete Saatgutpartie rechtzeitig auf eine Empfindlichkeit testen.
  • Insbesondere bei der frühen Pflanzenanzucht sollten bestimmte Mindest-Temperaturen eingehalten werden.

Quellen

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Kälteschäden im Bestand

Früh gepflanzter, Kohlrabi mit einem Frost Schaden. (J.Schlaghecken)

Frühe Kohlrabi Pflanzungen im Frühjahr können bei extremen Bedingungen einen Frostschaden erleiden.

Frühjahrsfröste: Schadbild und Beschreibung

  • Nicht abgehärtete Kohlrabi Pflanzen erfrieren schon bei wenigen Minusgraden.
  • Das Blattgrün verschwindet und die Pflanzenteile werden weißlich-grau.
  • Bei schon gut eingewachsenen Pflanzen und einem stärkeren Frost können die Blätter verkrüppeln.
  • Vor allem an den Blattunterseiten reißt an vielen Stellen die Kutikula auf.

Schäden an Herbstbeständen durch starke Fröste

  • Leichte Frostschäden zeigen sich durch Blattvergilbungen.
  • Bei einem stärkeren Frost werden die ganzen Bestände zerstört.
  • Großen Einfluss auf einen eventuellen Schaden hat auch die Dauer des Frostes.
  • Im Rahmen der Klimaveränderung gibt es voraussichtliche weniger Froste aber im Einzelfall werden sie auch wohl wieder extrem sein.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Pflanzung nur, wenn die langfristige Wettervorhersage keinen Frost meldet.
  • Nur gut abgehärtete Pflanzen verwenden.
  • Sehr frühe Pflanzungen zum Frostschutz mit Vlies bedecken.
  • Auf eine sehr gute Kaliversorgung achten.

Quellen

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Nährstoffmangel und -Überversorgung

Magnesium Mangel an Kohlrabi Blätter.
(Josef Schlaghecken)

Nährstoffmangel oder auch eine Überversorgung kann zu Schäden führen.

Schadbild und Beschreibung

  • Kohlrabi gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und hat ganz besondere Ansprüche.
  • Bei einen Nährstoffmangel kommt es an den Pflanzen zu gut sichtbaren Schadsymptomen.
  • Bei einem stärkeren Nährstoff-Mangel kommt es zu Ertrags- und Qualitätseinbußen.
  • Der Borversorgung ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken.
  • Nährstoffmangel kommt heute kaum noch vor.
  • Bei zu großen Düngergaben zur Pflanzung kann es zu Schäden kommen.
  • Chlorhaltige Düngemittel wie Kaliumchlorid in überhöhten Dosierungen, insbesondere zur Pflanzung, ergeben Salzschäden.
  • Vorsicht beim Einsatz von Kalkstickstoff. Bei überhöhten Dosierungen kommt es zu Verbrennungen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Überprüfung der Boden Nährstoff Versorgung etwa alle drei Jahre.
  • Vor jeder Kohlrabi Kultur eine Nmin-Bodenuntersuchung durchführen und die vorhandenen, Nutzbaren N-Mengen bei Düngeplanung berücksichtigen. .
  • Vor allem eine zu hohe N-Versorgung kann Nachteile mit sich bringen.
  • Vorsicht vor einem zu hohen Boden Salzgehalt durch eine zu hohe Kaliumchlorid Düngung zur Pflanzung.
  • Durch rechtzeitige Boden- bzw. Nährstoffanalysen und bedarfsgerechter Düngung bzw. Nährstoffversorgung kann man sicherstellen, dass die aufgezeigten Probleme nicht auftreten.

Quellen

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Weichmacher Schäden

Weichmacher Schaden (links) an Kohlrabi Jungpflanzen. (Josef Schlaghecken)

Weichmacher, insbesondere in Schläuchen, haben in früheren Jahren sehr große Schäden bei der Kohlrabi Jungpflanzen Anzucht im Gewächshaus hervorgerufen.

Schadbild und Lebensweise

  • Die Jungpflanzen vergilben.
  • Die ältesten Blätter zeigen den Schaden zuerst.
  • Nach und nach werden die Blätter papierartig und sterben ab.
  • Die Sorten sind unterschiedlich empfindlich.
  • Eine kritische Zeit ist Kohlrabi Anzucht in den Monaten Jan.-März, wenn evtl. für mehrere Tage nicht gelüftet wird.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Keine Kunststoffe mit leichtflüchtigen Weichmachern in den Räumen der Pflanzenanzucht verwenden.
  • Tägliches lüften der Gewächshäuser kann das Schadensrisiko verringern.
  • Ein vorhandener Schaden kann nicht wieder rückgängig gemacht werden.

Quellen

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Virus Erkrankungen

An Kohlrabi Bestände können verschiedene Viruskrankheiten auftreten und Schaden anrichten.
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Blumenkohlmosaikvirus (Cauliflower mosaic virus, CaMV)

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Cauliflower mosaic virus. (Jochen Kreiselmaier)

Eine Viruskrankheit die Kohlrabi Bestände befallen kann aber bisher eher selten zu größeren Ausfällen geführt hat.

Schadbild und Lebensweise

  • Tritt eventuell gemeinsam mit dem Turnip mosaic virus auf.
  • Es entstehen sehr unterschiedliche Schadbilder, je nach Pflanzenart und Sorte.
  • Ein Kohlrabi Befall führt zu einer mosaikartigen hell bis dunkelgrünen Blattfleckung.
  • Die Blattoberflächen werden blasig gewölbt.
  • Es entstehen Wuchsdepressionen.
  • Ein Befall tritt oft punktuell im Feld auf.
  • Das Virus ist nicht bodenbürtig.
  • Es gibt keine Saatgutübertragung.
  • Benachbarte Winterraps Bestände können als Infektionsquelle dienen.
  • Blattläuse können das Virus übertragen.
  • Mehlige Kohlblattläuse sind wichtige Überträger.

Wirtspflanzen

  • Alle Brassicaceaen, Brassica oleracea, Brassica napus usw.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Möglichst kein Anbau neben Rapsfelder.
  • Befallene Bestände möglichst bald beenden (Schlägeln und einarbeiten)
  • Eine direkte Virus Bekämpfung ist derzeit (2023) nicht möglich.
  • Konsequente Blattlausbekämpfung.
  • Bei Bedarf den Einsatz von Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung der Blattläuse erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Kohlschwarzringflecken-Virus (Turnip mosaic virus, TuMV)

Turnip mosaic virus an einem Kohl Blatt. (J.Schlaghecken)

Sehr gefährliche Viruskrankheit beim Anbau von Chinakohl, die evtl. auch Kohlrabi befallen kann.

Schadbild und Beschreibung

  • Auch Wasserrübenmosaikvirus genannt.
  • Ist eine Virose aus der Familie der Potyviren.
  • Es gibt verschiedene Stämme der Virose.
  • Die Schadsymptome können sehr unterschiedlich sein.
  • Beim Kohlrabi sind z.T. die Blattadern aufgehellt und es kommt zu eine dunklen Adernbänderung.
  • Bei den Kohlarten, generell können sich kleine, grün-gelbliche Flecken bilden.
  • Später entwickeln sich gelblich bis bräunliche Flecken, die von einem schwarzen Ring umrandet werden.
  • Es kann zu Blattformveränderungen kommen.
  • Ganze Blattpartien und Blätter können absterben.
  • Die Übertragung erfolgt durch verschiedenen Blattlausarten.
  • Übertragung non-persistent durch Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae).
  • Übertragung non-persistent durch Mehlige Kohlblattlaus (Brevicoryne brassicae).
  • Inkubationszeit 2-4 Wochen.
  • Keine Saatgutübertragung.

Wirtspflanzen

  • Allium, Armoracia rusticana, Beta vulgaris, Brassica napus, Brassica oleracea, Brassica rapa subsp. pekinensis, Coriandrum sativum, Cynara, Eruca, Lactuca, Nasturtium officinale, Physalis, Pisum sativum, Raphanus sativus, Sinapis alba, Spinacia oleracea und Vicia faba.

Vorbeugemaßnahmen

  • Möglichst kein Anbau neben Chinakohl Beständen.
  • Insektenschutznetze brachten beim Chinakohl einen guten Schutz, sind aber beim Kohlrabi Anbau wohl nicht nötig.
  • Bestandsreste befallener Bestände sobald möglich schlägeln und einarbeiten.
  • Eine direkte Bekämpfung ist nicht möglich.
  • Bei Bedarf den frühzeitigen Einsatz von Pflanzenschutzmittel zur Regulierung der Blattlausvorkommen erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Bakterienkrankheiten

Verschiedene bakterielle Erreger können beim Anbau von Kohlrabi große Probleme bereiten und sogar zu einem Totalausfall führen. oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Erwinia Nassfäule (Pectobacterium carotovorum u.a.)

Bakterielle Nassfäule an Kohlrabi Knolle. (J.Schlaghecken)

Vor allem bei extrem feuchtwarmer Witterung in Kombination mit Gewebeverletzungen können bakterielle Nassfäulen großen Schaden an den Kohlrabi Pflanzen anrichten.

Synonyme u.a. (laut EPPO)

  • Bacterium carotovorum.
  • Erwinia carotovorum.

Schadbild und Beschreibung

  • Besonders im Strunk Bereich entstehen manchmal Stellen mit einer Weichfäule.
  • Befallen werden oft auch die dicken breiten Blattrippen.
  • Bei einem stärkeren Befall können ganze Pflanzen unverkäuflich werden.
  • Gewebeverletzungen sind oft die Eintrittspforten für die Erreger.
  • Gewebeverletzungen entstehen z.B. durch Kohlfliegenmaden und anderen Larven, aber auch durch pilzliche Umfallkrankheiten.
  • Kommt es nach einer Gewebeverletzung zu einer längeren Nässeperiode mit höheren Temperaturen, so haben die Erwinia Erreger optimale Bedingungen.

Wirtspflanzen

  • Allium, Apium graveolens, Beta vulgaris, Brassica-Arten, Capsicum, Cichorium, Citrullus, Cucumis sativus, Cucurbita, Cynara, Daucus carota, Helianthus annuus, Ipomoea batatas, Lactuca Cucumis melo, Raphanus sativus, Rheum, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Solanum tuberosum.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Gesunde Jungpflanzen verwenden.
  • Pflanzenverletzungen minimieren.
  • Den Befall bzw. Verletzungen durch Kohlfliegenmaden und anderen Schädlingen möglichst ausschließen.
  • Weniger empfindliche Sorten bevorzugen.
  • Übernässung der Kulturen vermeiden.
  • Regenverdaulichkeit der Felder verbessern.
  • Eine direkte Bekämpfung mit Pflanzenschutzmittel ist kaum möglich.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Pseudomonas Blattkrankheit (Pseudomonas syringae und fluorescens)

Datei:Kohlrabi Pseudomonas syringae-XCC-Erwinia rhapontici--Dana Veldhoff.jpg
Mischinfektion von Pseudomonas, Xanthomonas und Erwinia an Kohlrabi Blatt. (Dana Veldhoff, LWG)

Bakterienkrankheit, die großen Schaden anrichten kann.

Wichtige Arten

  • Pseudomonas fluorescens.
  • Pseudomonas syringae pv. maculicola.

Schadbild und Lebensweise

  • Blattvergilbungen und Blattverbräunungen
  • Später fallen Teile der befallenen Blattpartien heraus.
  • Befalls Beginn meist an den ältesten Blättern.
  • Befalls Beginn wurde oft in der Nähe von tiefsitzenden Kreisregnern beobachtet.
  • Befall vor allem in längeren Nässeperioden in Kombination mit Blattverletzungen.
  • Die Blattverletzungen können z.B. von einem Kreisregner oder von einem leichten Hagelschlag stammen.
  • Mischinfektionen mit Erwinia und Xanthomonas sind möglich.

Wirtspflanzen

  • Brassica Arten

Vorbeugemaßnahmen

  • Blattnässe Zeiten minimieren.
  • Blattverletzungen, z.B. im Regner Bereich ausschalten.
  • Kreisregner höherstellen.
  • Eine direkte Bekämpfung ist nicht möglich.

Quellen

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Schorfige Knollenflecken (Streptomyces scabiei)

Datei:Kohlrabi Streptomyces-2--Josef Schlaghecken.jpg
Streptomyces Befallsflecken an einer Kohlrabi Knolle.
(Josef Schlaghecken)

Bisher erst sehr selten an Kohlrabi aufgetretene Bakterienkrankheit.

Synonym (laut EPPO)

  • Streptomyces scabies.

Schadbild und Lebensweise

  • Es entstehen schorfige Flecken auf den Knollen.
  • Längere Trockenperioden befördert einen Befall.
  • Eine verlangsamtes Pflanzenwachstum begünstigt einen Befall.
  • Vor allen Fruchtfolgen mit Kartoffeln, Radies, Rettich und Rüben.
  • Streptomyces liebt sehr luftige, leichte Böden.
  • Befallene Parzellen haben meist einen höheren pH-Wert.

Verwechselungsmöglichkeiten

  • Ein ähnliches Schadbild kann evtl. entstehen durch bestimmte Pflanzenschutz Spritzbrühen. Beim Zusammenlaufen der Brühe auf den Knollen entstehen große Tropfen und damit die Möglichkeit einer Verätzung.
  • Auch durch Fraß von Rapsglanzkäfer, insbesondere an junge Knollen, können diese verschorfen und mit dem Knollenwachstum noch größer werden.

Wirtspflanzen

  • Beta vulgaris, Brassica napobrassica, Brassica napus, Brassica oleracea var. gongylodes, Brassica rapa, Daucus carota, Pastinaca sativa, Raphanus sativus, Solanum tuberosum.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Versuchen den pH-Wert im Boden zu senken.
  • Dazu sauer wirkende Mineraldünger bevorzugen.
  • Für eine gleichmäßige, gute Bodenfeuchte sorgen.
  • Eine direkte Bekämpfung mit Pflanzenschutzmittel ist derzeit (2023) nicht möglich.

Quellen

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Xanthomonas campestris (Adernschwärze, XCC)

Datei:Kohlrabi Xanthomonas campestris an Pflanzen--Josef Schlaghecken.jpg
Xanthomonas Befall an Kohlrabi. (Josef Schlaghecken

Eine der gefährlichsten Kohlkrankheiten, die auch beim Anbau von Kohlrabi enormen Schaden anrichten kann.

Schadbild und Lebensweise

  • Eine Bakterienkrankheit, die sich in den Blatt- und Strunk Adern ansiedelt.
  • Befallene Adern verfärben bräunlich, daher der Name "Adernschwärze".
  • Erste, sichtbare Symptome zeigen sich meist durch kleine v-förmige Vergilbungen bis Verbräunungen an den Blatträndern.
  • Bei einem stärken Befall sterben ganze Blattpartien ab.
  • Die Hauptinfektion erfolgte früher durch befallene Samen.
  • Befallenen Pflanzenreste können, solange sie nicht total verrottet sind, XCC übertragen.
  • Feinste Blattverletzungen und Nässe befördern die Verbreitung der Krankheit.
  • Erste Schadymptome zeigen sich oft im Nahbereich der Kreisregner.
  • Besonders gefährlich ist ein Frühbefall in der Jungpflanzenanzucht.
  • Hier können wenige befallen Samen mit Hilfe der Beregnung Wasserspritzer für eine schnelle Verbreitung sorgen.
  • Eine starke Bewässerung, wie sie in Trockenperioden üblich ist, kann die Entwicklung von XCC stark fördern.

Wirtspflanzen

  • Brassica napus, Brassica oleracea, Capsicum, Crambe, Diplotaxis, Eruca, Juglans, Lactuca, Raphanus sativus.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Eine direkte Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln ist nicht möglich.
  • Befallsfreies Saatgut verwenden.
  • Bei einer Befalls Vermutung spezielle Maßnahmen in der Jungpflanzenanzucht anwenden.
  • Bei Befalls Verdacht bei Jungpflanzen mit Vliesauflage, das Vlies nicht feucht über die Pflanzen ziehen.
  • Parzellen mit Befall mindestens 1 Jahr, besser 2 Jahre, meiden.
  • Bei der Beregnung möglich kurze Blattnässeperioden anstreben.
  • Strenge Beikrautregulierung, da eine Übertragung durch verwandte Beikräuter möglich erscheint.
  • Befallene Pflanzen schnell zur Verrottung bringen.]]

Quellen

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Pilzkrankheiten

An Kohlrabi Beständen können Pilzkrankheiten auftreten, die zu einem Gesamtausfall führen können.
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Alternaria (Alternaria brassicae und brassicicola)

Alternaria Befall an Kohlrabi. (Anton Offenberger und Ulf Maeritz, Gemüseerzeugering Knoblauchland)

Alternaria kann Kohlrabi Bestände erheblich schädigen. Befallen werden vor allem die Blätter im Spätsommer und Herbst. Bei einer Kohlrabi Vermarktung mit Laub kann es schnell zu Absatzproblemen kommen.

Aktuelle Arten

  • Alternaria brassicae
  • Alternaria brassicicola.

Schadbild und Lebensweise

  • Es kommt zu stärkeren Blattvergilbungen
  • Es bilden sich rundliche, bräunliche Blattflecken.
  • Die Blattflecken sind mehr oder weniger umgeben von einer Blattvergilbung.
  • Die Blattrippen sowie die Knollen können auch befallen werden.
  • Temperaturen von 15-25°C und eine hohe Luftfeuchtigkeit fördern die Pilzentwicklung.
  • Bei 10°C vermehrt sich der Pilz noch.
  • Eine Übertragung durch Erdflöhe wurde festgestellt.
  • Eine Saatgutübertragung ist möglich.
  • Ein leichter Befall der Umblätter ist akzeptabel, da diese bei der Marktaufbereitung entfernt werden.

Wirtspflanzen

  • Brassica Arten, Raphanus-Arten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Feldhygiene: Befallene Bestandsreste sobald möglich schlägeln und einarbeiten.
  • Fruchtwechsel mit Nichtwirtspflanzen.
  • Kein Anbau neben befallenen Beständen, z.B. von Raps.
  • Weniger anfällige Sorten bevorzugen.
  • Befallsfreies Saatgut verwenden.
  • Befallsfreie Jungpflanzen setzten.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

Recherche Forschungsberichte

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Echter Mehltau (Erysiphe cruciferarum)

Datei:Kohlrabi Echter Mehltau-1-DLR-NW-jk.jpg
Echter Mehltau Befall an Kohlrabi Knolle.
(Jochen Kreiselmaier)

Echter Mehltau kann Kohlrabi Bestände schädigen. Ein Befall der Blätter führt, bei der üblichen Vermarktung mit Laub, schnell zu Vermarktungsproblemen.

Schadbild und Lebensweise

  • Befalls Beginn als kleine Flecken mit einem mehligen, weißen Belag auf den Blättern.
  • Bei einem stärkeren Befall werden die ganzen Blätter mit einem weißlichen Belag überzogen.
  • An den Befalls Stellen der Knollen bilden sich dunkle Sprenkel.
  • Hohe Temperaturen über 25°C fördern den Befall.
  • Eine nächtliche Taubildung begünstigt das Pilzwachstum.
  • Mit einem Befall ist etwa ab Juli zu rechnen.
  • Bisher ergaben sich nur in extremen Jahren Probleme.
  • Mit zunehmender Klimaerwärmung kann der Echte Mehltau an Bedeutung gewinnen.

Wirtspflanzen

  • Brassicaceae-Arten wie Capsella bursa-pastoris, Brassica napus, Brassica oleracea Arten, Brassica rapa subsp. pekinensis, Sinapsis-Arten u.a.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallene Bestände nach der Ernte sobald möglich schlägeln und einarbeiten.
  • Robustere Sorten bevorzugen.
  • Die Sorte Korist gilt als weniger anfällig.
  • Eine vorbeugende Bekämpfung erscheint derzeit (2023) nicht nötig.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel beim Freiland Kohlanbau.

Quellen

Aktuelle Forschungsberichte im Internet suchen

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Falscher Mehltau (Hyaloperonospora parasitica)

Falscher Mehltau an Kohlrabi Pflanzen. (J.Schlaghecken)

Eine sehr bedeutende Pilzkrankheit, die in allen Stadien der Kultur Schaden anrichten kann. Insbesondere bei einer Vermarktung mit Laub kann es schnell zu einer Qualitätsminderung kommen.

Synonyme (laut EPPO)

  • Botrytis parasitica.
  • Peronospora parasitica.
  • Peronospora parasitica f. sp. raphani.

Schadbild und Lebensweise

  • Kann schon bei der Pflanzenanzucht gefährlich werden.
  • An den Keimblättern oder Echten Blättern entstehen gelbliche Flecken.
  • Auf der Unterseite der Blätter bildet sich ein weißgrauer Pilzrasen.
  • Eine Pflanzenanzucht in schlecht gelüfteten Folienhäusern ist besonders riskant.
  • Hohe Luftfeuchtigkeit und lange Blattnässe begünstigt die Pilzentwicklung.
  • Zur Keimung der Konidien sind 8-12°C förderlich.
  • Das Eindringen des Pilzes in die Kohlrabi Blätter ist bei 15-17°C besonders schnell möglich.
  • Die vorhandenen Kohlrabi Sorten sind unterschiedliche anfällig.

Wirtspflanzen

  • Brassica-Arten und Raphanus-Arten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Vorbeugemaßnahmen insbesondere auf die Jungpflanzenanzucht ausrichten.
  • Bei der Pflanzenanzucht die Taubildung vermeiden.
  • Blattfeuchte Zeiten minimieren.
  • Bei Überkopf-Bewässerung die Blattnässe Zeiten minimieren.
  • Bei Schadensverdacht robustere Sorten bevorzugen.
  • Bei Feldauswahl weiter Fruchtwechsel mit den Wirtspflanzen.
  • Eine Sonneneinstrahlung von 5 oder mehr Stunden kann die Konidien zerstören.
  • Eine Ernteverfrühung mit Folie und Vlies kann den Befall fördern.
  • Eine ganztägige Abnahme bei Sonnenschein kann den Befall minimieren.
  • Bei Bedarf den Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel beim Freiland Kohlanbau.

Quellen

Recherche Forschungsberichte

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Fusarium Welke (Fusarium oxysporum f. sp. conglutinans)

Fusarium Befall an Blumenkohl Pflanzen. (J.Kreiselmaier)
Link zu einem Befallsfoto an Kohlrabi.

Die Fusarium -Welke ist weltweit gesehen eine wichtige Kohlkrankheit. In der Pfalz wurden schon befallene Blumenkohl Bestände dokumentiert. Wegen ihrer relativ hohen Temperaturansprüchen ist die Krankheit für unseren Kohlrabi Anbau noch kein großes Problem. Mit zunehmender Klimaerwärmung kann die Krankheit an Bedeutung gewinnen.

Synonyme (laut EPPO)

  • Fusarium conglutinans.
  • Fusarium oxysporum var. orthoceras.

Schadbild und Lebensweise

  • Bei höheren Temperaturen können die Pflanzen welken.
  • Die älteren Blätter vergilben.
  • Oftmals beginnen die Blattvergilbungen halbseitig.
  • In den Blumenkohl Strünken findet man verfärbte Leitungsbahnen.
  • Der Pilz braucht zur Entwicklung Temperaturen von über 16°C.
  • Günstige Bodentemperaturen für die Pilzentwicklung liegen im Bereich von 25-30°C.
  • Es gibt zwei Pilzrassen von denen die eine verstärkt die Kohlarten befällt.

Wirtspflanzen

  • Brassica-Arten, Raphanus-Arten und Valerianella olitoria.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreie Flächen auszuwählen.
  • Fruchtfolge optimieren.
  • Konsequente Feldhygiene
  • Bei einem Befalls Risiko weniger empfindliche Sorten prüfen.
  • Kalkstickstoff kann den Befalls Druck verringern.
  • Eine biologische Bekämpfung mit Trichoderma viride erwägen.
  • Laut PS-Info sind derzeit (2023) keine Mittel ausgewiesen

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel beim Freiland Kohlanbau.

Quellen

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Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae)

Kohlhernie Befall in einer Kohlrabi Pflanze.
(Josef Schlaghecken)

Beim Anbau von Kohlrabi auf mit Kohlhernie verseuchten Parzellen muss mit starken Ausfällen gerechnet werden.

Schadbild und Beschreibung

  • Es bilden sich verdickte, knollige Wurzeln.
  • Die Pflanzen welken, insbesondere in warmen, sonnigen Perioden.
  • Bei einer stärkeren Bodenverseuchung ist mit einem Totalausfall zu rechnen.
  • Es handelt sich um einen Schleimpilz, der einzellige Schwärmsporen bildet.
  • Im Bodenwasser können sich die Schwärmsporen frei bewegen.
  • Der Pilz kann viele Jahre lang im Boden überdauern.
  • Bei Temperaturen von etwa 10 bis 30°C kann der Pilz Pflanzen befallen.
  • Leichte Böden sind für den Pilz günstiger als schwere Böden.
  • Ein niedriger pH-Wert des Bodens ist förderlich für die Pilzentwicklung.
  • Plasmodiophora brassicae kann auch an einigen Beikräutern vorkommen.
  • Der Pilz bildet eine ganze Anzahl an Pathotypen.

Wirtspflanzen

  • Alle Kreuzblütler-Arten, insbesondere Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi und Kopfkohl.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreie Parzellen auswählen.
  • Weiter Fruchtwechsel mit Kreuzblütler.
  • Kalkversorgung und pH-Wert im oberen Bereich anstreben.
  • Versuche mit 100 dt/ha Branntkalk, rechtzeitig vor der Pflanzung eingearbeit, ergaben eine beachtliche Ertragsverbesserung.
  • Bis zu 200 dt/ha Kohlensaurer Kalk vor der Pflanzung ein gearbeitet kann den Befall beachtlich reduzieren.
  • Größere Kalkstickstoffgaben (sachgerecht angewandt) reduzieren den Befalls Grad.
  • Erste Kohlhernie resistente Sorten auf Eigung prüfen.
  • Derzeit (2023) sind keine Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung zugelassen.

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Ringfleckenkrankheit (Neopseudocercosporella brassicae)

Datei:Mycosphaerella brassicicola 02.JPG
Ringfleckenkrankheit an einem Kohlblatt. (AfroBrazilian)

Bedeutende Kohlkrankheit, die bes. norddeutschen Kopfkohl Anbaugebiet schon große Schäden angerichtet hat. Die Ringfleckenkrankheit wurde bisher eher selten zu einem Problem bei Kohlrabi Anbau. Betroffen sind eher die länger stehenden Kulturen zur Erzeugung von bes. großen Knollen.

Synonym (laut EPPO)

  • Mycosphaerella brassicicola und andere.

Schadbild und Lebensweise

  • Es bilden sich rundliche, graubraune bis schwärzliche Flecken an den Blättern.
  • Durch die Zonierung der Flecken entsteht eine ringähnliche Struktur.
  • Die Flecken haben einen Durchmesser von 0,5-3,5 cm, manchmal auch größer.
  • Bei einem starken Befall sterben die Blätter ab.
  • Bei einem starken Befall und länger stehenden Kulturen können auch die Knollen befallen werden.
  • Das abgestorbene Knollen Gewebe innerhalb der Befalls Flecken kann aufplatzen.
  • Die Verbreitung der Krankheit erfolgt durch Ascosporen, die der Wind transportiert.
  • Zur Sporulation ist Feuchtigkeit nötig.
  • Feuchte Klimate mit viel Regen, Nebel und Tau begünstigen den Pilz.
  • Temperaturen von 15-20°C sind bes. günstig.
  • Sogar bei 1°C kann sich der Pilz noch entwickeln.
  • Benachbarte Rapsfelder gelten als risikoreiche Infektionsquelle.

Wirtspflanzen

  • Brassica napus, Brassica nigra, Brassica carinata, Brassica juncea, Brassica oleracea, Thlapsi arvense

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Möglichst kein Anbau neben Rapsfelder.
  • Weiter Fruchtwechsel im Bereich der Wirtspflanzen.
  • Befalle Bestandreste sobald möglich zerkleinern und einarbeiten.
  • Wenn möglich robustere Sorten wählen.
  • Bei der Beregnung auf eine Minimierung der Blattnässe achten.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel beim Freiland Kohlanbau.

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Schwarzbeinigkeit (Alternaria, Botrytis, Olpidium, Phoma, Pythium, Rhizoctonia)

Datei:Blumenkohl Schwarzbeinigkeit-DLR-jk.jpg
Umfallkrankheit an einer Kohl Jungpflanze.
(Jochen Kreiselmaier)
Umfallkrankheit am Strunk einer älteren Kohlpflanze.
(Josef Schlaghecken)

Verschiedene Pilzkrankheiten können schon bei der Kohlrabi Anzucht oder auch später die Pflanzenstängel in Bodennähe befallen und zerstören.

Wichtige Erreger Arten

  • Alternaria brassicae, Botrytis cinerea, Olpidium brassicae, Phoma lingam, Pythium-Arten, Rhizoctonia solani.

Schadbild und Lebensweise

  • Vor allem eine Keimlingskrankheit, bei der die Pflanzenstängel in Bodennähe befallen werden und absterben.
  • Bei einem starken Befall können schon die Keimlinge zerstört werden.
  • Oftmals führt der Befall zu einer Einschnürung des Pflanzen Stängels.
  • Bei schwierigen Bedingungen auf dem Feld können auch dort die Pflanzenstängel befallen werden.
  • Bevor ganze Pflanzen absterben kann es schon zu einer Wuchshemmung und damit zu Ertragseinbußen kommen.

Wirtspflanzen

  • Brassicaceaen und andere

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreies Substrat bei der Anzucht verwenden.
  • Bei einer Pflanzenanzucht im Freilandbeet befallsfreie Flächen auswählen.
  • Optimierte Anzuchtbedingungen verringern das Befalls Risiko.
  • Befallsfreies Saatgut verwenden.
  • Für den Anbau im Feld stark belastete Parzellen meiden.
  • Strunk Verletzungen durch Kohlfliegen Maden usw. minimieren.
  • Bei Bedarf den Einsatz von Pflanzenschutzmittel, vor allem bei der Pflanzenanzucht, erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel beim Freiland Kohlanbau.

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Sclerotinia Fäule (Sclerotinia sclerotiorum)

Datei:Kohlrabi Sclerotinia-3-DLR-NW-jk.jpg
Sclerotinia Befall an Kohlrabi. (Jochen Kreiselmaier)

Pilzkrankheit, die besonders bei den jungen Kohlrabi Pflanzen sowie gegen Kulturende gefährlich werden kann.

Schadbild und Lebensweise

  • Der Pilz befällt den Strunk, die Blätter oder später auch die Knollen.
  • Das befallene Gewebe stirbt ab.
  • Es entsteht zunächst eine weißliche Pilzmyzel.
  • Nach ein paar Wochen bilden sich die schwarzen Dauersporen.
  • Die Dauersporen (Sclerotien) können viele Jahre im Boden überdauern.
  • Neupflanzungen können vom Boden her über vorhandene Sclerotien befallen werden.
  • Günstige Infektionsbedingungen herrschen bei 15-21°C.
  • Zur Auskeimung der Ascosporen benötigt der Pilz eine Feuchteperiode von 16-72 Stunden.

Wirtspflanzen

  • Allium, Anthriscus, Borago, Brassica, Capsicum, Cichorium, Cucumis, Cynara, Daucus, Diplotaxis, Helianthus, Ipomoea, Lactuca, Lens, Lepidium, Phaseolus, Pisum, Portulaca, Raphanus, Solanum, Solanum, Vicia und viele andere.

Vorbeugen und Bekämpfen

  • Befallsfreie Parzellen wählen.
  • Anbau in getreidereicher Fruchtfolge erscheint vorteilhaft.
  • Eine biologische Bekämpfung mit Coniothyrium minitans ist möglich.
  • Die Bodenbehandlung mit Coniothyrium minitans sollte rechtzeitig vor der Kohlrabi Pflanzung erfolgen.

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Verticillium Krankheit (Verticillium sp.)

Datei:Kohlrabi Verticillium in der Knolle.jpg
Verticillium Befall an einer Kohlrabi Knolle.
(Josef Schlaghecken)

Bei einer ungünstigen Fruchtfolge kann ein Verticillium Befall an Kohlrabi Bestände großen Schaden anrichten. Im Gemüsebau tritt Verticillium vor allem an Blumenkohl auf. Als betroffene Anbaugebiete sind insbesondere der Raum Mechelen in Belgien und die Pfalz in Deutschland bekannt geworden.

Aktuelle Arten

  • Verticillium dahliae
  • Verticillium longisporum (Syn. Verticillium dahliae var. longisporum) laut EPPO.

Schadbild und Lebensweise

  • Zunächst vergilben die ältesten Blätter der befallenen Pflanzen.
  • Später sterben die Blätter ab und fallen von der Pflanze.
  • Bei einem leichteren Befall bemerkt man die Schadsymptome erst gegen Ende der Kultur.
  • Die Wasserleitungsbahnen (Xylem) in Strunk Bereich verfärben sich bräunlich bis schwärzlich.
  • Oftmals wird nur eine Blatthälfte befallen bzw. verfärbt sich und stirbt ab.
  • Die Kohlrabi Sorten sind unterschiedlich anfällig.
  • Verticillium ist kaum unterscheidbar von einem Fusarium Befall.
  • Fusarium liebt eher die höheren Temperaturen, Verticillium mehr die niedrigeren.

Wirtspflanzen

  • Brassica napus, Brassica oleracea var. botrytis, Brassica oleracea var. gemmifera, Brassica rapa subsp. pekinensis, Cucumis sativum, Fragaria, Helianthus annuus, Mentha × piperita, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Solanum tuberosum.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallene Parzellen meiden.
  • Bei Bedarf, den Befalls Grad einer Parzelle mit Mikrosclerotien ermitteln lassen.
  • Wenn möglich, die bestehenden Sortenunterschiede nutzen.
  • Fruchtwechsel optimieren.
  • Eine großflächig empfehlenswerte Bekämpfungsmöglichkeit besteht z.Z. (2023) nicht.

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Weißer Rost (Albugo candida)

Weißer Rost an einem Blatt. (Josef Schlaghecken)

Pilzkrankheit, die vor allem in kühleren und feuchteren Regionen auftritt.

Schadbild und Lebensweise

  • Wird nicht den Rostpilzen zugeordnet.
  • Gehört zu den Oomycetes.
  • Ein Pflanzenbefall ist sowohl örtlich als auch systemisch möglich.
  • Die befallenen Blattpartien verfärben sich gelblich grün.
  • Es bilden sich weißliche oder cremefarbige Pustel mit einem Durchmesser von ca. 2 mm.
  • Die Pusteln sind gefüllt mit Sporangien.
  • Albugo candida an Hirtentäschel befällt nicht die Kohlpflanzen.

Wirtspflanzen

  • Brassica napus, Brassica oleracea, Camelina sativa, Capparis, Eruca, Eutrema japonicum, Lunaria, Raphanus sativus.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Fruchtwechsel mit nicht Wirtspflanzen.
  • Feldhygiene: Befallene Bestandsreste so bald möglich schlägeln und einarbeiten.
  • Bei Bedarf den Einsatz zugelassene Pflanzenschutzmittel erwägen.

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Schädlinge

An Kohlrabi Bestände können verschiedene Schädlinge auftreten, die im Extremfall zu einem Gesamtausfall führen können. Die wichtigsten Schädlinge sind die Kohlfliegen, die verschiedene Raupenarten, die Kohlblattläuse und Thripse.
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Blattläuse (Myzus persicae und andere)

Blattläuse an einem Kohl Blatt. (Jochen Kreiselmaier)

Ein starker Blattlaus Befall kann zu einer Qualitätsminderung führen und vor allem junge Bestände schädigen.

Synonyme (laut EPPO)

  • Aphis dianthi, Aphis malvae, Aphis persicae, Myzodes persicae und Myzus tabaci und weitere.

Schadbild und Beschreibung

  • Besonders gefährlich ist die Pfirsichblattlaus (Myzus persicae], die hier näher beschrieben wird.
  • An jungen Beständen werden sie evtl. übersehen und können dann schnell schädigen.
  • Ein stärkerer Befall zur Erntezeit kann die Vermarktungsfähigkeit stören.
  • Die Pfirsich Blattläuse treten vor allem von Mai bis September auf.
  • Die ungeflügelten Tiere sind etwa 1,8-2,5 mm groß.
  • Eine schnelle Verbreitung wird durch geflügelte Tiere möglich.
  • Ein Lebenszyklus dauert im Sommer 2 Wochen.
  • Pro Jahr gibt es etwa 10 Generationen.
  • Die im Herbst gelegten Eiern dienen der Überwinterung.

Wirtspflanzen

  • Allium, Apium graveolens, Asparagus officinalis, Beta vulgaris, Borago officinalis, Brassica Arten, Brassica napus, Brassica oleracea, Capsicum, Cichorium, Citrullus, Cucumis melo, Cucurbita, Cynara, Daucus carota, Eruca, Glycine max, Ipomoea, Ipomoea batatas, Lactuca, Lens culinaris, Phaseolus, Pisum sativum, Raphanus sativus, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Solanum tuberosum, Spinacia oleracea, Vicia faba und viele andere Zierpflanzen usw..

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Schutznetze können helfen.
  • Nützlinge fördern.
  • Bei Bedarf den Einsatz zugelassene Pflanzenschutzmittel erwägen.
  • Die verwendeten Insektizide sollten nützlingsschonend sein.

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Drahtwürmer (Elateridae)

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Drahtwürmer. (Rasbak, NL)

Drahtwürmer können insbesondere junge Kohlrabi Bestände schädigen.

Wichtige Arten

  • Agriotes obscurus, lenatus und ustulatus.
  • Athous hirtus.

Schadbilder und Lebensweise

  • Drahtwürmer sind die Larven der Schnellkäfer
  • Die Drahtwürmer starten klein mit weniger als 2 mm und werden dann bis zu 30 mm lang.
  • Die Käfer sind 8-10 mm groß.
  • Der Name Schnellkäfer beschreibt die Möglichkeit der Käfer aus der Rücklage in die Luft zu schnellen.
  • Die gelb-orange Larve (Drahtwurm) besitzt drei Beinpaare und hat ein gut chitinisiertes Außenskelett.
  • Die Schnellkäfer schädigen in dem sie z.B. junge Kohlrabi Pflanzen im Boden anfressen und so zerstören.
  • Zieht man eine so welkende Pflanze aus dem Boden findet man meist einen Drahtwurm.
  • Schnellkäfer haben einen drei- bis fünfjährigen Entwicklungszyklus.
  • Ihr üblicher Lebensbereich ist das Grünland.

Wirtpflanzen

  • Beta, Brassica, Daucus, Lactuca, Medicago Pisum, Solanum, Trifolium, Vicia, Zea und andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Parzellen mit Drahtwurmbesatz für den Anbau von gefährdeten Gemüsearten wie z.B. Kohlrabi und Salat meiden.
  • Bei unklarem Befalls Verdacht mit Köder (z.B. Kartoffeln) den Besatz ermitteln.
  • Mehrfache, feinkrümelige Bodenbearbeitung kann die trockenheitsempfindlichen Eier und Larven schädigen bzw. auch zerstören.

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Erdflöhe (Phyllotreta Arten)

Erdfloh Fraßschaden an Kohlrabi Knolle.
(Jochen Kreiselmaier)

Erdflöhe können insbesondere jungen Bestände schädigen.

Wichtige Arten

  • Phyllotreta cruciferae (Gewöhnlicher Erdfloh).
  • Phyllotreta undulata (Geschweiftstreifiger Kohlerdfloh).

Schadbild und Beschreibung

  • Die sogenannten Erdflöhe sind Käfer.
  • Vor allem die erwachsenen Tiere fressen kleine Löcher in die Kohlrabi Blätter.
  • Im Keim- und Sämlings Stadium ist schnell ein Totalschaden möglich.
  • Bei der üblichen Kohlrabi Pflanzkultur sind die ersten Wochen auf dem Feld gefährdet.
  • Es gibt eine Generation pro Jahr.
  • Die Käfer legen ihre Eier im Boden ab.
  • Die Larven ernähren sich von den Wurzeln.
  • Die erwachsenen Erdflöhe sind ungefähr 1,5-3,0 mm lang.
  • Die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer dauert ca. 3 Monate.
  • Erdflöhe können das gefährliche Turnip yellow mosaic Virus übertragen.

Wirtspflanzen

  • Brassica oleracea, Brassica napus und andere Verwandte, Eruca sowie Sinapsis alba.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Für den Anbau eine Gemarkung mit wenige oder besser keinen Wirtspflanzen auswählen.
  • Kein Anbau neben Senf- und Ölrettich-Bestände usw. bei denen die Erdflöhe nicht bekämpft werden.
  • Hauptproblem ist der Zuflug von Nachbarbeständen.
  • Mit Gelbtafeln lässt sich der Zuflug kontrollieren.
  • Eventuell Schutznetze verwenden.
  • Maschenweite maximal 0.9 mm.
  • Vor der Auflage der Schutznetze muss die Parzelle befallsfrei sein.
  • Bei Bedarf den Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel erwägen.
  • Die verwendeten Insektizide sollten nützlingsschonend sein.

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Erdraupen (Agrotis ssp.)

Erdraupen Schaden an Kohlpflanze. (J.Schlaghecken)

Erdraupen können Kohlrabi Bestände, insbesondere kurz nach dem Auspflanzen, schädigen.

Wichtige Arten

  • Agrotis segetum (Saateule).
  • Agrotis ipsilon (Ypsiloneule).
  • Agrotis exclamationis (Ausrufezeichen).

Schadbilder und Lebensweise

  • Erdraupen sind bodenbewohnende, nachtaktive Raupen.
  • Erdraupen sind die Larven verschiedener Eulenfalterarten.
  • Die Falter-Falter legen ihre Eier in Bodennähe auf Pflanzen ab.
  • Die Eulen fliegen ab Ende April.
  • Die Erdraupen erscheinen etwa ab Juni.
  • Die Raupen werden bis zu 5 cm lang.
  • Die älteren Raupen leben vorwiegend im Boden und fressen bzw. schädigen Gemüsepflanzen.
  • Einige Arten bilden mehrere Generationen pro Jahr.
  • Teilweise überwintern die Raupen und verpuppen sich erst im Folgejahr.

Wirtspflanzen

  • Beta, Brassica, Daucus, Pastinaca und viele andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Kalkstickstoffeinsatz kann nur begrenzt helfen, da sich die Erdraupen z.T. in größeren Bodentiefen befinden.
  • Eine feinkrümelige Bodenbearbeitung kann Erdraupen schaden.
  • Derzeit (2023) sind keine Mittel in PS-Info ausgewiesen.
  • Nematoden der Art Steinernema carpocapsae werden zur biologischen Bekämpfung von Erdraupen angeboten.

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Kohldrehherzmücke (Contarinia nasturtii)

Kohldrehherzmücken Schaden an einer Kohl Pflanze. (Josef Schlaghecken)

Die Larven der Kohldrehherzmücken können durch die Beschädigung des Vegetationspunktes sowie evtl. auch an den Kohlrabi Pflanzen Schaden anrichten. Große Schäden wurden bisher vor allem an Brokkoli Bestände bekannt.

Schadbild und Lebensweise

  • Die Blattbildung im Vegetationspunkt wird gestört.
  • Bei den Einstichen werden Toxine abgegeben, die zu einer Wuchshemmung führen.
  • Durch die ungleichen Wuchsimpulse kommt es zu dem "Drehherz"-Effekt.
  • Schäden sind bisher vor allem an Brokkoli Pflanzen vorgekommen.
  • Bei einem starken Schädlings Befall ist ein Totalausfall möglich.
  • Der Schaden wird durch die winzigen, gelbliche, Fuß lose Maden der ca. 2 mm große Mücken verursacht.
  • Die Puppen der Kohldrehherzgallmücken überwintern im Boden in einem Erd-Kokon auf den befallenen Kohl- und Rapsfeldern.
  • Ab Ende April und im Mai schlüpft die erste Generation aus den Erdkokons.
  • Der Schlupf dieser 1. Generation des Jahres kann sich über 10 bis 12 Wochen erstrecken.
  • Die Weibchen legen 15-25 Eier in die allerjüngsten Blattstiele.
  • Die Mückenart liebt feuchtere und windstille Stellen.
  • Pro Jahr gibt es 3-4 Generationen.
  • Für ihre Entwicklung sind des Schädlings sind Temperaturen über 20°C und Feuchtigkeit vorteilhaft.

Wirtspflanzen

  • Brassica Arten, Capsella, Rhaphanus-Arten, Sinapsis-Arten, Thlapsi arvense.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Weiter Fruchtfolge mit den Wirtspflanzen.
  • Möglichst kein Anbau neben einer Parzelle mit letztjährigem Befall.
  • Insektenschutznetze am Feldrand können vor einem Zuflug stoppen.
  • Bei Befalls Verdacht Gelbtafeln zur Populationskontrolle einsetzen
  • Die aktuellen Warndiensthinweise der Beratungsdienste nutzten.
  • Bei Bedarf den Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel erwägen.
  • Die Insektizide sollen die Mücken vor und bei der Eiablage treffen.
  • Beim Insektizid Einsatz sollte eine intensive Benetzung der Vegetationsspitzen bzw. der Pflanzenherzen sichergestellt werden.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel beim Freiland Kohlanbau.

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Käferfraß an den Köpfen (Ceutorhynchus, Melingethes u.a.)

Platzerbildung an einer Kohlrabi Knolle durch Rüsselkäfer
(Josef Schlaghecken)

Verschiedene Käferarten können durch ihre Einstiche und Fraßschäden Kohlrabi schädigen und u.a. zu Platzer oder zu einer Gallenbildung führen.

Aktuelle Arten

  • Ceutorhynchus assimilis (Kohlgallenrüssler), laut EPPO: Syn. Ceutorhynchus pleurostigma.
  • Ceutorhynchus napi (Großer Kohltriebrüssler).
  • Ceutorhynchus pallidactylus (Gefleckter Kohltriebrüßler), laut EPPO: Syn. Ceutorhynchus quadridens.
  • Meligethes aeneus (Rapsglanzkäfer).

Schadbild und Lebensweise

  • Mit Schäden ist unter anderm vor allem in Regionen mit einem starken Anbau an Brasscicaceaen wie z.B. Raps zu rechnen.
  • An Kohlrabi Anbau neben oder in der Nähe eines Rapsfeldes erscheint problematisch.
  • Die am Raps vorkommenden Käfer wie Rapskäfern oder auch Gefleckten Kohltriebrüssler usw. können auf die Kohlrabi Felder übersiedeln.
  • Schäden entstehen durch Einstich- und Fraß Tätigkeit insbesondere an den Kohlrabi Knollen.
  • Bei frühen Kohlrabi Pflanzungen kam es schon oft zu großen Platzer Ausfällen durch Rüsselkäfer.
  • Fraß an den jungen Knollen kann später zu einer schorfigen Stellen führen.
  • Die erwachsenen Kohltriebrüssler werden etwa 2,5-3,2 mm groß.

Wirtspflanzen

  • Brassica juncea, Brassica napus, Brassica oleracea, Brassica nigra, Brassica rapa, Capsella bursa-pastoris, Crambe maritima, Raphanus raphanistrum, Sinapis alba.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Möglichst kein Kohlrabi Anbau in einer Gewanne mit einem Rapsanbau.
  • Vorsicht auch bei Jungpflanzen Quartiere in Rapsfeld Nähe.
  • Gefährdete Kohlrabi Frühpflanzungen können noch am gleichen Tage mit einem Vlies geschützt werden.
  • Generell kann die Bedeckung mit einem Insektenschutznetzes helfen.
  • Eine Bedeckung mit Vliesen oder einem Schutznetz hilft nur, wenn sich im Boden nicht schon die Käfer Puppen vom Vorfahr befinden.
  • Die regionalen Pflanzenschutz Warndienstmeldungen beachten.
  • Eine Zuflugskontrolle mit Gelbschalen ist möglich.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

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Kohlfliege (Delia Arten)

Datei:Kohlrabi Kohlfliegen-Maden im Strunk--Josef Schlaghecken.jpg
Kohlfliegen Maden Schaden an einem Kohlrabi.
(Josef Schlaghecken)

Die Maden der Kohlfliegen können, insbesondere in Regionen mit einem starken Kreuzblütler Anbau, beim Anbau von Kohlrabi großen Schaden anrichten.

Zwei Arten

  • Kleine Kohlfliege (Delia radicum).
  • Große Kohlfliege (Delia floralis) meist weniger gefährlich.

Flugzeiten der Kohlfliegen

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sept Okt Nov Dez
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
  • Etwa ab Ende April Mai bis September ist mit einem Kohlfliegen Flug zu rechnen.
  • Flugbeginn etwa mit Beginn der Kastanienblüte.
  • Mit Gelbtafeln lassen sich die Flugaktivitäten dokumentieren
  • Die Hinweise des regionalen Pflanzenschutz Warndienstes beachten
  • Pro Jahr sind bei der Kleinen Kohlfliege bis zu drei Generationen möglich.
  • Flugbeginn und Flugaktivitäten schwanken je nach Region und Witterung.

Schadbild und Beschreibung von Delia radicum

  • Die Maden der Kohlfliegen fressen im Strunk.
  • Bei eine leichter Befall welken die Pflanzen.
  • Bei einem stärkeren Befall, mit mehreren Maden pro Pflanzen, sterben die Kohlrabi Pflanzen ab.
  • An den befallenen Stellen kann sich eine sekundäre Fäulnis entwickeln.
  • Die Fliegen ähneln den Stubenfliegen und sind etwa 6 mm groß.
  • Im Frühjahr schlüpfen die Fliegen aus den überwinterten Puppen.
  • Die ersten Fliegen erscheinen etwa zur Zeit der Kastanienblüte.
  • Die Weibchen legen bis zu 100 Eier, meist am Kohlstrunk, in Bodennähe, ab.
  • Die Eier sind länglich, weiß und etwa 1 mm lang.
  • Kohlfliegen Eier sind sehr trockenheitsempfindlich.
  • Nur aus einem geringen Teil der Eier entstehen letztendlich Fliegen.
  • Nach 4-8 Tagen schlüpfen die 6-9 mm langen Maden, nach weiteren 3-6 Wochen verpuppen sich die Maden.
  • Es gibt bis zu drei Generationen pro Jahr, die Puppen der letzten Generation überwintern.

Wirtspflanzen

  • Armoracia, Barbarea, Brassica Arten, Rhaphanus, Sinapsis.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Weiter Fruchtwechsel mit Kreuzblütler.
  • Kein Kohl nach Kohl.
  • Befallsfreie Parzellen (ohne Kohlfliegen Puppen) wählen.
  • Die üblichen Folien- oder Vliesbedeckungen im Frühjahr schützen vor einem Kohlfliegenschaden.
  • Wenn nötig und möglich, Insektenschutznetze nutzen.
  • Die Flugaktivität lässt sich mit Gelbtafeln kontrollieren.
  • Mit guten Augen oder mit Hilfe einer Lupe lässt sich die Eiablage kontrollieren.
  • Bei starker Befalls Vermutung den Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel erwägen.

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Mehlige Kohlblattlaus (Brevicoryne brassicae)

Datei:Aphids on kohlrabi leaf.jpg
Mehlige Kohlblattläuse an einem Kohlrabi Balatt. (Downtowngal)

Ein Befall von der Mehligen Kohlblattlaus kann zu erheblichen Qualitäts- und Ertragsverlusten beim Anbau von Kohlrabi führen.

Synonyme (laut EPPO)

  • Aphis brassicae, Aphis floris-rapae, Aphis raphani.
  • Brachycolus brassicae.
  • Brachysiphoniella brassicae.

Schadbild und Beschreibung

  • Die grünlichen Tiere zeigen sich auf Grund ihrer Wachsbepuderung eher blaugrau.
  • Die befallen Blätter werden fleckig und buckelig.
  • Ein Blatt Befall führt schnelle zu Vermarktungsproblemen, wenn die Knollen mit Laub vermarktet werden.
  • An den Befalls Stellen findet man Wachs und Honigtau.
  • Die Läuse sind etwa 2,0 bis 2,7 mm groß.
  • Sie überwintert als Ei auf Kreuzblütler Pflanzen.
  • Im Frühjahr schlüpfen aus den Eiern die Stamm Mütter.
  • Später entwickeln sich geflügelte Tiere.
  • Pro Jahr gibt es mehrere Generationen.
  • Mehlige Kohlblattläuse können das Turnip Mosaic Virus übertragen.
  • Nach mehreren Wochen gewinnen meist natürliche Gegenspieler an Bedeutung.
  • In vielen Fällen sieht man dann später parasitierte Blattläuse.

Wirtspflanzen

  • Pflanzenarten der Kreuzblütler Familie

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Nützlinge wie die Brackwespe Diaeretiella rapae und die Larven von Gallmücken, Schwebfliegen und Marienkäfern fördern.
  • Feldhygiene optimieren und befallene Bestände nach Ernten Ende sofort mulchen.
  • Insektenschutznetze rechtzeitig auflegen.
  • Bei Bedarf den Einsatz Zugelassene Pflanzenschutzmittel erwägen.
  • Nützlingsschonende Insektizide bevorzugen.

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Minierfliegen (Chromatomyia, Liromyza, Phytomyza)

Minierfliegen Larven Befall an Kohlrabi. (J.Schlaghecken)

Die Larven verschiedener Minierfliegen Arten können in den Kohlrabi Blättern minieren und Schaden anrichten. Die geschädigten führen vor allem beim Verkauf des Kohlrabis mit Laub schnell zu Qualitätsproblemen..

Wichtige Arten

  • Chromatomyia horticola.
  • Liriomyza brassicae (Kohl Minierfliege).
  • Phytomyza rufipes (Blumenkohl Minierfliegen.
  • Scaptomyza flava (Rapsminierfliegen).

Schadbild und Lebensweise

  • An den Kohlrabi Blättern entstehen z.T. linienförmige oder fleckige Aufhellungen.
  • Manchmal sieht man im veränderten Blattgewebe einzelne Larven.
  • Zur Kontrolle das befallene Blatt im Gegenlicht betrachten.
  • Die Larven minieren im Blattgewebe und schädigen es.
  • Befallene Blattpartien vergilben und sterben ab.
  • Sekundär können bakterielle oder pilzlich Erreger auftreten.

Wirtspflanzen

  • Brassica Arten und viele andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Eine direkte Bekämpfung ist sehr schwierig.
  • Strenge Feldhygiene ein halten.
  • Befallene Bestandreste bald möglichst schlägeln und einarbeiten.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Video

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel beim Freiland Kohlanbau.

Quellen

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Nematoden (Ditylenchus, Heterodera, Meloidogyne usw.)

Heterodera schachtii Befall. (Jochen Kreiselmaier)

Verschiedene Nematoden Arten können Kohlrabi Bestände schädigen. Zu größeren Ausfällen durch Nematoden kommt es jedoch eher selten.

Aktuelle Arten

  • Kohlzystenälchen: Heterodera cruciferae.
  • Rübenzystenälchen: Heterodera schachtii.
  • Stängelälchen: Ditylenchus dipsaci.
  • Wurzelgallälchen: Meloidogyne hapla und incognita.
  • Wurzelläsionsnematode: Pratylenchus penetrans.

Schadbild und Lebensweise

  • Es entstehen Wuchshemmungen.
  • Meloidogyne hapla kommt eher im Freiland vor, M. incognita eher in wärmeren Bereichen.
  • Bei Heterodera-Arten bilden sich kleine Zysten an den Wurzeln.

Wirtspflanzen Meloidogyne hapla
Allium, Apium, Beta, Brassica, Capsicum, Cucumis, Cucurbita, Daucus, Ipomoea, Lactuca, Pastinaca, Raphanus, Solanum, Spinacia, Spinacia und viel andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallene Parzellen meiden.
  • Fruchtwechsel mit Nicht-Wirtspflanzen.
  • Ein 2-3-jähriger Getreide- oder Maisanbau soll den Befall mindern.
  • Eine 4-5-monatige Schwarzbrache im Sommer kann den Befalls Druck merklich senken.
  • Biofumigation kann helfen ist aber weniger praktikabel.
  • Eine empfehlenswerte Bekämpfung mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln ist derzeit (2023) nicht möglich.

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Raupenfraß (Mamestra, Pieries, Plutella)

Großer Kohlweißling, Raupe an einem Kohlrabi Blatt.
(J.Schlaghecken)

Die Raupen verschiedener Falterarten können Kohlrabi Bestände stark schädigen. Neben dem Fraßschaden kann auch der Raupenkot Probleme bereiten.

Wichtige Arten

  • Großer Kohlweißling (Pieris brassicae).
  • Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae).
  • Kohlleulen (Mamestra brassicae).
  • Kohlmotten (Plutella xylostella).

Schadbild und Beschreibung

  • Alle schädigen durch den Fraß der Raupen.
  • Insbesondere beim Auftreten der Kohleulen ist mit einer Kotverschmutzung des Erntegutes zu rechnen.
  • Die Schmetterlingsarten haben jeweils ihre speziellen Zeiten der Eiablage.
  • Es können pro Jahr mehrere Generationen vorkommen.

Wirtspflanzen

  • Insbesondere alle Kreuzblütler Arten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Parzellen wählen, die nicht mit den Puppen der Schädlinge bestückt sind.
  • Nützlings Populationen fördern.
  • Eine rechtzeitige Auflage eines Insektenschutznetzes kann schützen.
  • Bei Bedarf mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln bekämpfen.
  • Nützlingsschonende Insektizide bevorzugen.
  • Junge Raupe lassen sich allgemein leichter mit Insektiziden bekämpft als alte.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel beim Freiland Kohlanbau.

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Schnecken (Wegschnecken, Ackerschnecken u.a.)

Schneckenfraß an einer Kohlrabi Pflanze. (J.Schlaghecken)

Schnecken können Kohlrabi Pflanzen schädigen. In nassen Perioden sind sogar Totalausfälle möglich. Besonders dr Fraß an den Knollen führt schnell zu Ertragsverlusten.

Die wichtigsten Nacktschnecken Arten

  • Ackerschnecken (Deroceras-Arten).
  • Egelschnecken (Limax-Arten).
  • Kielnacktschnecken (Milax-Arten).
  • Wegschnecken (Arion-Arten).

Schadbild und Lebensweise

  • Fraßschäden an den Blatträndern oder Lochfraß.
  • Besonders beliebt sind die jungen Herzblätter.
  • Fraß an den Kopf-Knospen führt schnell zu Ausfällen.
  • Schleimspuren weisen auf eine Schneckenfraß hin.
  • Bei Befalls Verdacht frühzeitig Besatzkontrolle durchführen.
  • Kontrollgänge sind spät abends oder früh morgens empfehlenswert.

Wirtspflanzen

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Neben riskanten Rückzugsorten der Schnecken einen Pflanzstreifen frei lassen.
  • Kalkstickstoff hat eine Nebenwirkung.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel beim Freiland Kohlanbau.

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Wanzen (Eurydema, Halyomorha, Lygus usw.)

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:
Wanze neben ihren Saugschäden an einem Blumenkohl Blatt. (J.Kreiselmaier)

Wanzen können Kohlrabi Pflanzen schädigen und Qualitätsverluste verursachen. Bisher (2023) gehören die Wanzen noch nicht zu den Großschädlingen beim Kohlrabi Anbau. Mit steigender Klimaerwärmung ist mit einem verstärkten Auftreten zu rechnen.

Wichtige Arten

  • Eurydema oleraceum (Kohlwanze).
  • Halyomorpha halys (Marmorierte Baumwanze).
  • Lygus pratensis (Gemeine Wiesenwanze).
  • Lygus lineolaris (Getrübte Pflanzenwanze).

Schadbild und Lebensweise

  • Bei den Feldkontrollen sieht man Wanzen an den Kohlrabi Pflanzen.
  • Da Wanzen sehr scheu sind, verstecken sie sich meist, wenn sich eine Person nähert.
  • Die Wanzen saugen an den Kohlrabi Pflanzen.
  • Die Saugstellen können verkorken oder aber auch faulen.
  • Saugschäden am Vegetationspunkt führ zu Verkrüppelungen ähnlich bei der Kohldrehherzmücke.

Wirtspflanzen

  • Viele Pflanzen- und auch Gemüsearten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Eine direkte Bekämpfung ist nur schwer möglich.
  • Insektenschutznetze können vor Schäden schützen, sind aber sehr aufwendig.
  • Laut PS-Info Datenbank sind (2023) keine Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung zugelassen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

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Weiße Fliegen / Kohlmottenschildlaus (Aleyrodes proletella)

Kohlmottenschildlaus an Kohlrabi Pflanze. (J.Schlaghecken)

Der wärmeliebende Schädling hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Mit zunehmender Klimaerwärmung und milderen Wintern könnte der Schädling noch an Bedeutung gewinnen.

Schadbild und Lebensweise

  • An den befallenen Pflanzen sieht man kleine weiße Fliegen.
  • Bei einem stärkeren Befall schädigt sie vor allem durch ihre klebrigen Ausscheidungen (Honigtau).
  • Auf den Ausscheidungen können sich Schwärzepilze ansiedeln.
  • Die erwachsenen Tiere sind etwa 1,5 mm groß.
  • Bei Annäherung fliegen die erwachsenen Tiere meist schnell davon.
  • Die Schädlinge findet man besonders an den Blattunterseiten.
  • Zu einer Massenvermehrung kommt es meist im trocknen und warmen Spätsommer und Herbst.
  • Die Eiablage erfolgt bei Temperaturen über 10°C.
  • Die Fliegen legen ihre Einer ringförmig an der Blattunterseite ab.
  • Pro Jahr können sich 4-5 Generationen bilden.
  • Bei 15°C dauert ein Lebenszyklus etwa 52 Tage, bei 25°C etwa 19 Tage.
  • Nur die weiblichen Tiere überdauern kalte Winter.
  • Der Schaden entsteht u.a. durch die "Honigtau"-Ausscheidungen.
  • Auf den Ausscheidungen siedeln sich Schwärze Pilze an.
  • Ernteprodukte mit einer stärkeren Weiße Fliegen Ansiedlung sind nicht vermarktungsfähig.
  • Der Zuflug erfolgt meist von benachbarten, überwinternden Wirtspflanzen.

Wirtspflanzen

  • Brassica-Arten, Cichorium-Arten, Sonchus-Arten u.a.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Anbau möglichst in einer Gemarkung ohne benachbarte Befalls Bestände.
  • Möglichst keine überwinternden Kohlbestände in der Gemarkung.
  • Intensive Feldhygiene Maßnahmen sind dringend anzuraten.
  • Befallene Bestandsreste sobald möglich beseitigen (schlägeln und einarbeiten).
  • Der frühzeitige und sachgerechte Einsatz von Insektenschutznetze kann helfen.
  • Mindestens wöchentliche Befallskontrolle, um den Erstbefall zu erkennen.
  • Starkregen mit Wind kann eine Besiedlung von jüngeren Beständen stark reduzieren.
  • Bei Bedarf zugelassene Insektizide einsetzen. Eine Bekämpfung mit Insektiziden ist äußerst schwierig.
  • Für eine wirksamen Insektizid Einsatz müssen die Blattunterseiten gut benetzt werden.
  • Je frühzeitiger die Bekämpfung desto erfolgreicher.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel beim Freiland Kohlanbau.

Video

Quellen

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Wildverbiss (Vogelfraß)

Vogelfraß Schaden an Kohlrabi. (J.Schlaghecken)

Verschiedene Vogelarten können durch Blattfraß, insbesondere bei Neuanpflanzungen bzw. jungen Kohlrabi Beständen einen großen Schaden anrichten.

Aktuelle Vogelarten

  • Amseln, Fasanen, Krähen, Sperlinge und Tauben sind die wichtigsten, in Frage kommenden Vogelarten.

Schadbild und Lebensweise

  • Erste Schadbilder sind oftmals zunächst an den Blatträndern der Kohlrabi Pflanzen sichtbar.
  • Die Blattränder sehen z.T. ausgefranzt aus.
  • Am Boden liegende Blattfetzen weisen auf einen Vogelfraß hin.
  • Bei frisch gepflanztem Kohlrabi kann der Verlust eines Blattes schon einen erheblichen Schaden hervorrufen.
  • Pflanzungen an Waldrändern sind besonders gefährdet.

Wirtspflanzen

  • Kohlrabi und alle Arten von Kohl sowie Salat sind besonders beliebt.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Im Frühjahr kann die Bedeckung mit Folie und Vlies zur Ernteverfrühung, schützen.
  • Generell hat sich die Bestandsbedeckung mit einem Vogelschutznetz bewährt.
  • Schreckschuss Apparate verlieren meist schon nach kurzer Zeit ihre Wirkung.
  • Evtl. kann eine stärkere Bejagung hilfreich sein.
  • Bei Wildverbiss Problemen mit den Jagdpächtern reden.

Schutznetze Anbieter

Quellen

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Wildverbiss (Hasen und Kaninchen)

Hasenfraß an Kohlrabi Pflanze. (J.Schlaghecken)

Hasen und Kaninchen könne, insbesondere bei den ersten Pflanzungen im Frühjahr, schnell einen großen Schaden an Kohlrabi Beständen anrichten.

Schadbild und Lebensweise

  • Meist werden zunächst die Blattränder oder aber auch das Pflanzenherz angefressen.
  • Bei einem stärkeren Fraß bleiben nur noch an paar Blattstumpen stehen.
  • Bei knappen Nahrungsangebot im März April sind Gemüsepflanzen bes. gefragt.
  • Bei Neupflanzungen im Frühjahr ohne Schutz kommt es schnell zu einem großen Schaden.
  • Den größten Schaden findet man meist einem Feldrand mit einer geschützten Rückzugsmöglichkeit.
  • In Regionen mit jahrelangem, intensiven Kohlanbau fressen Hasen und Kaninchen sogar die Kohlpflanzen durch das Vlies an.
  • Bei einem ausreichenden Nahrungsangebot bevorzugen sie bestimmte Kohl Sorten.

Wirtspflanzen

  • Beliebt sind insbesondere Kohlpflanzen und Salatpflanzen.

Vorbeugemaßnahmen

  • Im Frühjahr sofort nach der Pflanzung Schutz durch eine Vlies- oder Vliesauflage.
  • Bei späteren Pflanzungen können Schutznetze helfen.
  • Generell kann eine Elektrozaun mit mehreren Drähten helfen.

Quellen

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Immer aktualisierte Pflanzenschutzempfehlung zum Kohlrabi Anbau

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Aktuell möglicher Einsatz von Pflanzschutzmitteln

Logo PS Info.jpg


In der Datenbank PS-INFO findet man einfach und schnell, für die ausgewählte Kohlrabi Gemüsekultur, die aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmittel.

Welche Pflanzenschutzmittel beim Anbau von Kohlrabi einsetzbar bzw. zugelassen sind kann in der PS-Datenbank recherchiert werden.

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Siehe auch in Hortipendium

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Autoren und Mitwirkende

Datei:Forscher im Feld.jpg
Forschen für eine erfolgreiche, umweltfreundliche Lebensmittel Produktion. G. Brändle. Agroscope
  • Arndt M., Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Freising.
  • Bauer Brigitte, Agroscope, Wädenswil, Schweiz.
  • Fähndrich Simone, Agroscope, Wädenswil, Schweiz.
  • Gammelgaard Magnus, Dänemark. (https://plante-doktor.dk).
  • Gubler Christof, Fachstelle Gemüse, Strickhof, Lindau, Schweiz.
  • Grünert Claudia, Heilbronn.
  • Guyer Anouk, Agroscope, Wädenswil, Schweiz.
  • Heitmann Benedikt, Hochschule Osnabrück, Fachgebiet Phytomedizin.
  • Hermann A., Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Freising.
  • Hommes Martin, Dr., JKI, Institut für Pflanzenschutz im Gartenbau und Forst, Braunschweig.
  • Hoyer Christopher, Pflanzenschutzdienst, Wetzlar.
  • Kreiselmaier Jochen, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR-Rheinpfalz), Neustadt/Wstr.
  • Lampe Isabelle, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, Neustadt/Wstr.
  • Laun Norbert, Dr. DLR-Rheinpfalz in Neustadt/Wstr.
  • Lindner Ulrike, LWK Nordrhein-Westfalen, GBZ Straelen/Köln-Auweiler.
  • Lutz Frieder, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, Neustadt/Wstr.
  • Lutz Matthias, Agroscope, Wädenswil, Schweiz.
  • Maeritz Ulf, Gemüseerzeugerring Knoblauchsland, Nürnberg.
  • Mahler Kerstin, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, Neustadt/Wstr.
  • Münster Volker, Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Dresden Pillnitz.
  • Offenberger Anton, Gemüseerzeugerring Knoblauchsland, Nürnberg.
  • Heitmann Benedikt, Hochschule Osnabrück, Fachgebiet Phytomedizin.
  • Sauer Cornelia, Agroscope, Wädenswil, Schweiz.
  • Schlaghecken Josef, Neustadt/Wstr.
  • Ulrich Roswitha, Pflanzenschutzdienst, Hessen.
  • Veldhoff Dana, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Veitshöchheim.
  • Weinheimer Sebastian, Queckbrunnerhof, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, Neustadt/Wstr.
  • Ziegler Joachim, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR-Rheinpfalz), Neustadt/Wstr.

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Quellen Offline

Buch-Pflanzenschutz-im-Gemüsebau-Crüger.jpg
  • Gemüsekrankheiten (2012) Buch beim Österreichischer Agrarverlag in Wien, ISBN=10=3704-0114-95, von Gerhard Bedlan.
  • Handbuch des speziellen Gemüsebaus (1996): Buch beim Eugen Ulmer Verlag in Stuttgart, ISBN=3-489-60626-4, von Georg Vogel.
  • Lehrbuch der Phytomedizin (2002) Buch beim Paul Parey Verlag in Berlin, ISBN=3-8001-3191-4, von Hoffman Günter, Nienhaus Franz, Schönbeck Fritz, Weltzien Heinrich, Wilbert Hubert
  • Pflanzenschutz im Gemüsebau (2002): Buch beim Ulmer Verlag in Stuttgart, ISBN=978-3-8001-3191-4, von Gerd Crüger, Georg Friedrich Backhaus, Martin Mommes, Silvia Smolka und Heinrich-Josef Vetten.
  • Rund um das Saatgut Kohlrabi (2014): in Zeitschrift Gemüse Nr.12, Basiswissen), von Josef Schlaghecken.
  • Schlaghecken Josef, Jochen Kreiselmaier und andere, "Blumenkohl von Anbau bis Verzehr" eine Bild- und Textdokumentation (CD mit PowerPoint Präsentationen), Herausgeber: Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz in Neustadt/Wstr.

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Quellen Online

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